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Region Wunstorf Nachrichten Kitas für Spracherwerb umgestaltet
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00:19 02.06.2018
Führung durch einen umgestalteten Raum an der Frankestraße (von links): Die Kita-Leiterinnen Pia Heinz und Manuela Zukunft, Regionsabgeordnete Frauke Meyer-Grosu, Pfarrer Andreas Körner, Fachberaterin Gisela Plenk, der Erste Stadtrat Carsten Piellusch und Florian Dallmann von der Region.
Führung durch einen umgestalteten Raum an der Frankestraße (von links): Die Kita-Leiterinnen Pia Heinz und Manuela Zukunft, Regionsabgeordnete Frauke Meyer-Grosu, Pfarrer Andreas Körner, Fachberaterin Gisela Plenk, der Erste Stadtrat Carsten Piellusch und Florian Dallmann von der Region. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

An was für Orten fühlen sich die Kinder wirklich wohl? Mit dieser Frage haben sich mehr als ein Jahr lang die Kindertagesstätten der katholischen Gemeinde St. Bonifatius an der Frankestraße und an der Amtsstraße intensiv beschäftigt, unterstützt von Gisela Plenk, Fachberaterin der Region Hannover. Ziel ihres Programms „Sprachraum und Raumsprache“ war es, die Einrichtung so zu optimieren, dass sie auch einen guten Spracherwerb der Kinder unterstützt.

Deshalb richtet sich das neue Angebot an die Kitas, die sich zuvor bereits im Sprachförderprogramm „Wortschatz“ haben zertifizieren lassen. Mit ihm unterstützt die Region bereits seit 2011 Einrichtungen. „Lernen in der Kita ist mittlerweile ein großes Thema“, sagte Florian Dallmann, Leiter des Teams Kindertagespflege der Region. „Das ist hier ein Pilotprojekt, und wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen“, sagte er an die Mitarbeiter gerichtet, bevor er Ihnen die Zertifikate über die Fortbildung überreichte –als erste in der Region.

Plenk berichtete, dass sie offen aufgenommen wurde und zunächst mit den Kita-Teams über die eigenen Lieblingsplätze in der Kindheit gesprochen hat. Dann wurde mit Fotos dokumentiert, an was für Orten sich die Kinder bisher gern aufgehalten haben. Die Kinder durften auch erzählen, warum es ihnen dort gefällt. „Um die Kita entsprechend zu verändern, haben alle dann viel Kreativität aufgebracht“, lobte sie.

So wurden zum Beispiel mit Trennwänden neue Rückzugsecken geschaffen oder Stoffbahnen so unter die Decke gehängt, dass Kinder sich in dem Bereich geborgener fühlen. Auch die Akustik verbesserte sich vielfach, was die Kommunikation unter den Kindern fördert. „Unser Gruppenraum hat sich total verändert“, berichtete Erzieherin Danuta Lewandowski von der Frankestraße. An der Amtsstraße wurde ein Rollenspielzimmer eingerichtet, wie Leiterin Pia Heinz sagte. Nach den Veränderungen gab es viele positive Reaktionen.

Der städtische Sozialdezernent Carsten Piellusch begrüßte das Programm als einen wichtigen Bestandteil dafür, Kitas zu einem Lernort zu machen. „Sprachförderung ist in Kitas gut aufgehoben“, betonte er. Wenn das Land das wie geplant zur Regel machen will, wirbt er aber für eine Übergangsfrist, statt diesen Anspruch an die Kitas gleich zu Beginn des neuen Schuljahres zu stellen. Manuela Zukunft, Leiterin an der Frankestraße, fragte dann auch eher rhetorisch: „Bekommen wir denn wohl auch die Personalstunden, die an den Grundschulen dafür nicht mehr benötigt werden?“

Von Sven Sokoll