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Region Wennigsen Nachrichten Miteinander Wennigsen: Integrationsarbeit hat sich gewandelt
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00:17 19.05.2019
Das Miteinander-Team bespricht seine Sorgen und Wünsche mit Matthias Miersch und Paul Krause. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Ihre Arbeit hat sich in den vergangen Jahren stark gewandelt – nun suchen die Ehrenamtlichen von Miteinander in Wennigsen nach neuen Wegen, wie ihnen die Integrationsarbeit gelingen kann und stoßen dabei immer wieder auf Probleme. Bei der Lösung wollen nun Bundestagsabgeordneter Matthias Miersch (SPD) und Paul Krause von der SPD-Regionsfraktion helfen, die sich die Sorgen der Ehrenamtlichen angehört haben.

Die Erstversorgung ist erledigt, der Schwerpunkt liegt inzwischen auf der Alltagsbegleitung und darauf, die Flüchtlinge mit Deutschen zusammenzubringen, berichten die Mitglieder des Vereins Miteinander in Wennigsen. Die Integrationshelfer der Welcome-Initiative haben den Verein im vergangenen Jahr gegründet. Der Verein will Deutsche und Flüchtlinge zusammenbringen und Verständnis füreinander wecken.

Hilfe für Bedürftige

Ende 2015 haben einige engagierte Bürger in Wennigsen die Freiwilligen-Initiative Welcome gegründet, die mit Veranstaltungen und der Betreuung von Flüchtlingen aktive Ersthilfe im Ort leistet. Und auch wenn mittlerweile deutlich weniger Flüchtlinge in die Gemeinde kommen, ist die Eingliederung von Flüchtlingen mit Bleiberecht in das Ortsleben bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil, die eigentliche Integrationsarbeit beginne jetzt erst, sind sich die Miteinander-Mitglieder einig. Doch der Verein betont, dass er nicht nur für Flüchtlinge da ist. „Unsere Angebote stehen allen bedürftigen Menschen offen – auch Deutschen“, sagt Sabine Debus vom Vorstandsteam.

Die Umwandlung der Initiative in einen Verein hatte noch weitere Vorteile gebracht, berichtet Jürgen Welk von Miteinander. Unter anderem sei es leichter, Fördermittel zu beantragen. . Zum erweiterten Vorstand von „Miteinander“ gehören Maria Mascia, Ulrike Müller, Jürgen Welk, Sabine Debus und Carsten Herpel.

Zahl der Helfer nimmt ab

Was ihre Integrationsarbeit erschwert? Da gebe es Einiges. Unter anderem nehme die Zahl der Helfer und auch der Hilfsorganisationen ab, berichtet Welk. „Wenn dann aktive Helfer ausscheiden, wird es problematisch.“ Zudem sei die Deutsche Bürokratie auch nach drei Jahren Aufenthalt in Deutschland und nach Sprachkursen kaum verständlich. Doch mit der Anerkennung und dem Wechsel zum Jobcenter bestehe keine Unterstützung mehr durch kommunale Sozialarbeiter. „Aber die Jobcenter helfen nur bei Job-Suche“, sagt Welt. Mit Formularen, Arztsuche und vielem mehr würden die Flüchtlinge allein gelassen.

Zudem beklagt Welk, dass die Probleme aber auch die Ideen der Helfer bei den Entscheidern bei Bund und Land zu wenig bekannt sind. „Die vielen Hierarchieebenen verhindern, dass praxisbezogene Probleme berücksichtigt werden“, sagt er und fordert, dass die erfahrenen Integrationslotsen bei den Entscheidungen eingebunden werden. Zudem wünschen sich die Helfer eine Übersicht aller Organisationen und Fördermittelquellen.

Verein sucht Helfer

Der Verein Miteinander in Wennigsen sucht weitere Unterstützer, selbst wenn diese nur wenig Zeit aufwenden wollen. Jeder könne sich in dem Maße einbringen, das für ihn möglich ist, verspricht der Vorstand. Unter anderem können Familien betreut, Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt oder Jugendprojekte entwickelt werden. Die Möglichkeiten, sich einzubringen, seien vielfältig. Informationen über die Vereinsarbeit und Kontaktmöglichkeiten gibt es online auf miteinander-in-wennigsen.de.

Qualität der Sprachkurse soll verbessert werden

Ein großes Problem sei auch die schlechte Qualität vieler Sprachkurse sowie eine fehlende Dolmetscher-Börse, die bei aktuellen Problemen, wie etwa beim Arztbesuch, übersetzen kann – auch telefonisch. Zudem fordern sie mehr Akzeptanz von Unternehmen aber auch eine bessere Integration in das Berufsleben. „In einer normalen Berufsschulklasse gehen die Flüchtlinge unter, weiterführende Sprachkurse sind für sie aber nicht vorgesehen“, sagt Welk.

Nun soll die Region helfen. Unter anderem will die SPD ein Treffen aller Beteiligten aus Organisationen und Politik organisieren, um ein sinnvolles Vorgehen bei der künftigen Betreuung von Flüchtlingen zu planen.

Unter anderem organisieren die Helfer jährlich das Fest der Kulturen in Wennigsen. Quelle: Marcel Sacha (Archiv)

Das bietet Miteinander an

Der Verein Miteinander in Wennigsen setzt auf zahlreiche Angebote: Unter anderem organisieren die Mitglieder jährlich das „Fest der Kulturen“ –Termin in diesem Jahr ist der 7. September – sowie ein Benefizkonzert in der Pinkenburg. Außerdem spielen Menschen aller Nationen und Alterklassen gemeinsam Fußball – mit Unterstützung der Senioren-Mannschaft des TSV Wennigsen.

Von Lisa Malecha

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