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Nachrichten Gegen Antisemitismus: Das ist das Programm der neuen Gedenkwoche
Region Wunstorf Nachrichten Gegen Antisemitismus: Das ist das Programm der neuen Gedenkwoche
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07:00 14.01.2020
Der Arbeitskreis um Initiator Heiner Wittrock (vorne links) hat die Veranstaltungsreihe vorbereitet. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

„Damit du nicht vergisst!“ hat der Arbeitskreis um Heiner Wittrock eine Gedenkwoche anlässlich der Befreiung der Konzentrationslager betitelt. Die Aktion beginnt am Sonntag, 19. Januar, und endet am Montag, 27. Januar – dem Tag, an dem vor 75 Jahren das Konzentrationslager in Auschwitz befreit wurde.

Den Auftakt bildet ein ökumenischer Gottesdienstam Sonntag ab 17 Uhr in der Wunstorfer Stadtkirche. Pfarrer Andreas Körner und Stiftspastor Volker Milkowski sagen dazu: „Das Unfassbare begreifen. Wir tun dies im Namen Gottes, weil unsere eigenen Worte nicht ausreichen, das Leid zu beschreiben, das Menschen Menschen angetan haben.“ Naum Nusbaum, Andre Sitnov und Ricarda Wöste vom Zentrum Jüdischer Musik der Synagoge Hannover musizieren bei dem Gottesdienst.

Ausstellung dokumentiert Leiden in der Psychiatrie

Die Ausstellung „Psychiatrie im Dritten Reich“ ist ab Montag, 20. Januar, in der Kirche der KRH-Psychiatrie zu sehen. Zur Eröffnung spricht Carola Rudnick von der Gedenkstätte Lüneburg über Ergebnisse aktueller Forschungen zu Eugenik- und Euthanasie-Verbrechen in Niedersachsen. 2013 waren in Lüneburg Kinder und Jugendliche bestattet worden, die im Nationalsozialismus Opfer der dortigen Heil- und Pflegeanstalt waren. Rudnick hat aufwendig die Angehörigen gesucht.

Dieses Bild zeichnete ein Musiker aus Hannover. Es stammt aus einer Patientenakte der Heil- und Pflegeanstalt Hildesheim. Quelle: Frank Wilde

Die Ausstellung basiert auf einem Buch von Raimond Reiter aus im Jahr 1997 und ist am Dienstag, 21. Januar, und Donnerstag, 23. Januar, jeweils von 10 bis 12 Uhr, am Mittwoch, 22. Januar, und Freitag, 24. Januar, jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie am Wochenende, 25. und 26. Januar, jeweils von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Führungen bietet der frühere Direktor Andreas Spengler am Mittwoch um 16 Uhr und am Donnerstag um 11 Uhr an. Anmeldungen sind unter Telefon (0 50 31) 93 12 01 möglich.

Wittrock zeichnet Schicksal der Wunstorfer Juden nach

„Von Wunstorf nach Auschwitz lautet der Titel eines Vortrags, den Heiner Wittrock am Dienstag, 21. Januar, ab 19 Uhr in der Stadtkirche halten wird. Er zeigt an acht gut integrierten jüdischen Bürgern aus Wunstorf, wie die Nationalsozialisten sie isolierten, demütigten und schließlich ermordeten.

Für den Dokumentarfilm „Der letzte Jolly Boy“ hat der Regisseur Hans-Erich Viet den Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum drei Jahre lang begleitet. Nach der Aufführung am Mittwoch, 22. Januar, ab 19 Uhr in der Abtei steht der Filmemacher für Fragen zur Verfügung.

Das Hölty-Gymnasium zeigt erneut die Ausstellung "Stufen eines Leidenswegs." Quelle: privat

Hölty präsentiert überarbeitete Ausstellung

Schüler des Hölty-Gymnasiums haben 2014 eine Ausstellung über die früheren jüdischen Schüler Ernst und Ludwig Lazarus erstellt. Jetzt haben Zehntklässler in einem Kurs von Geschichtslehrer Lars Kreye die „Stufen eines Leidensweges“ aktualisiert und mit Multimedia-Elementen ergänzt. In der Wunstorf-Info des Heimatvereins wird sie am Donnerstag, 23. Januar, um 17 Uhr eröffnet und ist dann bis zum 26. Februar donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr und freitags von 10 bis 12.30 Uhr zu sehen.

Autor Heiner Wittrock sieht zu, wie Lucia (von links), Ben und Aron sich im Hölty-Gymnasium mit dem jüdischen Leben in Wunstorf beschäftigen. Quelle: Sven Sokoll

Besonders wird das Schattentheater, das Winfried Gburek mit seinem Schattentheater Sonnenputzer für Freitag, 24. Januar, ab 18 Uhr in der Stadtkirche plant. Das Stück „Klopfzeichen“ basiert auf einem Hörspiel von Heinrich Böll, in dem der Schriftsteller sich mit dem Schicksal von faktisch rechtlosen Minderheiten während des Nationalsozialismus beschäftigt hat.

Sie wirken im Schattenspiel „Klopfzeichen“ mit: Kathrin Deschka (von links), Ullrich Greiner, Claus Crone, Martin Tigges und Winfried Gburek. Quelle: privat

Bölls Sohn René hat Gburek die Aufführungsrechte für diese Inszenierung gegeben. Der Wunstorfer hat die Vorlage schon vor 30 Jahren für die Jugendarbeit entdeckt. Sie berührt ihn besonders, weil sein Onkel, ein Benediktinerpater, im KZ Stutthof ermordet worden ist. Als Sprecher wirken jetzt Kathrin Deschka, Ullrich Greiner, Claus Crone und Martin Tigges mit.

Für Montag, 27. Januar, plant der Arbeitskreis noch eine Überraschung.

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Von Sven Sokoll

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