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Nachrichten Umleitungen: Firma vergisst Hinweise
Region Wunstorf Nachrichten Umleitungen: Firma vergisst Hinweise
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19:24 23.07.2018
Die Neustädter Straße ist seit Montag für 14 Tage gesperrt. Die Ampel muss trotzdem in Betrieb bleiben. Quelle: Markus Holz
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Wunstorf

Verärgerte Anlieger, Beschwerden bei Polizei und Stadtverwaltung, herumirrende Autofahrer, eine muckende Schranke: Die Sperrung der Neustädter Straße am Montagmorgen hat am ersten Tag nicht zu unerwarteten Verkehrsproblemen geführt. Aber das Beschilderungssystem hat erhebliche Macken. Die Stadt lässt nachbessern.

Die Ampel bleibt in Betrieb

Kreuzung Am Stadtgraben/Hagenburger- und Neustädter Straße: Kritik üben Autofahrer daran, dass die Ampel überhaupt noch in Betrieb ist. Es gibt keinen Querverkehr. Die Autos rollen vom Stadtgraben in die Hagenburger und umgekehrt. Zu regeln ist da eigentlich nichts mehr. „Wenn die Ampel an bleibt, wird es spaßig. Es macht keinen Sinn“, schreibt Florian Meyer auf Facebook. Die Fußgänger und Fahrradfahrer (von der Hagenburger Straße) seien über die für Autos gesperrte Neustädter Straße schneller als über die Sölter-Seite. Ein anderer Leser fordert eine Umleitung für Radfahrer und Fußgänger auf eben diese Nordseite, damit die Ampel abgestellt werden kann.

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„Doch, die Ampel macht Sinn“, sagt Christian Kohser von der Stadtverwaltung. Er hat versucht, die Verkehrsströme rund um die Baustellen Nordstadt und Luthe zu sortieren. „Die Ampel ist Teil eines komplexen Systems; dazu zählen die Kali-Bahn und die Ein- und Ausfahrt Nordbruch am Medicum.“ Eine Neuprogrammierung hätte mehrere Tausend Euro gekostet. „Außerdem brauchen Fußgänger und Radfahrer die Ampel, wenn sie die Hagenburger Straße Richtung Kernstadt überqueren müssen“, sagt Stadtsprecher Alexander Stockum, „Abschalten geht leider nicht.“ Radfahrer und Fußgänger haben an der Neustädter Straße freien Weg.

Schranke sperrt Verkehr am Frachtweg

Nordstadt: Hunderte Auto- und Lkw-Fahrer sind am Montag munter vom Frachtweg auf die Neustädter Straße Richtung Kernstadt gefahren und mussten vor der Sperrung wenden – sofern ihnen das überhaupt möglich war. Der Schwerlastverkehr zwängte sich durch die Gerhart-Hauptmann- und die Eichendorffstraße zurück auf die Neustädter Straße. Autofahrer hatten am Frachtweg (fast) keinen Hinweis auf die Sperrung: Aus Richtung Bahnübergang steht ein weißes Schild mit „FR Wunstorf gesperrt“. Bis der Autofahrer verstanden hat, dass „FR“ Fahrtrichtung bedeuten soll, ist er schon abgebogen. Und aus Richtung Klein Heidorn steht gar kein Hinweis.

„Ich komme aus Neustadt“, sagt eine Autofahrerin vor der Sperre, „und kenne mich nicht aus. Ich habe kein Schild gesehen. Wie komme ich denn jetzt da vorne zum Medicum? Wieder zurück und nochmal über die Bahn?“ Ja, leider nochmal zurück. Die Stadt hat die Misere bei der Kontrollfahrt am Montagmorgen selbst festgestellt und lässt dort massiv nachbessern: Die Neustädter Straße wird am Frachtweg mit einer Schranke halbseitig geschlossen. Die Schranke sperrt die rechte Fahrbahn stadteinwärts. Zusätzlich wird die Strecke als Sackgasse gekennzeichnet. Anliegern bleibt die Durchfahrt möglich.

„Das hat die Firma schlicht vergessen“

Verkehrsleitschilder: Rund um die Baustelle leiten die gelben Schilder Verkehrsteilnehmer unverändert in die Neustädter Straße Richtung Neustadt, auf dem Frachtweg Richtung Wunstorf. „Die Beschilderungsfirma hat schicht vergessen, die Schilder zu ändern“, sagt Stockum. Auch das wird schleunigst nachgebessert, verspricht die Stadt.

Umleitungsstrecken: Verwirrend war am Montag das System der Umleitungen. Als Ausweichstrecke für die Baustelle Klein Heidorner Straße war noch die Neustädter Straße ausgeschildert. Beide U-Strecken kreuzten sich und waren nicht aufeinander abgestimmt. Auch das wird korrigiert, verspricht die Stadt.

Busfahrer stehen vor geschlossener Schranke

Schranken Senator-Meier-Straße am Baggersee: Der Wirtschaftsweg ist die Ausweichstrecke für Busse und Rettungsdienste. Andere Autofahrer haben dort nichts zu suchen und sollen mit einer Schranke an der Durchfahrt gehindert werden. Die Schranke können nur Befugte öffnen – sofern das Gerät mitmacht. Am Montag hatte es Aussetzer. Petra Brügmann schreibt dazu auf Facebook: „Die Busfahrt heute morgen mit der 711 nach Steinhude dauerte elf Minuten länger, die Rückfahrt sogar 15 Minuten. Die Schrankenschaltung funktionierte nicht, der Busfahrer musste fünfmal ein- und aussteigen, um die Schranke zu bedienen. Der gesamte Fahrplan kommt ins Schlingern, weil die nie und nimmer diese Verspätung aufholen können.“ Vertreter von Regiobus haben sich das Gerät gestern angesehen und suchen mit der Stadt nach dem Fehler.

Rüdiger Wloka, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei, hatte am Montag vor allem eines: Verständnis für die Stadt bei dem Versuch, den Verkehr noch sinnvoll zu leiten. „Es sind so viele Wünsche zu berücksichtigen, ich möchte nicht tauschen“, sagt Wloka. Die Beschwerden von Anliegern kamen wegen des Irr-Verkehres überwiegend aus der Nordstadt. Ernsthafte Probleme sieht Wloka auf den Verkehrswegen nicht.

Von Markus Holz