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Region Wunstorf Nachrichten Stadttheater: Stadtführerin gibt interessante Einblicke
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18:24 08.11.2019
Blick hinter die Kulissen des Stadttheaters: Stadtführerin Roswitha Kranz erzählt auch die ein oder andere Anekdote. Quelle: Rita Nandy
Wunstorf

Einmal auf der großen Bühne des Stadttheaters stehen: Dazu hatten rund 20 Besucher einer Führung am Donnerstagnachmittag Gelegenheit. Immerhin sucht die Bühne mit rund 100 Quadratmetern in der Region Hannover vergeblich ihresgleichen.

Veranstaltungstechniker bereichert Premiere

In einer gelungenen Premiere berichtete Stadtführerin Roswitha Kranz Wissenswertes über das fast 70 Jahre alte Haus. Dabei zeigte sie auch ihr Improvisationstalent. Veranstaltungstechniker Jürgen Opper wirbelte ihren bestens vorbereiteten Vortrag kräftig durcheinander. Es war ein glücklicher Zufall, das der Experte gerade vor Ort war. Er nahm sich die Zeit, den Besuchern einmalige Einblicke in die Technik zu geben, und demonstrierte unter anderem die elektrisch fahrbare Traverse. „Die ist mit 500 Kilo belastbar. Da kann ich Sie alle dranhängen“, scherzte Opper.

Eigentlich ist sie als Befestigung für die Beleuchtung und Kulisse gedacht. Nächste Woche soll noch eine zweite hinzukommen. Wer schwindelfrei war, wagte sich auch auf die hoch oben gelegene Portalbrücke. Von dort werden die 14 Scheinwerfer eingestellt. „Die müssen manuell justiert werden“, erklärte der Lichttechnikexperte.

Veranstaltungstechniker Jürgen Opper erläutert die Funktionsweise der Notstromversorgung. Quelle: Rita Nandy

Lkw-Batterien sorgen für Notstrom

Beruhigend auch der Blick in den Raum mit dem Notstromaggregat in der ersten Etage. Sollte es tatsächlich einen Stromausfall geben, sorgen zwei Lkw-Batterien für die Notbeleuchtung. „Die Kapazität reicht für drei Stunden.“ Theoretisch könnten die Schauspieler ihr Stück noch zu Ende spielen. Doch auch dort brennt im Notfall dann nur ein schwaches Licht. Dass es einen derartigen Notfall schon einmal gegeben habe, wusste Opper nicht zu berichten.

Besucher erhalten Einblick in die Gästebücher

Im Rampenlicht standen hingegen schon zahlreiche berühmte Künstler. „Alle sind hier gewesen“, berichtete die Stadtführerin. Mit Inge Meisel, Hans Clarin und Hans-Joachim Kulenkampff nannte sie einige Beispiele. Einen besonderen Schatz hatte ihr der langjährige Vorsitzende des Kulturrings, Siegfried Kröning, anvertraut: zwei Gästebücher, in denen die Teilnehmer blättern durften. Und auch die ein oder andere Anekdote hatte er der Stadtführerin erzählt. In der Aufregung hatte er beispielsweise das Honorar für das Göttingern Symphonieorchester vergessen. Schnell sei er nach Hause gerannt, stürzte auf dem Weg und konnte dennoch rechtzeitig die Gage überreichen. Einen Tag später diagnostizierte ein Arzt allerdings einen Mittelfußbruch.

Künstlergarderoben liegen im oberen Bereich

Vor einem Auftritt erhalten nicht nur die Lichttechniker Anweisungen, jeder Künstler hat auch noch ganz spezielle Vorlieben. Der eine legt Wert auf Bioprodukte, andere möchten nach der Vorstellung ein gekühltes Bier genießen. Für die meisten Teilnehmer überraschend: Die Künstlergarderoben befinden sich nicht etwa hinter der Bühne, sondern in der oberen Etage und sind sehr spartanisch ausgestattet.

Bei einem Rundgang erhielten Teilnehmer einmalige Einblicke hinter die Kulissen des Stadttheaters Wunstorf. Seit knapp 70 Jahren geben sich bekannte Künstler dort ein Stelldichein.

Laienspieler wollen auf der großen Bühne stehen

Im Publikumsbereich finden 540 Besucher Platz. Vor dem Umbau 1981 waren es sogar 600 Plätze gewesen. Damals kam auch der Außenbalkon hinzu. Zur Eröffnung des Lichtspielhauses wurden „Das Schwarzwaldmädel“ und bis Anfang der 2000er-Jahre auch Kinofilme gezeigt. „Bereichern Sie das Stadttheater mit möglichst vielen Besuchen“, forderte Roswitha Kranz die Teilnehmer zum Ende ihres gelungenen Vortrags, für den sie mit kräftigem Applaus belohnt wurde, auf.

Wer auch gerne an einer Führung teilnehmen möchte, wendet sich an Sabrina Bauch von der Stadtverwaltung. Unter der Telefonnummer (05031) 101326 können Gruppen auch einen gesonderten Termin vereinbaren. Dieses Angebot will das Besucherehepaar Lampe auch seinen Schauspielkollegen vom Dorftheater Poggenhagen vorschlagen. Die Laienspieler spielen am Wochenende im Poggenhagener Gemeindehaus. „Wir wollten mal auf einer großen Bühne stehen“, nannte Burckhard Lampe schmunzelnd den Grund für den Besuch des Stadttheaters.

Von Rita Nandy

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