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Region Wedemark Nachrichten Volle Züge: Bahn hat keine Lösung parat
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16:06 22.07.2019
Die S4 fährt werktags halbstündlich von Bennemühlen nach Hannover. Quelle: Holger Hollemann/dpa (Archiv)
Wedemark/Langenhagen

Belegte Sitzplätze und volle Gänge sind für viele Pendler aus der Wedemark ein fast tägliches Geschäft – zumindest zu den Hauptreisezeiten. Besonders in den Morgenstunden und nach Feierabend sind die S-Bahnen von und nach Bennemühlen extrem voll. Die Deutsche Bahn weiß um das Platzproblem. Eine andere Taktung der Züge oder längere Bahnen sind nach Auskunft von Sprecher Egbert Meyer-Lovis jedoch aus mehreren Gründen nicht möglich.

Die S-Bahn-Linie 4 fährt montags bis freitags im Halbstundentakt von Bennemühlen zum Hauptbahnhof nach Hannover. Jede Stunde fährt der Zug zudem weiter über Sarstedt nach Hildesheim (Hauptbahnhof). Zusätzlich können Pendler von und nach Mellendorf in den Erixx steigen, um zur Arbeit zu kommen. In dieser Woche könnte es – auch wenn Sommerferien sind – noch enger in den Zügen werden: Wegen der Bauarbeiten im Hauptbahnhof von Hannover gibt es von Dienstag, 23. Juli, bis Sonntag, 28. Juli, Änderungen im Fahrplan. Die S4 fährt dann nur stündlich von Bennemühlen nach Hannover. Im Abschnitt zwischen Hannover und Hildesheim fällt die Linie in dieser Zeit komplett aus.

Auf der Strecke der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof Hannover sei an der Haltestelle Langenhagen-Kaltenweide die Fahrgastnachfrage enorm angestiegen, berichtet Meyer-Lovis. Als Grund nennt er das dort entstandene Neubaugebiet Weiherfeld. „Die Stationen Mellendorf und Bissendorf werden etwas weniger stark frequentiert, halten sich dabei aber ungefähr die Waage“, schreibt der Bahnsprecher auf Anfrage.

Zwei Züge sind morgens besonders voll

Die Hauptreisezeit der Pendler konzentriere sich – nicht nur in der Wedemark – am Morgen auf weniger Züge als am Nachmittag und frühen Abend. Laut Fahrgastzahlen der Bahn sind die Züge an Arbeitstagen morgens aus der Wedemark, die um 7.17 und 7.47 Uhr im Hauptbahnhof Hannover ankommen, „auf einigen Abschnitten mit bis zu 450 Reisenden besetzt“, schreibt Meyer-Lovis. „Das heißt: Alle Sitzplätze sind genutzt, und Fahrgäste stehen auch.“ Nachmittags verteile sich die Rückreise auf mehrere Züge, wodurch „bei maximaler Besetzung der Züge noch Sitzplätze frei“ seien.

Die Züge der S4 bestehen Meyer-Lovis Angaben zufolge in der Regel aus zwei Triebwagen und bieten circa 350 Sitzplätze. Die Bahn könne derzeit keine längeren Züge einsetzen, weil die Bahnsteige im Süden der Strecke zwischen Hannover und Hildesheim „nur für zwei Triebwagen ausreichen“, erklärt Meyer-Lovis auf Nachfrage.

Fahrzeuge und Bahnsteig-Kapazitäten fehlen

Eine engere Taktung der S4 „ist aus verschiedenen Gründen leider auch nicht möglich“, sagt Meyer-Lovis. Damit die Züge öfter in der Stunde auf der Strecke zwischen Bennemühlen und Hannover Hauptbahnhof fahren könnten als bisher, „fehlt es nicht nur an den nötigen Fahrzeugen“. Vor allem fehlten freie Kapazitäten im Fahrplan und der Infrastruktur. So sei die Strecke nördlich von Bissendorf nur eingleisig, und „es fehlt an vorhandenen freien Bahnsteig-Kapazitäten in Hannover Hbf“, begründet der Bahnsprecher.

Das heutige Fahrplankonzept zwischen Hannover, Langenhagen und Bennemühlen „ist ausgereizt“. Denn dabei müssten auch die S5, die zum Flughafen Hannover fährt, und der Erixx berücksichtigt werden, berichtet der Bahnsprecher.

Bürgermeister will Kontakt zu künftigem Betreiber aufnehmen

Die Gemeinde Wedemark hat das Thema S-Bahnen „aktuell nicht auf dem Schirm“, wie Sprecher Ewald Nagel sagt. „Allgemein finden wir es klasse, dass die Leute mit der S-Bahn und dem Erixx fahren.“ Unterm Strich seien die Bahnen ein „deutlich komfortables Verkehrsmittel“, sagt Nagel. Bürgermeister Helge Zychlinski werde während seiner Sommerreise Kontakt zum künftigen Betreiber der S-Bahn Hannover – der Nordwestbahn – aufnehmen und deren Pläne erfragen.

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