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Region Wedemark Nachrichten So ist die Feuerwehr in der Gemeinde auf Flächenbrände vorbereitet
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16:12 30.07.2019
Kilometerweit sind im Juli 2018 die Rauchwolken über dem Flächenbrand zwischen Brelingen und Schadehop zu sehen. Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)
Wedemark

Wie groß ist die Gefahr für einen Wald- oder Flächenbrand? Die Feuerwehr in der Gemeinde Wedemark schätzt das Risiko tagesaktuell ein. Derzeit gebe es in der Wedemark jedoch keine besondere Gefahrenlage, sagt Gemeindebrandmeister Maik Plischke auf Nachfrage. „Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit von Flächenbränden bei dieser Hitze höher. Aber es ist nichts Besonderes.“ Bereits zweimal mussten Ortsfeuerwehren in den vergangenen Tagen auf Felder ausrücken: Bei Gailhof brannte ein Getreidefeld, bei Meitze fing ein Mähdrescher Feuer. Doch insgesamt seien die Feuerwehren bisher „gut verschont geblieben“, sagt der Gemeindebrandmeister.

Mit dem Thema Waldbrände beschäftigen sich die Einsatzkräfte in der Wedemark schon länger. „Wir sind nicht erst mit der Sommerhitze 2018 aufgewacht“, sagt Jens Kahlmeyer. Er ist der verantwortliche Vegetationsbrandbeauftragte, der mit seinen beiden Kollegen Cord Hanebuth und Carsten Bohlmann seit knapp drei Jahren in der Arbeitsgemeinschaft Vegetationsbrand Einsatztaktiken und Ausrüstung für die einzelnen Ortsfeuerwehren koordiniert.

Bei dem Flächenbrand im Juli 2018 zwischen Brelingen und Wiechendorf sind mehrere Getreidefelder und ein Waldstück in Brand geraten. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Archiv)

Beauftragte unterstützen Einsatzleitung

Mit ihrem Fachwissen, das die drei bei Schulungen und Fortbildungen erlangt haben, unterstützen sie die Einsatzleitung in Brandfällen, erklärt Plischke die Aufgaben der Vegetationsbrandbeauftragten. Anlass für die Einführung solcher Posten seien vorausschauende Planungen gewesen. „Wir gucken immer, was in Zukunft auf uns zukommt.“ Alle Prognosen sprächen dafür, dass es künftig veränderte Wetterbedingungen mit längeren Trockenphasen und Hitze geben werde. Gerade die Wedemark sei von diesen Veränderungen betroffen – in der Kommune gibt es sehr viele Flächen mit Wald, Moor und Acker.

Eine landwirtschaftliche Fläche in der Wedemark brennt im Juli 2018. Quelle: Ursula Kallenbach (Archiv)

Feuerwehr hat spezielle Ausrüstung für Flächenbrände angeschafft

Um im Notfall für Wald- und Flächenbrände gut vorbereitet zu sein, habe die Feuerwehr in den vergangenen zwei Jahren spezielle Ausrüstung angeschafft. „Mehrere Ortsfeuerwehren wie Berkhof und Abbensen haben für ihre Fahrzeuge mit kleineren Tanks auch kleinere Schläuche für solche Einsätze erhalten, vergleichbar zur Ortsfeuerwehr Negenborn mit der speziellen Ausstattung für Mooreinsätze in ihrem neuen Fahrzeug“, sagt Kahlmeyer. Das neue Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser sei unter anderem wegen der Geländegängigkeit für Brände abseits von befestigten Straßen und Wegen geeignet, ergänzt Plischke. Zudem sei die Feuerwehr Wedemark im Besitz kleinerer Fahrzeuge, die über enge Waldwege fahren könnten. „Da sind wir schon gut aufgestellt“, sagt Plischke. Bei Einsätzen abseits von Straßen kämen die Feuerwehrkräfte „schon ziemlich gut weit nach vorn“.

Bei Neuanschaffungen versuchen die Ehrenamtlichen immer darauf zu achten, genügend Fahrzeuge für alle möglichen Einsatzlagen zu haben, denn auch auf der Straße haben die Aktiven zahlreiche Alarmierungen. Zur Ausrüstung für Waldbrände gehörten laut Plischke zudem Löschrucksäcke mit 20-Liter-Wasserbeuteln mit Pumpe und Schlauch für unwegsames Gelände. „Wir bereiten uns also nicht nur vor, wir sind schon in der Umsetzung“, sagt Kahlmeyer.

Maik Plischke (Mitte) ist im Mai erneut zum Gemeindebrandmeister ernannt worden. Bürgermeister Helge Zychlinksi (rechts) und Gemeindekämmerer Joachim Rose (links) überreichen die Ernennungsurkunde. Quelle: Julia Gödde-Polley (Archiv)

Speziell geschulte Einsatzkräfte, die sich tiefergehend mit der Materie beschäftigt haben, gibt es in der Feuerwehr Wedemark nicht nur für Flächenbrände. Plischke listet unter anderem den Gefahrgutbeauftragten, den Atemschutzbeauftragten und den Zuständigen für Funk und Kommunikation auf. Zudem seien die Gemeindebrandmeister jeweils in der Lage, mögliche alte Kampfmittel im Boden zu orten, heißt es von der Verwaltungsspitze im Wedemärker Rathaus.

Waldbesitzer sind für vorbeugenden Brandschutz zuständig

Für den vorbeugenden Brandschutz seien die Forstinhaber – also die Landesforsten und die privaten Waldbesitzer – verantwortlich, sagt Kahlmeyer. Die Kommune sei dann zuständig, wenn es brennt. „Wir müssen also keine Patrouille fahren.“ Die Waldbrandzentrale der Niedersächsischen Landesforsten in Lüneburg überwache zudem die Rauchentwicklung in weiten Teilen Niedersachsens, sagt Wedemarks Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier. Dazu gibt es Plischkes Angaben zufolge den Feuerwehrflugdienst der Landesfeuerwehr. „Dieser wird an Tagen mit hoher Waldbrandgefahr eingesetzt“, erläutert er.

Ein Blick von oben offenbar das Ausmaß des Flächenbrandes im Juli 2018. Bei dem Feuer explodierte vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Quelle: Polizei (Archiv)

Wichtig für den Gemeindebrandmeister ist es zudem, die Bürger für das Thema Flächenbrände zu sensibilisieren, damit diese beispielsweise nicht durch weggeworfene Zigaretten oder heiß gelaufene Autos, die auf einem Feld geparkt wurden, entstehen.

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Von Ursula Kallenbach und Julia Gödde-Polley

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