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Region Wennigsen Nachrichten Kostenlose Kita: Wie viel muss Wennigsen zubuttern?
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00:36 27.04.2018
Der Besuch des Kindergartens wird ab August nichts mehr kosten. Die Familien entlastet das. Doch die Kommunen zahlen drauf.
Der Besuch des Kindergartens wird ab August nichts mehr kosten. Die Familien entlastet das. Doch die Kommunen zahlen drauf. Quelle: Jens Büttner
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Wennigsen

 Was Wennigsen erwartet, wenn der Kindergarten ab August für Kinder ab 3 Jahren nichts mehr kostet, kann Fachbereichsleiterin Barbara Zunker nach wie vor nicht genau sagen. Vieles sei nach wie vor nicht im Detail geklärt, sagte sie am Montag im Ausschuss für Bildung, Kinderbetreuung und Sport. Etwa wie man mit den freien Trägern umgeht oder was mit dem Besuch einer Tagesmutter ist. Sei dieser dann auch kostenfrei? 

„Mit der Tagespflege decken wir einen immensen Teil unserer Kita-Plätze, um den Rechtsanspruch der Eltern auf Kinderbetreuung erfüllen zu können“, sagte Zunker. „Sonst bräuchten wir eine zusätzliche Gruppe.“ Zunker würde die Betreuung durch Tagespflegeeltern in Wennigsen gerne mit denen durch Erzieher in Kitas gleichstellen. Übernimmt das Land diese Kosten nicht, würden hier 25.000 Euro jährlich auf die Gemeinde zukommen, hat die Verwaltung ausgerechnet. 

Acht Stunden Betreuung am Tag sollen künftig kostenlos sein. Bislang war nur das dritte Kindergarten-Jahr gebührenfrei. 109 Millionen Euro hat Niedersachsen in seinem Nachtragshaushalt für 2018 eingeplant, im kommenden Jahr sollen es 270 Millionen sein. Statt wie bisher 20 Prozent der Personalkosten will das Land zunächst 55 Prozent erstatten und in den kommenden Jahren auf 58 Prozent aufstocken.  Dennoch fürchten viele Kommunen – auch Wennigsen – erhebliche Mehrausgaben. Offenbar soll es eine Härtefallregelung geben. Konkeret Aussagen zur Handhabung wurden noch nicht gemacht. „Ob wir hier von einer Pauschale reden oder einer kompletten Erstattung – keine Ahnung“, sagte Zunker. 

Außerdem erschwert das neue Schulgesetz die Planung. Eltern, deren Kinder zwischen Anfang Juli und Ende September sechs Jahre alt werden, können in diesem Jahr erstmals selbst bestimmen, ob sie es von der Einschulung zurückstellen lassen wollen oder nicht. Für sechs Schüler in Wennigsen und Bredenbeck wurde dieser Antrag gestellt. „Für sie müssen wir nun weiterhin einen Kita-Platz vorhalten“, sagt Zunker.

Von Jennifer Krebs