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Region Wennigsen Nachrichten Vater kritisiert in Brief an Ministerpräsidenten den Zustand der KGS
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00:18 02.05.2019
Die Eltern klagen, die Region hält das Problem für beseitigt: Wie dreckig ist die KGS Wennigsen denn nun? Quelle: Gerko Naumann (Archiv)
Wennigsen

Besteht noch Infektionsgefahr an der KGS Wennigsen? Die Region Hannover hatte mitgeteilt, dass alle Mängel bei der Reinigung behoben wurden – und widerspricht damit den Elternvertretern, die den hygienischen Zustand der Schule weiterhin kritisieren. Dietmar Gropengießer, dessen Tochter die Sophie-Scholl-Gesamtschule besucht, hat nun einen Brief an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil geschrieben, um auf die „unzumutbaren Zustände“ hinzuweisen.

Seit Jahren kritisiert die Schulleitung der KGS in Wennigsen die Reinigungssituation an der Schule. Weil ganze Trakte tagelang nicht gereinigt wurden, drohte die Leitung schließlich mit der Schließung der KGS. Es folgte ein Besuch des Gesundheitsamts, das die mangelhafte Reinigung bestätigte – allerdings sollen die Mängel laut Region nun behoben sein.

Region: „Sämtliche Mängel wurden zwischenzeitlich abgestellt“

Auch Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Regionsversammlung, hatte sich des Themas angenommen und bei der Region angefragt, ob sich die Situation an der Wennigser KGS bereits verbessert hat. „Sämtliche Mängel wurden zwischenzeitlich abgestellt“, hatte die Region ihm geantwortet. Gegen eine Fortführung des Unterrichts bestünden „aus infektionshygienischer Sicht“ derzeit keine Bedenken. Bei einer unangekündigten Nachbesichtigung im Februar sei die Schule in einem insgesamt guten Reinigungszustand gewesen. „Eine Grundreinigung hat stattgefunden, und die Reinigungsleistung der Firma wurde optimiert“, schreibt die Region und kündigt weitere Nachbesichtigungen an.

Das sehen zahlreiche Eltern, deren Kinder die KGS besuchen, anders. „Unsere Kinder beschweren sich seit Langem bei uns Eltern immer wieder über die unzumutbaren Hygienezustände an der Sophie Scholl Gesamtschule“, schreibt Gropengießer, dessen Tochter derzeit die sechste Klasse der KGS besucht, in seinem Brief an Weil.

Kinder meiden Toilettengang

Bei einem Besuch an der KGS anlässlich eines Elternabends hatte sich der Vater nun selbst ein Bild von dem Zustand an der Schule gemacht – zu einem Zeitpunkt, an dem die Reinigungen angeblich bereits abgeschlossen waren. „In den Toiletten der Kinder befanden sich große Rückstände von Kot, Mädchenbinden und andere Fäkalien“, beschreibt er, was er gesehen hat. Auch auf den Fluren und in den Gängen sei noch Dreck gewesen. „Wenn man als kultivierter, erwachsener Mensch abends, nachdem das Reinigungspersonal schon mit seiner Reinigung fertig ist, die Schule betritt, möchte man sich nicht ohne Handschuhe und alte Schuhe dort bewegen“, sagt Gropengießer.

Aus Erfahrung wisse er, dass viele Kinder nichts in der Schule trinken, damit sie nicht auf Toilette müssen. „Auch wenn sie etwas essen, schauen sie, wo sie das tun, um eine Unterlage zu finden, damit sie sich nicht ekeln. Wenn unsere Tochter aus der Schule kommt, geht sie als erstes schnell zur Toilette, da sie schon seit langer Zeit den Harndrang oder Stuhlgang unterdrückt hat.“ Das habe zur Folge, dass einige Kinder häufig über Bauchschmerzen klagen, berichtet der Vater, der sich diesbezüglich bereits mit einem Urologen unterhalten habe. Dieser habe bestätigt, dass es auf Dauer ungesund ist, den Toilettengang über Stunden zu unterdrücken.

Reinigungssituation hat sich nicht verbessert“

Gropengießer zeigt sich enttäuscht, dass trotz mehrfacher Beschwerden und einem Besuch des Gesundheitsamts letztlich keine Verbesserung zu sehen sei. Nun bittet er Weil in seiner Funktion als Ministerpräsident um Unterstützung. „Bitte weisen Sie die Fachbereiche in ihren Ministerien an, sich dieser Probleme anzunehmen und schnellstmöglich Abhilfe zu schaffen“, schreibt der Vater.

Den Beobachtungen von Gropengießer schließt sich auch die Elternratsvorsitzende Deborah Bullerdiek an. „Die Reinigungssituation hat sich nach der Grundreinigung nicht wesentlich verbessert, da der neue Subunternehmer auch keine bessere Qualität bei der Reinigung erkennen lässt“, sagt sie. Die Toiletten würden nur unzureichend gesäubert, obwohl aufgrund der großen Schülerzahlen und der geringen Anzahl zur Verfügung stehender Toiletten, vom Gesundheitsministerium ein kürzeres Reinigungsintervall vorgesehen war. „Und die Hygienebehälter werden nur alle 14 Tage geleert.“ Sie sei zudem davon enttäuscht, dass den Schülern die Schuld für den Zustand der Räume gegeben werden. „Die Schüler fegen auch ihre Klassenräume, was ihnen die Reinigungsfirma allerdings sehr schwer macht, da sie ständig alle Besen aus den Klassenräumen entfernt und immer wieder irgendwo abstellt, wo sie nicht hingehören“, berichtet Bullerdiek. Zudem sei in jeder Pause eine Klasse dafür zuständig, die Aula zu fegen und auf den Pausenhöfen den Müll einzusammeln.

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Seit Jahren kritisiert die Schulleitung der KGS in Wennigsen die „unzumutbaren Zustände“ an der Schule. Weil ganze Trakte tagelang nicht gereinigt wurden, drohte sie schließlich mit der Schließung der Schule.

Anfang des Jahres hatte das Gesundheitsamt der Region Hannover die Reinigung der KGS kritisiert und festgestellt, dass „grundlegende Hygienestandards nicht beachtet werden“.

Nach dem Besucht hat das Gesundheitsamt der Region dann die Bemühungen der Gemeinde Wennigsen für eine bessere Reinigung der KGS Wennigsen gelobt. Schulleiterin Birgit Schlesinger kann davon nichts erkennen.

Problem besteht nicht nur in Wennigsen. Um die Sauberkeit in den Klassenräumen, Fluren und Toiletten der Schulen in der Region ist es offenbar schlecht bestellt: Fast 80 Prozent werden nur mangelhaft gereinigt.

Eltern niedersächsischer Schüler kritisieren vielerorts den Zustand der Schultoiletten. Das Gefühl täuscht nicht: Das Gesundheitsamt hat die Sauberkeit in den vergangenen drei Jahren überprüft. Ergebnis: Fast 80 Prozent der Toiletten wiesen Hygienemängel auf.

Von Lisa Malecha

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