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Nachrichten Kaufleute sagen Bissendorfer Sonntag ab
Region Wedemark Nachrichten Kaufleute sagen Bissendorfer Sonntag ab
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17:49 01.08.2019
Der Bissendorfer Sonntag war 2018 geprägt von großem Angebot und Regenwetter. Quelle: Stephan Hartung (Archiv)
Bissendorf

In diesem Jahr gibt es keinen Bissendorfer Sonntag. „Der fällt aus“, sagt Katharina Sauer, zweite Vorsitzende der Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute (IBK) auf Nachfrage. „So leid uns das tut.“ Der Grund: Die IBK stecke mitten in einem internen Umstrukturierungsprozess und organisiere deshalb keine öffentlichen Veranstaltungen mehr. „Auch das traditionelle Tannenbaum-Erleuchten Ende November auf dem Amtshof fällt aus“, sagt Sauer.

Beim Bissendorfer Sonntag konnten Kunden jedes Jahr Ende September durch die geöffneten Geschäfte in dem Ort bummeln. Zudem gab es zusätzliche Aktionen von Vereinen und anderen Organisationen auf Straßen und Plätzen. Einige Straßen im Ortskern wurden während der Veranstaltung für den Verkehr gesperrt. Das alles gibt es in diesem Jahr nicht. Der IBK fehlten schlicht Leute, die sich kümmern, berichtet Sauer. Eine solche Veranstaltung – es wäre der mittlerweile 27. Bissendorfer Sonntag – sei jedoch mit viel Arbeit verbunden. „Solange wir nicht wissen, wie es intern weitergeht, müssen wir auch nicht nach außen arbeiten.“

Werbung für den Bissendorfer Sonntag aus vergangenen Jahren. Quelle: Roman Rose (Archiv)

Kaufleute versuchen Vorstand neu aufzubauen

Der Vorsitzende Karsten Hölscher hatte in der Jahresversammlung der IBK im März sein Amt nach einem Jahr zur Verfügung gestellt – aus persönlichen Gründen. Auch die dritte Vorsitzende Susanne Kissing-Dembski führt das Amt derzeit – genauso wie Hölscher – nur noch kommissarisch weiter. Derzeit versuchen die Kaufleute, den Vorstand neu aufzubauen. Unter diesen Umständen sei die Organisation des Bissendorfer Sonntags „einfach nicht leistbar“, sagt Sauer. Die Entscheidung, die Veranstaltung abzusagen, sei bei dem Stammtisch vor den Sommerferien gefallen – „schweren Herzens“. Die zweite Vorsitzende betont: „Das hat nichts mit der Veranstaltung zu tun.“ Sie sei immer gut besucht gewesen. Im vergangenen Jahr lockten 111 Stände auf der Scherenbosteler Straße, Am Markt, auf der Burgwedeler Straße sowie in den Nebenstraßen die Besucher an – trotz Regen.

Die Mai-Feier ist in diesem Jahr ausgefallen, weil es nach Auskunft der IBK derzeit keinen Maibaum gibt. Quelle: privat (Archiv)

Aktuell zählt die IBK, die im Juni 1985 gegründet wurde, circa 90 Mitglieder. Diese wollen sich erst mal nur auf sich konzentrieren und schauen, wie die Arbeit künftig verteilt werden kann. Den verkaufsoffenen Sonntag im April, der für viele der „kleine Bruder“ des Bissendorfer Sonntags ist, haben die Gewerbetreibenden in diesem Jahr noch auf die Beine gestellt. Zahlreiche Besucher flanierten durch die 15 geöffneten Geschäfte. Doch schon die Maifeier war ausgefallen. Das habe jedoch daran gelegen, dass es derzeit keinen Maibaum gebe, erklärt Sauer.

Ortsbürgermeisterin bedauert Absage

Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann (CDU) findet es schade, dass der Bissendorfer Sonntag ausfällt. „Das ist ja wirklich eine lange Tradition gewesen.“ Doch Brakelmann ist optimistisch, dass es in Zukunft wieder Veranstaltungen geben wird. Es werden sich Menschen finden, die etwas tun wollen. „Es öffnen sich immer neue Türen“, sagt sie.

„Das Interesse an der IBK ist da“

Und wie sieht es im kommenden Jahr mit Veranstaltungen aus? „Wenn wir die Herausforderungen in den Griff bekommen, dann wird es den Bissendorfer Sonntag wieder geben“, sagt Sauer. Sie hofft, dass es ein einmaliger Ausfall ist und „wir 2020 wieder mit allen Veranstaltungen durchstarten können“. Die Stammtische der IBK seien gut besucht. Dort tauschen die Teilnehmer Sauers Angaben zufolge Ideen aus und entwickeln gemeinsam neue Konzepte. „Das Interesse an der IBK ist da.“

Kommentar: Die Absage ist eine Chance für die IBK

Nach 27 Jahren eine Traditionsveranstaltung abzusagen – das ist schon etwas. Doch die Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute (IBK) hat mit viel Mut, vor allem aber völlig zu Recht die Reißleine gezogen. Es ist zugleich die Chance, sich und den Bissendorfer Sonntag neu zu erfinden.

Die Probleme innerhalb der IBK sind nicht neu, und sie hat sie nicht exklusiv: Auch andere Kaufmannschaften – zum Beispiel in Großburgwedel – hatten in der Vergangenheit Schwierigkeiten, Vorstände zu besetzen und Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Sie haben sich mit anderen Formaten und neuen Ideen leidlich aus der Krise gekämpft. Ein Weg, den auch die Kaufleute in Bissendorf gehen können.

Die IBK muss das restliche Jahr ohne Veranstaltungen nun nutzen, um sich mit ortsansässigen Vereinen und Verbänden zu vernetzen und vielleicht auch neue Partner für künftige Events zu gewinnen. Zudem wäre ein Blick über die Ortsgrenze hinaus ratsam: Wie sind andere Werbegemeinschaften mit den Problemen zurechtgekommen?

Weiter so geht es jedenfalls nicht – das hat die IBK glücklicherweise rechtzeitig realisiert. Denn auch für den Bissendorfer Sonntag gilt: Qualität ist besser als Quantität. Nur dann hat die Traditionsveranstaltung wieder eine Zukunft.

Von Julia Gödde-Polley

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