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Nachrichten Gerichtsprozess: Wenn die Liebe in Hass und Gewalt endet
Region Wedemark Nachrichten Gerichtsprozess: Wenn die Liebe in Hass und Gewalt endet
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15:03 19.06.2019
Obwohl ein Mann seine Ex-Partnerin und deren Tochter bei einer Attacke verletzt hat, ist er vor Gericht noch mit einem sprichwörtlichen blauen Auge davongekommen. Quelle: Sven Warnecke
Wedemark/Burgwedel

Als letzte Warnung will Burgwedels Amtsrichter Michael Siebrecht das Urteil gegen einen Wedemärker verstanden wissen. Der bereits wegen Trunkenheit im Straßenverkehr sowie gefährlicher Körperverletzung vorbestrafte und heute 47 Jahre alte Mann aus Elze hatte am 26. September letzten Jahres die Hand nicht nur gegen seine ehemalige Lebensgefährtin erhoben, sondern auch gegen deren 17 Jahre alte Tochter. Dabei wurden beide Frauen „nicht unerheblich“ verletzt, wie Siebrecht aus dem medizinischen Bulletin in der Verhandlung vortrug.

Nun folgte die juristische Aufarbeitung im Amtsgericht. Siebrecht verurteilte den Mann wegen einfacher Körperverletzung zu sechs Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt worden ist. Der Verteidiger des Wedemärkers konnte den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung auch dank eines Vergleichs vor Gericht – einhergehend mit dem Geständnis des Angeklagten – entkräften. Neben der auf drei Jahren ausgesetzten Bewährung muss der Mann 100 Stunden Sozialarbeit leisten und den beiden verletzten Frauen jeweils 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Dabei wertete der Amtsrichter durchaus auch die gute Sozialprognose des Angeklagten. Denn der hat nach geraumer Zeit der Arbeitslosigkeit nun wieder einen Job als Bodenverleger gefunden.

Gute Sozialprognose des Angeklagten zählt

Doch die Strafe hat Siebrecht mit einigen Auflagen versehen. So darf sich der Wedemärker künftig nicht mehr den Frauen nähern oder sie gar anrufen. Doch aufgrund der räumlichen Nähe, der Angeklagte und seine ehemalige Lebensgefährtin wohnen in einem Mehrfamilienhaus Tür an Tür, könnte das schwer fallen. Der 47-Jährige hat aber den aktiven Kontakt jedweder Art zu unterlassen. Ein „Hallo“ zur Begrüßung sei aber durchaus statthaft, urteilte der Richter. Doch der Angeklagte muss dem Gericht auch nachweisen, dass er trotz schmalen Lohns die 1000 Euro an Mutter und Tochter innerhalb von zwei Monaten zahlt. Sollten diese Auflagen nicht erfüllt werden, droht das Gefängnis, stellte Siebrecht unmissverständlich für den aus Moldawien stammenden Manns auch mit Hilfe eines vereidigten Dolmetschers klar.

„Sie haben die Trennung nicht verwunden“, betonte Siebrecht in seiner Urteilsbegründung. „Und Sie haben sich richtig, richtig danebenbenommen.“ Der Amtsrichter führte dem Angeklagten auch eindrücklich vor Augen, dass die von ihm verübten Straftaten – also Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Bedrohung – erst kurz nach Auslaufen einer vorangegangenen Bewährungsstrafe erfolgten. Mit diesem Urteil habe er nun regelrecht Glück, sagte der Richter. Aber sein Geständnis habe erst die Basis für eine Bewährung geschaffen. Siebrecht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Im Urlaub sind zunächst die Fetzen geflogen

Was war passiert? Bereits während eines gemeinsamen Urlaubs in der Türkei soll der Lebensgefährte aggressiv und handgreiflich geworden sein, berichtete die 35 Jahre alte Frau, die auch als Nebenklägerin auftrat, vor Gericht. Kurze Zeit danach habe sie sich dann im Juli letzten Jahres von dem Mann getrennt. Doch dass passte dem 47-Jährigen offenbar gar nicht. Er stellte der Frau nach – versuchte sie permanent telefonisch zu erreichen. An dem schicksalsträchtigen 26. September stellte er die gerade von ihrer Arbeit als Haushaltshilfe kommende Ex-Partnerin am Auto zur Rede – und schlug zu und würgte sie. Zudem demolierte er ihr Auto.

Aufgrund der Hilferufe kam die 17-jährige Tochter dem Opfer zu Hilfe. „Mir wirst du ja wohl nichts tun“, gab die Jugendliche vor Gericht zu Protokoll. Doch weit gefehlt. Der damalige Lebensgefährte packte zu und riss dem Mädchen einen größeren Büschel Haare vom Kopf. Zudem beschimpfte er Mutter und Tochter mit entsprechenden verbalen Entgleisungen wie „Prostituierte“ – die nun von der Justiz geahndet worden sind.

Von Sven Warnecke

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