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00:16 14.02.2018
Die Vorstandsmitglieder ehren den Vorsitzenden Reinhard Wiens (Zweiter von rechts) für seine 15-jährige Amtszeit als Vereinschef. Quelle: Ingo Rodriguez
Bredenbeck/Holtensen

 Kräfte bündeln in schweren Zeiten: Die Sportgemeinschaft (SG) Bredenbeck und der Holtenser Sportverein (HSV) wollen schon in wenigen Wochen eine sogenannte Verschmelzung vollziehen. Die SG Bredenbeck will dabei die Rolle des aufnehmendens Vereins übernehmen, der HSV will sich der SG anschließen. Dafür haben die Mitglieder beider Verein am Wochenende in ihren jeweiligen Jahresversammlungen bereits ihr Einverständnis signalisiert. Über die Pläne und den weiteren Ablauf berichteten bei der SG-Sitzung in der Grundschulaula der Vorsitzende Reinhard Wiens und sein Stellvertrteter Gerald Rosenke. Demnach sollen beide Vereine schon in wenigen Wochen getrennt von einander in sogenannten Verschmelzungsversammlung dem Projekt zustimmen. Ziel ist es die Kapazitäten und sportlichen Angebote künftig zu bündeln.

Laut Vorstand der SG Bredenbeck laufen bereits seit einem Dreivierteljahr Gespräche beider Vereine über einen Zusammenschluss. Hintergrund sind demnach die großen Anstrengungen beider Fußballsparten als kleine Dorfvereine gegen die Abwerbungsversuche von übermächtigen und finanziell stärker ausgestattet Großvereinen in der Umgebung anzukommen. „Das Projekt ist zunächst einmal sehr spartenbezogen, weil der Nachbarort Holtensen ja zu etwa 90 Prozent nahezu ein reiner Fußballverein ist und sich dort zur nächsten Saison im Sommer voraussichtlich eine der beiden Herrenmannschaften auflöst“, sagte der Vorsitzende Wiens.

Sein Stellvertreter war es, der den rund 60 anwesenden Vereinsmitgliedern die Vorteile einer Verschmelzung aufzeigte. Demnach ist das Projekt für die SG-Mitglieder mit keinerlei Nachteilen verbunden: „Alle Angebote und SG-Verträge bleiben unverändert.“ Zudem seien viele Jugendliche aus Holtensen als Spieler der SG Bennigsen Bredenbeck bereits SG-Mitglieder, ebenso wie bereits etliche Mitglieder des HSV Angebote in Bredenbeck auf Jahresabrechnung nutzten. Künftig sollen alle SG-Angebote auch den neuen Mitgliedern aus Holtensen zur Verfügung stehen. Besondersd reizvoll: Die Fußballer der verschmolzenen Vereine verfügen künftig über zwei Rasenplätze – einen davon mit Flutlicht – und einen weitere Trainingsplatz. Und: Die neue Sportgemeinschaft mit dem Namen SG Bredenbeck/Holtensen hat künftig eine verpachtete Gaststätte in Holtensen. Randnotizen: „Beide Vereine haben keine Schulden, beide Vorstände sind für die Verschmelzung und in Holtensen gab es bei einem Testvotum nur einen Gegenstimme“, berichtete Rosenke.

Auch in Bredenbeck signalisierte die Versammlung merheitlich Zustimmung – bei zwei Gegenstimmen. Nun soll es auch schnell weiter gehen. Bis zu 15. Mai ist Zeit, um beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) für den verschmolzenen Verein zur nächsten Saison möglichst drei Herrenmannschaften, eine Senioren-, eine Altsenioren- sowie eine Damenmannschaft zu melden. Bei den zuvor notwendigen Verschmelzungsveranstaltungen müssen beide Mitgliederversammlungen sperat jeweils mit einer Dreiviertelmehrheit dem Zusammeschluss zustimmen – notariell beurkundet. Darüber berichtete in der SG-Versammlung ein extra beauftragter Fachanwalt. „Wir wollen nicht warten, bis im Nachbardorf die Lichter ausgehen, sondern beiden Dorfvereinen die Existenz sichern“, sagte Wiens.

Trägerschaft für Waldkindergarten liegt auf Eis

Die vom Vorstand der SG Bredenbeck angestrebte Übernahme einer Trägerschaft für einen in der Nähe von Steinkrug geplanten Waldkindergarten liegt vorerst auf Eis. Die Mitgliederversammlung verweigerte einer dafür notwendigen Satzungsänderung mehrheitlich die Zustimmung – obwohl der Vorstand mit Nachdruck für das Projekt geworben hatte. Demnach sollte in der Satzung der Vereinszweck um einen erforderlichen Passus für die Förderung sozialpädagogischer Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern erweitert werden. Doch die Mitglieder befürchten zu viel zusätzliche Verantwortung, unnötige Zusatzaufgaben und Kosten. Sie wollen vor einer möglichen erneuten Abstimmung besser über Zuständigkeiten und Finanzierung informiert werden.

Dabei gibt es laut SG-Vorstand für die Pläne einer Elterninitiative und der Gemeinde bereits positive Signale des Kultusministeriums und der Naturschutzbehörde, auf einem Gelände der Freiherren Knigge künftig bis zu 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bis zu vier Stunden pro Tag von zwei Mitarbeitern betreuen zu lassen. Ein Bauwagen und das Vereinsheim des SV Steinkrug sollen als Rückzugsmöglichkeit dienen. Und: Ein noch zu gründender Elternverein soll langfristig die Projektbetreuung übernehmen. Die Gemeinde sei für die Finanzierung zuständig, der SG entstünden keine Kosten, versicherte Wiens. Der Sportverein leiste als Träger Starthilfe. Von 56 stimmberechtigten Mitgliedern gaben trotzdem nur 24 grünes Licht für die Satzungsänderung, notwendig ist eine Dreiviertelmehrheit.

Immerhin stimmten die Mitglieder einer Beitragserhöhung um einen Euro pro Person zu. Der stellvertretende Vorsitzende Gerald Rosenke wurde im Amt bestätigt, Rouven Wiens bleibt Kassenwart. Reinhard Wiens wurde für seine bereits 15 Jahre andauernde Amtszeit als Vorsitzender geehrt. Dem SV Bredenbeck gehören insgesamt 922 Mitglieder an.

Von Ingo Rodriguez

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