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Region Wennigsen Nachrichten Gefährliches Pflaster für Radfahrer: ADFC will die Degerser Straße entschärfen
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16:47 04.11.2019
Nicht gut zu sehen: Statt des Schutzstreifens mit gestrichelter Linie wünscht sich der ADFC entlang der Degerser Straße einen etwas breiteren, rot markierten Radfahrerstreifen. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

Wer in Wennigsen aufs Fahrrad steigt und entlang der Degerser Straße unterwegs ist, muss auf den gut 1,7 Kilometern von der Ortsmitte hoch zur Möllerburg-Kreuzung mit etlichen Gefahren rechnen. Bei einem Ortstermin, zu dem die Wennigser Ortsgruppe des Allgemeinen Deutsche Fahrradclubs (ADFC) eingeladen hatte und an dem auch Vertreter der Gemeinde sowie Mitglieder des Mobilitätsausschusses teilnahmen, fiel die Bilanz sehr bedenklich aus. Im Wesentlichen geht es dem ADFC bei der Degerser Straße um drei Punkte:

Radfahrerstreifen rot markieren

Statt des gestrichelten Schutzstreifens sollte es besser einen Radfahrstreifen geben – etwas breiter und rot markiert. „Diese Linie muss besser auffallen. So wie es jetzt ist, schützt der Streifen nicht“, sagte die Sprecherin des Wennigser ADFC Nicole Ehnert.

Unzählige Male habe sie es schon erlebt, dass Autofahrer ganz dich an ihr vorbeigefahren seien. Dabei müssten sie beim Überholen Seitenabstand von 1,50 Metern zu Radlern einhalten – selbst wenn diese auf einem Radfahrstreifen unterwegs sind. Um zu demonstrieren, wie viel Abstand das ist, hatte sich Ehnert eine blaue Schwimmnudel auf ihren Gepäckträger geklemmt. Das mache sie ab und an, wenn sie mit dem Rad unterwegs ist – „und Sie glauben gar nicht, wie oft ich dann von Autofahrern angehupt werde.“

Gehweg für Radfahrer frei

Der ADFC wünscht sich außerdem, dass der Gehweg zwischen Johannes-Kepler -Straße und Möllerburg-Kreuzung endlich verbreitert wird, damit ihn Radfahrer mitbenutzen können. Ingo Laskowski erinnerte bei dem Ortstermin an den tödlichen Unfall vor fünf Jahren, der ausschlaggebend gewesen sei, um den dortigen Schutzstreifen für Fahrradfahrer entfernen zu lassen. Damals war eine Radfahrerin, die Einkaufstaschen an den Lenkern transportierte, auf dem abgetrennten Bereich der Degerser Straße unterwegs und unter ein größeres Fahrzeug geraten.

Ecke Degerser Straße/Johannes-Kepler-Straße: Der ADFC sucht beim Ortstermin mit Politik und Verwaltung nach Lösungen, wie die Gefahrenpunkte entschärft werden können. Quelle: Jennifer Krebs

Die Unfallkommission entschied damals, dass sich dort etwas ändern muss. Sie empfahl, den Schutzstreifen unkenntlich zu machen. Dadurch ist die Situation nach Ansicht des ADFC jedoch verschlimmert worden. Nun müssen die Radfahrer sich ab der Johannes-Kepler-Straße zwischen den Autos in den Verkehr einfügen, denn nur bis dort verläuft der Schutzstreifen noch.

„Diese Ecke ist wirklich gefährlich“, sagte Laskowski. Nicht nur Radfahrer, die zum Einkaufen wollen, auch viele Schüler und Pendler führen dort auf dem Weg zum Bahnhof entlang. Die Verwaltung hatte vor zwei Jahren bereits Geld in den Haushalt eingestellt, um den Gehweg verbreitern zu lassen. Aufgrund der angespannten Personalsituation im Rathaus ist dies aber bis heute nicht geschehen.

„Wir möchten Sie dringend bitten, das Geld wieder in den Haushalt 2020 aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Maßnahme auch umgesetzt wird“, appellierte Laskowki an die Mitglieder des Mobilitätsausschusses. Momentan wird in den Fraktionen über den Haushalt beraten, der am 12. Dezember vom Rat beschlossen werden soll.

Bordsteine noch besser absenken

Letztes Ziel des Rundgangs mit Kommunalpolitikern und Verwaltung war die vor rund zwei Wochen eröffnete Tankstelle an der Degerser Straße. Der ADFC kritisierte, dass die Absenkungen an den Auffahrten völlig falsch seien – nicht flach genug und außerdem an der falschen Stelle. Wenn Autofahrer die Tankstelle verließen, seien Kollisionen mit Radfahrern programmiert.

Joachim Batke (CDU) demonstriert: Hier besteht Sturzgefahr. Quelle: Jennifer Krebs

Der ADFC hat die verantwortlichen Behörden bereits schriftlich aufgefordert, hier nachzubessern. Vielleicht ließen sich die Tankstellenkunden auch über die Werner-von-Siemens-Straße zurück auf die Degerser Straße führen, um die Situation zu entschärfen, meint der ADFC.

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Von Jennifer Krebs

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