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Nachrichten Südstraße: Entscheidung erst später
Region Wunstorf Nachrichten Südstraße: Entscheidung erst später
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16:10 26.11.2018
Ist das schön oder kann das weg? Ein Thema bei der Entwicklung der Südstraße ist das Beet samt Baum.
Ist das schön oder kann das weg? Ein Thema bei der Entwicklung der Südstraße ist das Beet samt Baum. Quelle: Albert Tugendheim
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Wunstorf

Das von der Stadtverwaltung vorgelegte Entwicklungskonzept Südstraße wird aller Voraussicht nach nicht sofort beschlossen. Nachdem in der Vorwoche der Ortsrat die Diskussion über das Konzept verschoben hatte, dürfte das am Dienstag im Finanzausschuss des Rates ebenfalls so sein.

Ziel des von Wirtschaftsförderer Uwe Schwamm geschriebenen Konzeptes ist es, für die Geschäftsleute der Südstraße bessere Werbemöglichkeiten zu bieten. Denn die Kaufleute dort sitzen Schwamm immer wieder im Nacken. Tenor: Die Geschäfte in der Südstraße werden zu wenig wahrgenommen. Und dabei ist dort mit dem Modehaus Kolossa eines der ganz wichtigen Unternehmen der Innenstadt ansässig. Zudem beklagen neben vielen weiteren Punkt die Geschäftsleute und Hauseigentümer der Stadt „tote Fassaden ohne Schaufenster“ wie etwa beim Rathaus oder auch mangelnde Beleuchtung. Geschäfte, die neu in Wunstorf ansiedeln wollen, winken beim Angebot Südstraße ab, so steht es in dem Konzept.

Das Problem, das viele Ratsvertreter mit dem Südstraßenkonzept haben: Es kollidiert partiell mit der ebenfalls in der Diskussion befindlichen Gestaltungssatzung für die Innenstadt. Diese Satzung soll unter anderem regeln, was an Werbemöglichkeiten gestattet werden soll und was im Sinne einer harmonischen Innenstadtgestaltung nicht erlaubt werden soll. Ein Beispiel: Die Gestaltungssatzung sieht für den Kernbereich der Innenstadt vor, dass Werbung an den Fassaden nicht an Obergeschossen angebracht werden darf. Das Entwicklungskonzept Südstraße, so erläutert Schwamm, sieht vor, dass für Geschäftshäuser dieser Straße über Ausnahmen nachgedacht werden sollte.

„Wir haben noch Klärungsbedarf“, sagt Kirsten Riedel, die Vorsitzende der Mehrheitsgruppe SPD/GRÜNE/FDP im Rat. Pauschal lehne sie das Konzept nicht ab, passieren müsse etwas. Um darüber zu reden, hat sie den Wirtschaftsförderer für die nächste Gruppensitzung eingeladen. Christiane Schweer, Fraktionsvorsitzende der CDU, äußert sich ähnlich. Sie schlägt zumindest vor, dass ein Thema, um das es seit Jahren immer wieder geht, angepackt wird: Das Hochbeet und der große Baum an der Südaue sollten weg. „Das wäre ein erster kleiner Schritt, um den Blick auf die Geschäfte zu lenken“, sagt sie. Ortsbürgermeister Thomas Silbermann verweist in diesem Punkt auf frühere größere Umgestaltungspläne an dieser Stelle. Wichtig für ihn ist, dass trotz Vertagung aber klar ist, dass die Südstraße ein wichtiges Thema ist.

Klar ist auch, dass Eigentümer aktiv werden müssen, besonders wenn es um drei eher verwahrlosten Häuser geht. Dem Vernehmen nach steht eines der Häuser aktuell zum Verkauf. Vielleicht wäre das ja ein Ansatzpunkt.

Von Albert Tugendheim