Holtensen: Umbau der B217 beginnt frühestens Ende 2022
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Holtensen: Umbau der B217 beginnt frühestens Ende 2022

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17:15 17.11.2021
Gerade wird hier aus anderen Gründen gebaut: Die Ortsdurchfahrt Holtensen soll weitgehend umgestaltet werden.
Gerade wird hier aus anderen Gründen gebaut: Die Ortsdurchfahrt Holtensen soll weitgehend umgestaltet werden. Quelle: Finn Bachmann
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Holtensen

Dieses Thema beschäftigt die Holtenser schon so lange, wie kaum ein anderes: Der Umbau der Bundesstraße 217 steht seit 2008 zur Diskussion. Inzwischen sind die Planungen der für die Straße zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weitgehend abgeschlossen. Nachdem bereits 2019 der sogenannte Planfeststellungsbeschluss durch die Region Hannover genehmigt wurde, befindet sich nun auch die Ausführungsplanung auf der Zielgeraden. Hier fehlt nur noch eine Unterschrift.

Das sei reine Formsache, erklärt Behördenmitarbeiterin Nina Bade. Mit Komplikationen sei zumindest in diesem Planungsschritt nicht mehr zu rechnen. „Der rechtskräftige Beschluss ist vom 1. Februar 2019. Seitdem erarbeitet der Geschäftsbereich Hannover die Ausführungsunterlagen. Diese Phase ist in den Entzügen, nun beginnt die Bauvorbereitung“, sagt Bade.

Straßendecke muss nur einmal geöffnet werden

Wann es nun tatsächlich losgeht, stehe aber noch nicht fest, so Bade. An der Straße stehen neben den verkehrstechnischen Baumaßnahmen auch Kanalarbeiten an. Hier müssen sich Landesbehörde, zuständig für den Straßenbau, und die Gemeinde Wennigsen, die die Kanalarbeiten verantwortet, auf einen gemeinsamen Termin einigen. Beide Maßnahmen sollen im gleichen Zuge umgesetzt werden. So muss die Straßendecke nur einmal geöffnet werden.

Und nicht nur die Terminsuche ist das Problem. Nach Mitteilung des Wennigser Fachbereichs Tiefbau sollten sich die Holtenser nicht zu viel Hoffnung auf einen baldigen Baubeginn machen. Wegen langwieriger Ausschreibungsverfahren rechnet man im Rathaus Wennigsen nicht mit einem kurzfristigen Baustart. Auch bei der Landesbehörde schätzt man, dass die Baumaßnahmen frühestens gegen Ende des kommenden Jahres beginnen. Bis dahin seien noch Vorbereitungen zu treffen. Es gelte, geeignete Baufirmen zu finden, was zurzeit wegen der anhaltenden pandemischen Lage gar nicht so leicht sei. Zudem müsse der Boden auf Schadstoffe untersucht werden, sagt Bade.

In der Ortschaft herrscht Skepsis

Erfolgt der Baubeginn also Ende 2022 oder sogar erst 2023? In Holtensen herrscht angesichts des Zeitplans und mit Blick auf die generelle Umsetzung des Sanierungsprojekts Skepsis. Das zeigte sich am Dienstagabend bei der Sitzung des Ortsrats. Holtensens Ortsbürgermeister Wilhelm Subke äußerte seine Bedenken, dass das Bauvorhaben „verjähren“ könne. Die Frist liege bei fünf Jahren, sagte Subke, ab dann sei der Planfeststellungsbeschluss nicht mehr gültig. Es wäre ein Schreckensszenario aus Sicht der Ortschaft, wenn die politischen Diskussionen um die B217 auf Holtenser Gebiet wieder von vorn starten müssten.

Dass der Bedarf groß ist, steht außer Frage. Einer der größten Kritikpunkte an der aktuellen Straßenführung war die mangelnde Sicherheit von Radfahrern. Die Situation soll durch einen in beide Richtungen befahrbaren Radweg entschärft werden, der auf der Seite des Schnellrestaurants entstehen soll. Gehwege bleiben aber auf beiden Straßenseiten erhalten. Die Anzahl der durchgehenden Fahrspuren soll von vier auf zwei reduziert werden.

B217 ist an dieser Stelle ein Unfallschwerpunkt

Die verringerte Kapazität für den Auto- und Schwerlastverkehr klingt zwar auf den ersten Blick nachteilig – das Gegenteil könnte aber der Fall sein. Was Kommunalpolitiker kritisieren und Anwohner verärgert ist, dass die bisherige Streckenführung unübersichtlich ist: gemeinsame Spuren für Geradeaus- und Abbiegeverkehr, schwer einsehbare Verschwenkungen von Spuren und Sperrstreifen sowie das zu hohe Tempo vor den Ortseinfahrten. All dies führt oft zu Unfällen, im vergangenen Monat krachte es zweimal binnen weniger Tage. Zwei durchgehende, übersichtliche und mit moderatem Tempo befahrbare Spuren könnten also nach der Sanierung einen Unfallschwerpunkt entschärfen.

Von Finn Bachmann