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Nachrichten Regeln für Werbung: Nichts was blinkt
Region Wunstorf Nachrichten Regeln für Werbung: Nichts was blinkt
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00:19 07.10.2018
Zone 1: So viel Phantasie und Anpassung ans Stadtbild darf als nachahmenswert gelten. Quelle: Markus Holz
Wunstorf

Größer, greller, heller – Werbung kann gar nicht auffällig genug sein. Sie soll Kaufinteresse wecken und Reize auslösen. Damit das Reizen in Wunstorf nicht ins Gegenteil umschlägt, erlässt die Stadt in wenigen Monaten eine neue Satzung für Werbung in der Altstadt. Was geht? Was geht nicht? Und was ist wo noch gestattet?

LED-Displays sind Tabu

Was per se und nirgendwo in der Kernstadt geht, ist Werbung für Produkte und Geschäfte, die irgendwo anders angeboten werden. Ein Baumarkt wie Obi würde an der Südstraße kein Banner und keine Leuchtreklame aufhängen dürfen. Laser, Himmelsstrahler, LED-Displays mit wechselnder Werbung und alles was blinken kann, wird ebenfalls untersagt. Werbung, die das Straßenbild und die Fassade verunstalten würde, wird nicht genehmigt. Das sind drei Grundregeln, die überall gelten. Alles übrige in der Satzung ist sehr differenziert aufgelistet, weil Straßenzüge unterschiedliche Charaktere haben.

Die Verwaltung hat in mühevoller Kleinarbeit ein detailliertes Regelwerk entworfen, das drei Interessengruppen gerecht werden soll: Den Geschäftsleuten, den Anwohnern und dem Stadtbild. Sie hat außerdem jedes Haus in der Altstadt fotografiert und ein Kataster angelegt. Damit kann sie mit jedem Geschäftsmann und Immobilienbesitzer am Bildschirm besprechen, wie eine Regel konforme Werbung aussehen könnte. Der Ortsrat Wunstorf diskutiert das Papier öffentlich am Mittwoch, 17. Oktober, ab 18 Uhr im Rathaus.

Innenstadt teilt sich in fünf Zonen

Um möglichst passgenau entscheiden zu können, hat die Verwaltung die Innenstadt in fünf Zonen eingeteilt. Zone eins ist die sensibelste. Zu ihr zählen Lange Straße zwischen Alter Markt und Stadtkirche, Nord- und ein Teil der Südstraße, Synagogengasse, Wasserzucht und Abteihof. „Dieser Bereich rund um die Stadtkirche ist der schützenswerteste der Innenstadt“, schreibt die Stadt. Werbung, maximal 80 Zentimeter hoch, ist dort nur am Erdgeschoss erlaubt. Sie darf nur 40 Prozent der Fassadenbreite einnehmen. Ausnahme: Wenn die Werbung aus Einzelbuchstaben besteht, dürfen 70 Prozent der Fassadenbreite belegt werden. Fachwerk darf in den Zonen eins bis drei nicht verdeckt werden. Ausnahme: Wenn diese Regel eine Werbung unmöglich oder unverhältnismäßig aufwändig macht, weil das Fachwerk zu klein ist.

Zur Zone zwei zählen Häuser am Westteil der Langen Straße, am Alten Markt, an der Mittelstraße, am Burgmannshof, der Rathausgasse und der östlichen Südstraße. Wer dort ein Geschäft betreibt, muss die gleichen Regeln wie in Zone 1 beachten. Er darf sein Schaufenster aber zu 30 Prozent mit Werbung zukleben. In Zone 1 sind maximal 20 Prozent erlaubt.

Für Baudenkmale gelten andere Regeln

In Zone drei entfallen Vorschriften für sogenannte Ausleger. Das sind Schilder, die in die Straße hineinragen. In dieser Zone dürfen 50 Prozent der Schaufensterfläche für Werbung genutzt werden. Zu diesem Bereich zählen Marienstraße, Wassermühle, Specken- und Bäckerstraße. Ab Zone vier ist Werbung am Erd- und am ersten Obergeschoss gestattet. In Zone fünf entfällt dieses Gebot ganz. Völlig unabhängig von der neuen Satzung: Wer ein denkmalgeschütztes Haus betreibt, muss noch ganz andere Vorschriften beachten. Hier steht Denkmalschutz über dem Interesse eines Betriebes. Darum hatte sich selbst die Stadt für ihre Ausstellungswerbung an der Abtei Besonderes einfallen lassen müssen. Schlichte Banner in Fachwerkbreite, ein dezentes Schild an der Hauswand, nichts Leuchtendes.

Bisher fällt die Satzung weitgehend auf Zustimmung. Die Stadt hat auf Anregungen des Landesamtes für Denkmalpflege, des Heimatvereins und der Werbegemeinschaft reagiert. Billigt der Verwaltungsausschuss das Regelwerk Anfang November, liegt es voraussichtlich Angang 2019 öffentlich aus. Erst danach wird der Rat beschließen.

Von Markus Holz

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