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Nachrichten Tolle Stimmung: So war das zwölfte Traktor-Pulling in Elze
Region Wedemark Nachrichten Tolle Stimmung: So war das zwölfte Traktor-Pulling in Elze
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17:40 09.09.2019
Der Ackerschlepper zieht nach Kräften, der Schlitten garantiert das Festfahren und misst die zurückgelegte Wegstrecke. Quelle: Patricia Chadde
Elze

Vor zwölf Jahren fing es an. Sechs treckerbegeisterte Elzer entwickelten das Traktor-Pulling in Elze. Auch in diesem Jahr gab es den Wettkampf wieder auf dem Gelände der Landschlachterei Dettmers. Die Teilnehmer kamen aber nicht nur aus der Wedemark. Mehrere Hundert Zuschauer verfolgten das Geschehen, sodass Olaf Heise und Heiner Thieße an der Kasse mit Bändchenbinden und Stempeln alle Hände voll zu tun hatten. Die beiden Männer schrauben bevorzugt an historischen Traktoren, denn sie gehören zu den Oldtimerfreunden Schwarmstedt. Aber aus Verbundenheit halfen sie bei dem Traktor-Pulling gern mit.

Landmaschinen und ihre Zugkraft begeistern die Besucher des zwölften Elzer Traktor-Pullings in Elze.

Jeder Trecker fährt sich fest

Viele Traktorfans machten es sich auf den Bierbänken gemütlich und fachsimpelten, andere verfolgten das Wettbewerbsgeschehen der Fahrzeuge, die zwischen 60 und 250 PS hatten. Die jungen Besucher freuten sich über die Aktionen abseits der Rennstrecke: Ein riesiger Sandkasten, eine Strohhüpfburg und Luftballons, natürlich mit Treckermotiven, boten den Kindern jede Menge Spaß. Die Spannbreite des Alters war beachtlich – bei Besuchern und Teilnehmerfahrzeugen.

Schlepper bringen viel Gewicht auf die Waage

Damit es gerecht zuging, waren die Traktoren in Gewichtsklassen von A mit bis zu 1,8 Tonnen bis I mit 9,5 Tonnen unterteilt und zogen jeweils einen Schlitten mit Gewichtsblock. Entscheidend war bei dem Wettbewerb, nach wie vielen Metern sich das Gespann festfuhr, was Kinder genauso konzentriert beobachteten wie Erwachsene. Damit die Zuschauer ganz genau wussten, was da eigentlich gerade passiert, moderierte Heinz Thies das Geschehen. Man merkte gleich, dass er nicht allein die Fahrzeugtypen von Fendt über John Deere bis Deutz und IHC kennt, sondern auch die Fahrer. „Hey, du sitzt doch nicht auf einem Schaukelpferd“, kommentierte er beispielsweise, wenn die Fahrerkabine ordentlich hin- und herruckelte.

Schwergewichtige Argumente

Ein Ackerschlepper ist darauf ausgelegt, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte oder Transportfahrzeuge übers Feld zu ziehen – und das möglichst kräfteschonend und treibstoffsparend. Beim Traktor-Pulling war das anders: Was kann der Schlepper leisten, wenn es richtig schwer wird? Ein Schlitten im Schlepptau forderte ihn und seinen Fahrer heraus: Bis zu 5,5 Tonnen konnte der Schlitten – variabel steuerbar – schwer werden. Das sind 5,5 Tonnen, die direkt auf dem Ackerboden liegen und gezogen werden wollen. Mehr Widerstand ging nicht? Doch: Vorn am Schlitten gab es noch zwei metallene Dorne mit beachtlichem Durchmesser, die bis zu 40 Zentimeter tief in den Boden versenkt werden konnten. Je nach Gewicht und Leistungsklasse des Traktors wurde der Schlitten belastet – da war der Fahrer gefordert.

Neuere Schlepper besitzen automatische Getriebe, die sich der erforderlichen Zugkraft anpassen. Die Oldtimer im Feld haben dagegen ein konventionelles Schaltgetriebe. Da musste der richtige Gang gewählt werden, sonst war sehr früh Schluss mit der Fahrt. Technisches Verständnis des Fahrers war erste Voraussetzung. Wenn es dem Vorwärtsdrang half: Im Display auf dem Schlitten war genau zu sehen, wie viele Meter der Trecker geschafft hatte.

Ob Ahnung oder nicht – die Besucher haben Spaß

Die zweijährige Charlotte baggerte im Sandkasten. Der elfjährige Henry fand vor allem das Funangebot des betreuten Quadfahrens attraktiv. Und wie sah es im Fahrerlager aus? Da hatte Teilnehmer Jens Holubarsch, der in Vesbeck einen Milchviehbetrieb besitzt, während der Pause seinen 16 Monate alten Sohn Jenke im Arm. Ehefrau Johanna band den Traktor-Luftballon an den Kinderwagen, und die Kulisse bildete mit dem IHC (International Harvester Company) das wichtigste Arbeitsgerät der Familie. Jan Papendorf und Uwe Schudack sind Holubarschs verbunden und fieberten beim Traktor-Pulling mit. Ob man dann einen Pokal mit nach Hause nahm oder nicht, war gar nicht so wichtig – es zählte das Gemeinschaftsgefühl.

Sechs Männer organisieren Pulling

Uwe Sadler, Jens Kahlmeier, Julian Meinders, Klaus-Peter Meinders, Carsten Hanebuth und Carsten Dettmers hatten im Vorfeld eine Woche hart geschuftet, um das Veranstaltungsgelände vorzubereiten. Ihre Leidenschaft steckt an, wie das beachtliche Teilnehmerfeld und die stattlichen Besucherzahlen zeigten. „Wer ungern allein zu Hause sitzt, holt sich Spielgefährten“, beschrieb Dettmers den persönlichen Antrieb der Traktor-Puller und war zufrieden. Das mit den Spielgefährten hat mal wieder super geklappt.

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Von Patricia Chadde

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