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Region Wedemark Nachrichten Vier Dörfer reinigen Straßen und Waldstücke
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14:55 24.03.2019
Zwischen Brelingen und Wiechendorf in Richtung Schadehop wissen die Helfer Tim Hemme (von links), Tom Matthus und Tobias Hofbauer schon vorher, welche Waldwege sie aufsuchen müssen: Es sind beliebte Kurzzeitrastplätze von Autofahrern, die ihre Essensreste und Verpackungen dort in den Wald werfen. Quelle: Ursula Kallenbach
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Wedemark

Innerorts ist fast alles schön – darin waren sich die Helfer bei den Dorfreinigungen in Brelingen, Elze, Meitze und Bissendorf-Wietze einig. In den Dörfern selbst sei gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Müll zu finden. Aber besonders die Ausfallstraßen zeigen: Wo keiner zuschaut, werfen Menschen achtlos weg, entsorgen Benutztes aller Art ohne Hemmungen, oder sie kippen im Wald in großen Mengen sogar krimineller Hinterlassenschaften ab.

Waldwege laden zur Rast ein – Autofahrer lassen ihren Müll da

So hatte vor allem der Brelinger Ortsrat im Zusammengang mit Feuerwehr und Dorfgemeinschaft das Ausschwärmen entlang der Ausfallstraßen angesagt – und die Touren der freiwilligen Sammeltrupps sogar mit einer Karte hinterlegt, bevor sich abschließend alle zum gemeinsamen Mittagessen treffen sollten. Zwischen Brelingen und Wiechendorf in den Waldstücken, sagten ortskundige Helfer voraus, werde jede Menge Unrat zu finden sein. Viele Waldwege lüden dort auch Autofahrer zur kurzen Rast ein.

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Der Einsatz von Transportfahrzeugen bei dieser Aktion lohnte sich: Einen gefundenen Betonklotz mit einbetoniertem Gartenschlauch hätten die Helfer kaum wegschleppen können. An derselben Stelle in Verlängerung eines Waldweges stieß der Brelinger Jan Vortmüller auf volle Windeln ebenso wie auf Reste eines Autofahrer-Frühstücks samt leerem Nutella-Glas. Fassungslos hob er außerdem viele Meter Kabel unter dem Laub hervor. Ein Blick zeigte: Kupferdiebe hatten den Kupferdraht herausgezogen und den nicht verwertbaren Rest ihrer Beute dort abgekippt. Dagegen wirkten die abgelegten gelben Säcke, gefüllt mit Gartenabfällen, fast wie ein Kavaliersdelikt. „Sind sie aber nicht“, monierte Helfer Hans-Helmut Lindenberg aus Brelingen. Ein aufgelaufener, schon großer Kirschlorbeerbusch daneben zeigte, was aus eben einer solchen Fuhre Gartenabfall heranwachsen kann: eine waldfremde Pflanze. Sie wurde entdeckt und herausgenommen.

Nur in den Ortschaften ist es sauber

Auch in Bissendorf-Wietze fanden die etwa 40 Helfer aus dem Ort und die Jugendfeuerwehr besonders viel Unrat an der langen Burgwedeler Straße ortsauswärts. Autoradkappen häuften sich. Innerörtlich sei deutlich weniger Müll aufgesammelt worden als 2018, bestätigte Ortsbürgermeister Daniel Leide. Allerdings: Am Natelsheideweg fiel ein großes Aufkommen an Weinflaschen auf.

Insgesamt fünf Treckergespanne waren in der Elzer Gemarkung unterwegs. Der gesammelte Müll wurde mit den Säcken aus Meitze am Feuerwehrgerätehaus in Elze zusammengeführt. Auch dort galt die Aktivität vor allem den Ausfallstraßen. „Der Ort ist sauber. So wenig Müll wie in diesem Jahr hatten wir lange nicht“, versicherte Ortsbürgermeister Jürgen Benk, verhehlte auch nicht seine Haltung: „Die Leute im Dorf können vor der Haustür selber saubermachen“.

Von Ursula Kallenbach