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00:19 24.09.2018
Bis zum Jahresende soll im Werk Sigmundshall noch abgebaut werden. Quelle: Kathrin Götze
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Bokeloh

Ein knappes Vierteljahr vor dem Ende des Kali-Abbaus im Werk Sigmundshall kristalliert sich das Schicksal der Mitarbeiter für die Zeit nach dem Jahreswechsel heraus. Denn von einst mehr als 700 werden zunächst nur noch 220 Stellen weiter benötigt, davon 128 zu den Nacharbeiten in der Grube und 92 über Tage, einschließlich 35 in der Rekal-Anlage. Diese soll auf jeden Fall auch über das Ende des Rückbaus hinaus weiter betrieben werden.

105 Mitarbeiter hatten sich schon vor dem förmlichen Verfahren dazu entschieden, Stellenangebote von anderen K+S-Standorten anzunehmen. 164 erhielten nach Angaben des Konzerns aber Änderungskündigungen, die mit Jobangeboten verbunden waren. Bei 89 wurden Versetzungen ausgesprochen, die hilfsweise ebenfalls mit Änderungskündigungen verbunden waren.

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Von den letzten beiden Gruppen werden nun nach dem aktuellen Stand 128 an andere Standorte wechseln. Gleiche oder bessere Arbeitsbedingungen bekommen davon 74. Bei 39 aber werden Instrumente zur Sicherung des Verdienstes nach dem Manteltarifvertrag oder dem ausgehandelten Sozialplan angewandt. Der größte Teil der Mitarbeiter, die konzernintern wechseln, wird Tätigkeiten im Werk Werra aufnehmen. Allerdings soll in Bokeloh die Produktion nach der bestehenden Planung bis 31. Dezember voll aufrecht erhalten werden, so dass die Versetzungen dann zum 1. Januar des nächsten Jahres greifen werden.

Eine Gruppe von 51 Bergleuten kann nach dem Ende des Betriebs in Bokeloh in die reguläre Altersrente wechseln oder hat – bei einem Alter von mindestens 55 Jahren und 25 Jahre Beschäftigung unter Tage – Anspruch auf Ausgleichszahlungen der Knappschaft.

Wer aber nicht an andere Standorte wechseln will und einen neuen Arbeitgeber finden muss, für den soll eine Transfergesellschaft Perspektiven bieten. Darauf hatten sich Unternehmen und Betriebsrat in einem ergänzenden Transfersozialplan geeinigt. Berechtigt dazu sollen die Mitarbeiter sein, die Änderungskündigungen oder Versetzungen erhalten hatten und dem widersprochen haben. Nach den derzeitigen Zahlen werden 46 Mitarbeiter nun mit dem Jahreswechsel in diese Gesellschaft wechseln.

Als Partner dafür hat der K+S-Konzern die Firma PMB gewählt. Die Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft aus Böblingen hat seit 1996 mit mehr als 100 Unternehmen zusammengearbeitet. Die bisherigen Sigmundshall-Mitarbeiter, die von ihr dann betreut werden, sollen beraten und qualifiziert werden, um die drohende Arbeitslosigkeit abwenden zu können. Ziel ist die Vermittlung an neue Arbeitsstellen.

Nach den rechtlichen Rahmenbedingungen ist die Beschäftigung in einer Transfergesellschaft auf zwölf Monate begrenzt. So lange haben die Mitarbeiter Anspruch auf ein Transferkurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes, das von der Agentur für Arbeit gezahlt wird.

Von Sven Sokoll