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Region Wennigsen Nachrichten Wennigser Verwaltung braucht vernünftige Personalplanung
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17:29 19.02.2019
Der Gemeindeverwaltung steht in den nächsten Jahren ein Umbruch bevor. Quelle: Christian Elsner
Wennigsen

Die Gemeinde Wennigsen als attraktiver Arbeitgeber? Vor dem Hintergrund, dass in den nächsten zehn Jahren fast 50 Beschäftigte aufhören, weil sie in den Ruhestand gehen, ist jetzt auch im Ausschuss für Soziales, Jugend und Integration „eine zukunftsorientierte Personalplanung“ gefordert worden. Wennigsen stehe im Wettbewerb mit anderen Kommunen und der freien Wirtschaft, sagte Gleichstellungsbeauftragte Hacer Kirli und verwies auf das Personalentwicklungskonzept, das erstellt werden soll. Für die zwei Mitarbeiterinnen, die sich darum kümmern werden, beginnen im März die Schulungen. Erst wenn dieses Grundgerüst stehe, sagte Kirli, könne eine Personalplanung folgen.

Zwölf Stellen nicht besetzt

Ziel ist es, sicherzustellen, dass in Zeiten des Fachkräftemangels und demografischen Wandels auch in Zukunft eine ausreichende Zahl an qualifiziertem Personal für die unterschiedlichen Aufgaben zur Verfügung steht. Ziel ist nicht, Personal einzusparen, sondern Leistungspotenziale zu halten und zu fördern. Die Gemeinde Wennigsen hat momentan 164 Mitarbeiter. Zwölf Stellen sind aktuell nicht besetzt. Innerhalb von drei Monaten hatten sieben Mitarbeiter gekündigt. Warum, konnte auch Kirli auf Nachfrage aus dem Ausschuss nur andeutungsweise beantworten. In erster Linie offenbar, weil sie einen neuen Job näher dran an ihrem Wohnort gefunden haben. Auch die Gleichstellungsbeauftragte erfährt erst hinterher von einer Kündigung. Leider fänden regelmäßige Personalgespräche, auch zur Mitarbeitermotivation in der Verwaltung noch nicht statt. „Die Führungsetage muss dafür geschult werden“, sagte Kirli.

Sozialausschussvorsitzende Ursula Veit (links) und Gleichstellungsbeauftragte Hacer Kirli. Quelle: Jennifer Krebs

Die Mitglieder im Ausschuss zeigten sich ein Stück weit erschüttert über Kirlis Bericht. Man dürfe nicht erst reagieren, wenn die Kündigung von Mitarbeitern schon auf dem Tisch liege, sagte Marianne Kügler (CDU). Michael Meißner (FDP) nannte es ein Organisationsversagen. In einer kleinen Kommune wie Wennigsen müsse das Arbeitsklima einfach stimmen, sagte Gun Wittrien (Grüne). Jonas Farwig (SPD) warf Bürgermeister Christoph Meineke vor, seit 2006, seitdem er im Amt ist, in dieser Hinsicht zu wenig getan zu haben. Der Ausschuss erinnerte daran, dass im Haushalt Geld eingestellt wurde, damit ein Personalentwicklungskonzept für die Verwaltung erarbeitet werden kann – ein Antrag der FDP. Damit ließe sich auch Hilfe von externen Fachkräften holen.

Womit kann Wennigsen punkten?

Gleichstellungsbeauftragte Kirli sieht die Gemeinde durchaus als attraktiven Arbeitgeber. Ab sofort will Wennigsen jedes Jahr ein oder sogar zwei neue Auszubildende einstellen. In den Fachbereichen haben die Lehrlinge jetzt Paten als feste Ansprechpartner. Auch die Betreuung der Praktikanten sei im Haus geregelt. „Auch das ist unser Nachwuchs“, sagte Kirli. Die Gemeindeverwaltung sei familienfreundlich, es gebe flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle und bald vielleicht auch die Möglichkeit zum Homeoffice. Und auch mit guten Weiterbildungsangeboten will die Verwaltung ihre Mitarbeiter an sich binden.

Von Jennifer Krebs

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