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Region Wedemark Nachrichten Schneller Kita-Neubau in Negenborn
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16:49 17.10.2018
Für Spiel, Erholung und Veranstaltungen, aber auch zum Üben am Feuerwehrgerätehaus (hinten links) und als Außenanlage für den Jugendtreff darin dient die zentrale Negenborner Bürgerwiese bisher.
Für Spiel, Erholung und Veranstaltungen, aber auch zum Üben am Feuerwehrgerätehaus (hinten links) und als Außenanlage für den Jugendtreff darin dient die zentrale Negenborner Bürgerwiese bisher. Quelle: Ursula Kallenbach
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Negenborn

Auf der zentralen Bürgerwiese in Negenborn soll ein Neubau für eine Krippengruppe mit 15 und eine Kitagruppe mit 25 Plätzen entstehen – in Windeseile, denn das Richtfest soll noch vor Weihnachten gefeiert werden.

Sehr schnell habe man sich auf den Weg gemacht, als im Sommer „ruckizucki 60 Plätze“ in der Planung der Gemeinde Wedemark fehlten. Das räumte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier unumwunden ein, als sie in der Sitzung des Ortsrats für Negenborn, Abbensen und Duden-Rodenbostel am Dienstagabend die neuen Pläne für einen Kindergartenbau in Negenborn vorstellte. Sie entschuldigte sich auch für dieses – wenngleich begründete – Vorgehen der Verwaltung. Denn das Vorhaben auf der zentralen Bürgerwiese stieß bei den Ortspolitikern und den Negenbornern vor allem wegen der Eile auf erhebliche Kritik.

Kommune steht unter Zugzwang

Die Gemeinde steht unter Zugzwang, seit im Sommer sehr plötzlich das Sonnenblumenhof-Projekt platzte. Eine private Investorin hatte am Jürsenende in Negenborn geplant, dort Kita- und Altenpflegeplätze zu schaffen. In schneller Reaktion entschied die Gemeindeverwaltung, im Dorf eine Kita auf Dauer zu errichten. „20 Kinder um ein Jahr brauchen Krippen- und Kitaplätze“, verdeutlichte Schönemeier. Daher wolle die Kommune auch nicht selber bauen; man habe mit dem Krippenbau der Kinderfreunde Wedemark im Haus am Teich in Mellendorf sowie der Kita Wederacker in Mellendorf gute Erfahrungen gemacht.

Die Bürgerwiese zentral in Negenborn ist ein rund 5000 Quadratmeter großes Grundstück der Gemeinde, das bisher vielfachen Nutzungen dient: Das Feuerwehrgerätehaus und darin der kommunale Jugendtreff haben Zugang für Übungen und Aktivitäten, Kindern und Jugendlichen steht ein öffentlicher Spiel- und Fußballplatz zur Verfügung, am Rande zur Straße Bürgerwiese hat das örtliche Kinderrechts-Kunstwerk seinen Platz gefunden. Zudem können die Negenborner auf der Bürgerwiese zahlreiche Vereinsfeste feiern und Veranstaltungen organisieren.

Festplatz auf Bürgerwiese soll bleiben

„Wir halten die Bürgerwiese für sehr geeignet“, hielt Schönemeier fest. „Wir benötigen voraussichtlich unter 2000 Quadratmeter für die Kita. Ihnen bleiben 3000 Quadratmeter“, entgegnete Schönemeier auf die Aufregung und die Bedenken, die der Verwaltung schon vorab entgegen geschlagen waren und erneut in der Sitzung hochkochten. Weitere Gespräche am Mittwoch und Donnerstag über Grundstückszuschnitt und Feinplanungen wurden in der Sitzung in Aussicht gestellt. Die benötigte Fläche würde dem Verein Kinderfreunde Wedemark auf Erbpacht überlassen.

Für den Bauherrn Kinderfreunde Wedemark stellt Geschäftsführer Tim Arndt-Sinner die Planung im Ortsrat vor. Quelle: Ursula Kallenbach

„Realistisch können wir vor Weihnachten Richtfest feiern und zum April eröffnen“, sagte Tim Arndt-Sinner als Bauherr und Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft Kinderfreunde Wedemark und verwies auf die jahrelangen Erfahrungen mit Krippen- und Kitabau in Mellendorf. „Wir versuchen alles Menschenmögliche.“ Auf einer Grundfläche von 392 Quadratmetern solle in Negenborn der eingeschossige Bau in Holzbauweise Gruppenräume und einen Bewegungsraum umfassen und ein „großzügiges Außenangebot“ bereitstellen. „Wir wollen den Negenbornern nichts wegnehmen, sondern etwas für sie tun“, betonte er, zumal er selbst nur für den Gebäudebau und Betrieb und nicht für das Grundstück stehe.

Pläne stoßen auch auf Kritik

„Krippe und Kita sind ein Segen für das Dorf, damit die Bewohner im Dorf bleiben“, betonte Ortsbürgermeister Peter Reuter. Die Einrichtung, auch das wurde deutlich, wird über die zentrale Vergabe der kommunalen Kita-Plätze Eltern und Kindern aus dem gesamten Schulbezirk Brelingen offenstehen.

In der Ortsratssitzung hat die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier (hinten Mitte) für die Verwaltung trotz erfreulicher Ankündigung nicht nur einen leichten Stand. Quelle: Ursula Kallenbach

Die Bürgerwiese werde angeknabbert und später weiteren Begehrlichkeiten anheim fallen, wurde in der Ortsratssitzung laut. Alternativen an Flächen und Gebäuden hätten genauer abgeprüft werden müssen, forderten Negenborner Ortsratsmitglieder und Besucher. Feuerwehrchef Georg Kohne brachte einen Umbau des anliegenden Feuerwehrgerätehauses zur Kita ins Spiel, andere wollten wissen, warum nicht der privat gescheiterte Hofausbau am Jürsenende von der Gemeinde weiter verfolgt werde. Auch eine von einem Negenborner offerierte Wiese als Baugrundstück stand auf der Liste. Dagegen sprachen nach Auskunft der Verwaltung jeweils unterschiedliche Gründe – in jedem Fall aber eine absehbar erhebliche Dauer notwendiger Verfahren und längere Bauzeiten.

Die Kinderfreunde Wedemark wollen nun alle Negenborner Einwohner in die Namensgebung für die neue Kita einbinden. Vorschläge können per E-Mail an info@kinderfreunde-wedemark.de geschickt werden oder per Post an Kinderfreunde Wedemark, Allerhop 21-23, 30900 Wedemark.

Von Ursula Kallenbach