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Nachrichten Suchtprävention: Siebtklässler erkunden KGS mit Promillebrille
Region Wennigsen Nachrichten Suchtprävention: Siebtklässler erkunden KGS mit Promillebrille
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00:20 16.06.2019
Die Siebtklässlerin Finja (links, 13) balanciert mit der Promillebrille auf einer Bank. Ihre Mitschülerin Kyelo (rechts, 13) hilft bei dem Hindernislauf. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
Wennigsen

In der Sporthalle der Sophie-Scholl-Gesamtschule Wennigsen läuft die 13-jährige Finja lachend und mit wackeligen Beinen durch einen Parcours. Normalerweise ist der sportliche Hindernislauf kein Problem für die 25 Schüler der Klasse 7a, doch heute haben sie eine sogenannte Promillebrille auf. Damit wird das Wahrnehmungsvermögen eines Betrunkenen nachempfunden und der Lauf somit besonders schwierig. „Ich habe nur noch verschwommen gesehen und konnte die Entfernung nicht richtig einschätzen“, sagt Finja nach dem Parcours.

Alkohol, Zigaretten und Handy – alles kann süchtig machen

An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Wennigsen nahm der siebte Jahrgang im Rahmen der Projektwoche an einem Suchtpräventionsprojekt teil. Das dreitägige Angebot wurde zum zweiten Mal von Beratungslehrerin Nadine Döge und Schulsozialarbeiterin Andrea Schröter organisiert und angeboten. Dabei standen die legalen „weichen“ Drogen wie Alkohol und Zigaretten im Mittelpunkt. „Wir besprechen aber auch alle anderen Süchte wie Handy- oder Computersucht“, betont Döge.

Trotz der Promillebrille muss Finja (links) den Ball in die Box werfen. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Ein Höhepunkt des Präventionsangebots war der sogenannte Rauschparcours mit den Promillebrillen. In der Sporthalle wurden drei verschiedene Strecken aufgebaut, und an jedem Parcours wurde eine Brille mit unterschiedlichem Promillewert getragen. Die Brillenträger mussten balancieren, um Kegel laufen, durch ein Hindernis krabbeln, einen kleinen Ball in eine Box werfen und zum Schluss ihren Vornamen aufschreiben. Dabei wurden sie von einem Mitschüler begleitet, der die Auswirkungen der Sucht direkt miterlebte. „Ich habe schon ein wenig Respekt vor der Brille“, sagt die 13-jährige Kyelo vor ihrem Lauf.

„Alkoholisiert war keiner“

Viele Schüler aus der 7a sagten, dass sie noch gar keinen Alkohol konsumiert haben. Einige hätten bisher „nur mal an einem Glas Alkohol genippt“, wie sie selbst betonten. Und in den meisten Fällen habe es den Schülern nicht besonders gut geschmeckt. „Es war einfach nur bitter“, sagt die zwölfjährige Leonie.

Trotz der Promillebrille muss der Vorname in Schönschrift aufgeschrieben werden. Für Sabrina (links) war es nicht so schwer. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Auf dem Schulhof würden aber manchmal Geschichten von angetrunkenen Jugendlichen weitererzählt, sagt eine Schülerin. „Angeblich war ein Freund von mir so betrunken, dass er sich übergeben hat“, sagt eine Siebtklässlerin. Zudem gab ein Schüler aus dem siebten Jahrgang zu, dass er sich mit Freunden getroffen habe, um Bier und Schnaps zu trinken. „Der Alkohol wurde von älteren Freunden besorgt, doch alkoholisiert war keiner“, betont er.

Zahlreiche Freizeitangebote statt Drogen

Außer dem Rauschparcours haben die Schüler das Theaterstück „Alkohol“ vom Weimarer Kulturexpress gesehen und verschiedene Beratungsstellen besucht. Am letzten Tag des Präventionsprojekts, am Freitag, gibt es zahlreiche Angebote unter dem Motto Aktiv ohne Drogen. Dabei können die Schüler unter anderem zwischen Taekwondo, Yoga, Mountainbike, Klettern, Schwimmen, sowie Töpfern, Kochen und Geocoaching wählen. „Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass sie in ihrer Freizeit viele sinnvolle Angebote haben“, betont Schulsozialarbeiterin Schröter.

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Von Ann Kathrin Wucherpfennig

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