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Nachrichten Lohnende Investition: So oft hat der neue Blitzer bereits ausgelöst
Region Wedemark Nachrichten Lohnende Investition: So oft hat der neue Blitzer bereits ausgelöst
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18:12 15.08.2019
Der Blitzeranhänger – hier in Mellendorf – dokumentiert Geschwindigkeitsverstöße. Die Gemeinde Wedemark versetzt das Gerät regelmäßig. Quelle: Julia Gödde-Polley
Wedemark

Seit Mitte Januar ist die Gemeinde Wedemark stolze Besitzerin eines eigenen Blitzeranhängers. Die Kommune ist mit der gut 142.000 Euro teuren Technik Vorreiter in der Region Hannover außerhalb der Landeshauptstadt.

Und die Investition hat sich in vielfacher Hinsicht ausgezahlt. Es ist deutlich ruhiger auf den stark frequentierten Straßen geworden, bestätigt auch Ewald Nagel von der Rathausverwaltung. Und mehr noch: Seit Inbetriebnahme des Blitzeranhängers ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit schwerwiegenden Folgen zurückgegangen, sagt Peter Trinks, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Polizei Wedemark. Konkrete Zahlen würden allerdings noch nicht vorliegen.

Investition zahlt sich für Gemeinde aus

Mit Zahlen und Fakten kann jedoch das Rathaus aufwarten: Seit Mitte Januar spülte die Technik bisher gut 100.000 Euro in die kommunale Kasse, sagt Nagel. Die andere Hälfte der Geldstrafen für die ertappten Raser geht so wie mit der Region Hannover vereinbart an die dortige Bußgeldstelle. Bis zum Stichtag 31. Juli blitzte das Gerät 14.987 Temposünder. „Bisher wurde es in Berkhof, Hellendorf, Elze, Mellendorf und Bissendorf-Wietze aufgestellt“, listet er auf. Trauriger Spitzenreiter sei ein Raser in einer Tempo-50-Zone mit 121 Stundenkilometern gewesen. In einer 30er-Zone wurde ein anderer Fahrer mit 106 Stundenkilometern gemessen.

Blitzer senkt spürbar das Tempo der Fahrzeuge

Allerdings: Die mittlere Geschwindigkeit bei den Messungen beträgt tagsüber nunmehr zwischen 45 und 48 Stundenkilometer. „Der erhoffte verkehrsberuhigende Effekt ist also wirklich bemerkbar“, bestätigt Nagel damit auch Beobachtungen von Anliegern der Straßen. „Selbst nachdem der Anhänger an einen anderen Ort verlagert wurde, fahren die Autos am Ursprungsort noch lange merklich langsamer.“ In Berkhof und Hellendorf seien Gemeindemitarbeiter beim Auf- oder Abbau des Blitzeranhängers gar von Anwohnern gefragt worden, ob genau aus diesem Grund das Gerät dort nicht dauerhaft stehen bleiben könnte, berichtet der Rathaussprecher.

Randalierer lassen sich an Anhänger aus

Zwar ist der Blitzeranhänger dank seiner Panzerung weitgehend vor Vandalismus geschützt. Doch einige Beschädigungen haben die Verantwortlichen der Gemeinde verzeichnen müssen. Unter anderem sei die Scheibe, hinter der sich die Mess- und Kameraeinheit befindet, von Unbekannten mit einer Dämmmatte, schwarzen Tüten oder Aufklebern blockiert worden, berichtet Nagel. Zudem sei der Anhänger selbst mit blauer Farbe beschmiert worden. Doch alle Beeinträchtigungen waren nur von kurzer Dauer und konnten rasch behoben werden.

Investition in Blitzeranhänger hat sich gelohnt

„Die hohe Investition in den Anhänger und damit in die Verkehrssicherheit hat sich für uns bereits gelohnt“, konstatiert Bürgermeister Helge Zychlinski. „Hoffentlich sinkt die Zahl der Verstöße immer weiter, damit sich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft sicher in unserer Gemeinde bewegen können.“ Seit vielen Jahren werde die Verkehrssituation an den Ortsdurchfahrten, in der Bevölkerung und den Ortsräten öffentlich diskutiert. Insbesondere überhöhte Geschwindigkeit und die Verkehrsdichte mit damit verbundener Beeinträchtigung der Sicherheit seien stets wesentlicher Teil der Debatten gewesen. Nun sei aber angesichts der Dauerbaustelle auf der Autobahn 7 zwischen Schwarmstedt und dem Kreuz Hannover-Nord sowie dem sich daraus ergebenden Umleitungsverkehr die Schmerzgrenze überschritten gewesen. Die Gemeinde habe auch wegen der vielen Vollsperrungen auf der A 7 handeln müssen.

Die Wedemark hat als erste Kommune in der Region einen eigenen Blitzeranhänger angeschafft. Das Gerät macht auch nachts scharfe Fotos von Temposündern. Quelle: Sven Warnecke (Archiv)

Blitzer liefert auch nachts verlässlich scharfe Fotos

Der Verwaltungschef hatte bereits im vergangenen Jahr mit Beginn der Bauarbeiten auf der A 7 eine verstärkte Verkehrsüberwachung angekündigt, um Unfälle zu vermeiden und Folgen für die Opfer zu minimieren. Zudem sollte ein partnerschaftliches und rücksichtsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmer geschaffen werden, lautete Zychlinskis Wunsch. Seiner Meinung nach sei das auch erreicht worden, denn im Regelfall würden die Fahrzeuge langsamer auf den Straßen der Wedemark unterwegs sein – auch nachts, wenn speziell auf den Umleitungsstrecken Tempo 30 gilt und gemessen werde. Denn dank der Computertechnik sei der Blitzeranhänger im 24-Stunden-Betrieb jederzeit scharf gestellt, sagt Nagel und warnt damit all jene Verkehrsteilnehmer, die meinen, im Schutz der Dunkelheit beim zu schnellen Fahren vermeintlich sicher zu sein.

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Von Sven Warnecke

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