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Region Wennigsen Nachrichten Ortsbrandmeister spricht Tabuthema an
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12:48 28.01.2018
Ortsbrandmeister Harm Kolberg kämpft für den Erhalt der Ortsfeuerwehr. Quelle: Marcel Sacha
Evestorf

 Normalerweise sind Jahresberichte der Ortsbrandmeister von Zahlen, Daten und Fakten geprägt. Ortsbrandmeister Harm Kolberg hat am Sonnabend darauf allerdings verzichtet. Stattdessen hielt er im Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus vor den anwesenden Mitgliedern eine Grundsatzrede über die Zukunft der Evestorfer Wehr. Häufig werde eine Ortsfeuerwehr als „heilige Kuh“, bezeichnet, die nicht angetastet werden dürfe, sagte er. Dass dieses ungeschriebene Gesetz im Gemeindegebiet eines Tages gebrochen werden könnte, hält Kolberg nach eigenen Worten jedoch für „nicht ausgeschlossen“. Allerdings machte der Ortsbrandmeister deutlich, dass er dafür kämpfen werde, dass dies bis auf Weiteres nicht eintritt.

„Wir wollen keine Abteilung einer anderen Ortsfeuerwehr sein“, sagte er. Über 25 Feuerwehrleute sind derzeit in Evestorf aktiv, hinzu kommen mehr als 80 fördernde Mitglieder. Für Außenstehende möge diese Zahl erst einmal gering und vielleicht auch vernachlässigbar klingen, sagte Kolberg. Allerdings müsse dabei berücksichtigt werden, dass Evestorf nur über rund 300 Einwohner verfüge. Vor diesem Hintergrund könne die Wehr sogar stolz auf die Zahl der Mitglieder und Unterstützer sein. Für den Ortsbrandmeister steht fest: „Wir werden gebraucht.“ Dies hätte unter anderem das Sturmtief Friederike vor gut einer Woche gezeigt. Dreimal rückten die Evestorfer Kameraden aufgrund des Orkans aus.

Gemeindebrandmeister Uwe Bullerdiek (rechts) gratuliert Wolfgang Hellweig (von links), Andreas Henne und Michael Antelmann zur Beförderung. Quelle: Marcel Sacha

Dass es zumindest derzeit keine Überlegungen bezüglich einer Zusammenlegung der Ortsfeuerwehren gebe, bekräftigten die anwesenden der Ratspolitik einhellig. Die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Nimmrich (SPD) wies daraufhin, dass die Feuerwehren neben der Brandbekämpfung und Hilfeleistungen eine weitere Funktion besäßen – und zwar als elementarer Stützpfeiler für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Angelika Schwarzer-Riemer (Grüne), Vorsitzende des Ausschusses für Feuerschutz, schloss langfristig eine Strukturänderung jedoch nicht aus. Vor dem Hintergrund des Schuldenstands und kontinuierlicher Haushaltsdefizite der Gemeinde sagte sie: „Es steht alles auf dem Prüfstand.“ Für die nächsten Jahre schloss Ratsvorsitzender Wilhelm Subke (SPD) eine Auflösung der Evestorfer Wehr ausdrücklich aus. „Der Rat schlachtet keine Kühe“, sagte er.

Peter Fraatz (links) unterstützt die Ortsfeuerwehr seit 40 Jahren. Quelle: Marcel Sacha

Qualität der Wehr steigt

Das Kommando der Ortsfeuerwehr ist nicht nur mit der Mitgliederzahl, sondern auch mit den Fähigkeiten der Einsatzkräfte zufrieden. Nicht ohne Stolz konnte Kolberg gleich drei aktiven Kameraden zur deren Beförderung gratulieren. Mit Wolfgang Hellwig, Michael Antelmann und Andreas Henne haben drei Mitglieder durch Lehrgänge und Fortbildungen ihren Dienstgrad steigern können und dürfen sich ab sofort als Oberfeuerwehrmann bezeichnen.

Auch verdienten Mitgliedern wurde auf der Jahresversammlung eine Ehre zuteil. Peter Fraatz sowie Tim-Dirk Knobloch wurden für ihre 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Axel Emmert erhielt für 25 Jahre Zugehörigkeit ebenfalls eine Urkunde.

Darüber hinaus gab es auch personelle Veränderungen im Kommando sowie der Jugendfeuerwehr. Als neuer Schriftführer wurde Heiko Holzapfel gewählt und tritt somit die Nachfolge von Svenja Gieseler an. Karl-Heinz Passe tritt zukünftig in Doppelfunktion auf. Er wurde sowohl als Gerätewart gewählt als auch als neuer Jugendwart ernannt. In dieser Funktion steht ihm ab sofort Holger Urbanek als Stellvertreter zur Seite.

Von Marcel Sacha

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