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Region Wedemark Nachrichten Gartenschau Offene Pforte eröffnet Saison im Therapiegarten
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09:59 07.04.2019
Der Verein Grüne Stunde in Mellendorf zeigt seinen Therapiegarten und Hobbygärtner verkaufen auf dem Gelände Pflanzen.
Der Verein Grüne Stunde in Mellendorf zeigt seinen Therapiegarten und Hobbygärtner verkaufen auf dem Gelände Pflanzen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Mellendorf

Die Gartensaison hat begonnen: Zum Auftakt der regionsweiten Offenen Pforte öffnete der Mellendorfer Verein Grüne Stunde am Sonnabend seinen Therapiegarten für Besucher – und etliche Besucher holten sich Anregungen, Tipps und Ratschläge für ihre eigene Gartengestaltung. Erstmals boten acht Hobbygärtner auf einem Pflanzenflohmarkt ihre Stauden und Gehölze an.

Einen Ratschlag suchten beispielsweise Dorette Könecke und Matthias Halberstadt aus Bissendorf. Beide wollten von Hobbygärtnerin Astrid Esterr wissen, ob sie eine Jostabeere oder eine Johannisbeere pflanzen sollten. „Die Jostabeere, ist eine Mischung aus Johannis- und Stachelbeere, und hat keine Stacheln“, nannte die leidenschaftliche Hobbygärtnerin mit eigenem Schrebergarten in Hannover, die Vorteile. „Das klingt überzeugend“, sagte der Bissendorfer und am Ende entschied sich das Paar für beide Beerensorten. Esterr hat sich auf Pflanzen für Bienen spezialisiert. „Etwa das gelb blühende Brandkraut lockt die Bienen an“, erzählte die 60-Jährige.

Gleich nebenan bot Hobbygärtner Norbert Schlumbohn indes die Hostapflanzen, die Hummeln mögen an. Der Spezialist verkaufte Ute Lindemann eine Süßdolde. Die Frau aus Bennemühlen kannte sich aus. „Die Pflanze nennt sich auch Lakritzkraut“, sagte sie.

Besucher lassen sich beraten

Sogenannte Duftpelargonien aus seinem Garten offerierte Benjamin Knispel. Der 36-jährige Elzer ließ Sabine Lechner riechen. „Die duften nach Minze und Orangen“, sagte die Besucherin aus Resse erstaunt. „Was es nicht alles gibt.“ – und sie erwarb gleich drei davon. Heide Winterfeldt, die ehrenamtlich im Therapiegarten mitarbeitet, grub für Besucherin Ursula Meyer aus Elze eine Wiesenmargarite aus. „Die blüht weiß“, erklärte Winterfeldt.

Therapiegarten ist barrierefrei angelegt

Der Therapiegarten ist auf einem 900 Quadratmeter großen Areal als barrierefreier Garten angelegt. Früher diente die Fläche Familie Gudehus als Bauerngarten. Nun darf der Verein den Boden bewirtschaften. Breite Wege, Hochbeete in verschiedenen Höhen und heimische Stauden sowie Kräuterpflanzen laden die Gartenfreunde zum Stöbern ein.

Seit fünf Jahren bietet der Verein Grüne Stunde mit bis zu zehn ehrenamtlichen Helfern vor allem an Demenz erkrankte Menschen an, gartentherapeutisch zu arbeiten. „Heimische und insbesondere bekannte Pflanzen dienen der Erinnerungsarbeit“, sagt Vereinschefin Corinna Cieslik-Bischof. Der Verein gärtnere mit Natur ohne Gifte und Torf. Die Mischung aus einjährigen Sommerblumen, Stauden, Kräuter und Gemüse mache den Garten nie langweilig.

Fachleute suchen spezielle Pflanzen

Cieslik-Bischof war bei der Offenen Pforte über einige Fachleute erstaunt, die spezielle Pflanzen suchten. Ein Mann wollte unbedingt einige Ritterspornpflanzen erwerben, „aber keiner hatte sie“, berichtete die Vereinsvorsitzende.

Info: Der Therapiegarten am Grabenweg 6 in Mellendorf öffnet jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat von 14 bis 16.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen für Besucher. Zusätzliche Termine können auch unter Telefon (0173) 6063708 vereinbart werden.

Von Katerina Jarolim-Vormeier