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Region Wennigsen Nachrichten Wennigsen stellt ersten Lärmaktionsplan auf
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13:47 24.04.2019
Die Anwohner der B217 in Holtensen, der Ortsdurchfahrt, sind stark von Lärm betroffen. Der geplante Rückbau auf zwei Fahrstreifen soll den Lärmpegel verringern. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
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Wennigsen

Wennigsen hat seinen ersten Lärmaktionsplan aufgestellt. Die Kommunen sind gesetzlich verpflichtet, solche Pläne zu erstellen, um Anwohner von Bahnstrecken und Hauptverkehrsstraßen vor gesundheitsgefährdendem Lärm zu schützen – „und im Gemeindegebiet Wennigsens gibt es durchaus Lärmprobleme“, sagt Umweltexperte Jürgen Reinecke von der Gemeindeverwaltung und verweist auf die Kartierungsergebnisse. Das Papier listet die stark von Lärm betroffenen Gebiete im Bereich der B217 bei Steinkrug, in Holtensen und bei Evestorf auf.

Rückbau der Holtenser Ortsdurchfahrt

Bei Steinkrug wurde beim Bau der Ortsumgehung im Zuge des Planfeststellungsverfahrens eine notwendige Lärmschutzmaßnahme durchgeführt und eine Lärmschutzwand hingestellt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zum anstehenden Ausbau der Ortsdurchfahrt in Holtensen werden hingegen keine Lärmschutzmaßnahmen als erforderlich angesehen. Im Erläuterungsbericht dazu ist allerdings festgehalten, dass der geplante Rückbau von vier auf zwei Fahrstreifen ohne Verlegung der Achse eine größere Entfernung der Lärmquelle zu den Häusern und damit eine Verringerung des Lärmpegels bewirkt.

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Langfristige Strategien?

Ohnehin kann die Gemeinde an der B217 selbst nichts veranlassen, da es sich um eine Bundesstraße handelt, „die sich nicht in unserer Baulast befindet“, sagt Reinecke. Mit dem Lärmaktionsplan soll aber auf die zuständige Landesverkehrsbehörde eingewirkt werden. Langfristige Strategien könnten immerhin Aufforderungen an den zuständigen Baulastträger sein, lärmoptimierende Maßnahmen bei anstehenden Deckensanierungen und Querschnittsveränderungen mit zu berücksichtigen, sagt Reinecke. Auch Geschwindigkeitsreduzierungen müssten in Zusammenarbeit mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde der Region Hannover erörtert werden.

Auch in Hinblick auf eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs kann die Gemeinde nicht wirklich etwas tun. Auch hier habe die Gemeinde keinen unmittelbaren Einfluss, weil sie der ÖPNV nicht in ihrer Trägerschaft liegt. Aber die Verwaltung kann dazu auffordern, den Lärmschutz im Blick zu behalten.

Förderung des Radverkehrs

Konkrete Maßnahmen, die seitens der Gemeinde durchgeführt werden können, ist die Förderung des Radverkehrs, was mit den Bürgern und dem ADFC schon seit einigen Jahren erfolgreich passiere, sagt reinecke. Am Wennigser S-Bahnhof wurde zum Beispiel eine Fahrradgarage gebaut, in der Pendler ihr Fahrrad sicher abstellen können. Wennigsen wolle eine attraktive Alternative schaffen zum motorisierten Individualverkehr, sagt Reinecke.

Den Lärmaktionsplan für die Gemeinde Wennigsen soll der Rat am 27. Juni beschließen. Vorher werden die Ortsräte aus Bredenbeck, Evestorf und Holtensen sowie der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt noch über das Papier sprechen.

Von Jennifer Krebs