Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Klaus Engelkes Mut hat sich ausgezahlt
Region Wunstorf Nachrichten Klaus Engelkes Mut hat sich ausgezahlt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 17.12.2016
Apolllonia und Klaus Engelke - heute und vor 60 Jahren. Quelle: Sven Sokoll
Anzeige
Wunstorf

Kennengelernt haben die beiden sich im Mai 1956 in Lehrte, wo Apollonia als älteste von sechs Geschwistern als Friseurin arbeitete. "Der Mann war so mutig, dass er mich einfach auf der Straße angesprochen hat", erinnert sie sich. Der Grund ist für ihn noch heute klar: "Sie war ein schönes Mädchen." Schon in der Weihnachtszeit des gleichen Jahres heirateten sie, um eine gemeinsame Wohnung finden zu können. Die Glocken läuteten in der Kirche in Steinbrück, nahe ihres Elternhauses in Groß-Lafferde bei Peine.

Der mutige junge Mann, in Hildesheim geboren, hatte der Familientradition folgend schon mit 14 Jahren bei der Bahn angefangen. Er musste dann aber bald Krieg, Verwundung und Gefangenschaft erleiden, ehe er dort wieder einsteigen konnte. Er blieb bis zur Pensionierung dabei und war im hannoverschen Hauptbahnhof der Mann mit der roten Mütze auf dem Bahnsteig: Er koordinierte den Bahnverkehr.

Anzeige

Durch seinen Beruf konnten die Engelkes 41 Jahre lang in einer Bahnerwohnung in Leinhausen wohnen. Und die Familie mit Sohn und Tochter nutzte seine Freifahrten mit der Bahn ausgiebig. "Wir sind aber auch sehr viel mit dem Rad gefahren", erinnert sich Apollonia Engelke - von Hannover aus auch einmal um den Bodensee. Als ihr Sohn zeitweilig in einer amerikanischen Gastfamilie gelebt hat, haben sie ihn dort aber auch besucht.

In der Heimat haben sie lange mit einer festen Runde Rommé gespielt. In den letzten Jahren hat ein Hund sie in Bewegung gehalten, der nun aber leider eingeschläfert werden musste. Einen neuen wollen sie sich nicht mehr zulegen. In Wunstorf fühlen der 89-Jährige und seine 85 Jahre alte Frau sich wohl, vermissen nach der Schließung des NP-Marktes aber nahe Einkaufsmöglichkeiten in der Oststadt. Denn ganz so mobil wie damals in ihrem Hochzeitsjahr sind die vierfachen Großeltern dann doch nicht mehr.

Apolllonia und Klaus Engelke - heute und vor 60 Jahren. Quelle: Sven Sokoll

Von Sven Sokoll