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Nachrichten Bartels als Bürgermeister verabschiedet
Region Wedemark Nachrichten Bartels als Bürgermeister verabschiedet
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18:59 11.12.2013
Tjark Bartels wurde als Bürgermeister der Gemeinde Wedemark verabschiedet. Quelle: Ursula Kallenbach
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Wedemark

Er dachte, plante, diskutierte und führte bis zum 10. Oktober im Rathaus in Mellendorf als oberster Verwaltungschef die Wedemärker Geschicke. Seither ist Tjark Bartels Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont und nicht mehr Bürgermeister in der Gemeinde. Diese hat ihm nun auch offiziell Lebewohl gesagt und vielen Wedemärkern Gelegenheit gegeben, die Jahre seit Amtsantritt 2006 Revue passieren zu lassen.

Besonders auf den einen Moment gewartet haben Mitarbeiter und Gäste: Tjark Bartels erschien pünktlich – was schon das erste der höchst menschlichen und amüsanten Themen dieses Abends abgab. Nur allzuoft habe er es nicht geschafft und Gesprächspartner warten lassen, räumte Bartels ein und hofft irgendwie auf Besserung im neuen Amt.

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Untypisch für einen so offiziellen Empfang: Ausgeleuchtet wurde an dem Abend auch, was sich über den erfolgreichen Bürgermeister Persönliches erzählen lässt. Zum Beispiel, dass er jedes Jahr Vater-Kind-Urlaubszeiten mit jedem seiner drei Kinder nimmt und dass er für Ole, den Ältesten, der absolute Held sein soll. Steigerungen für den Spagat zwischen Familie und Job sah Regionalverlagsleiter Thorsten Schirmer durch die Brille von Regionsrat Ulf-Birger Franz aber doch noch: „Am Ende geht Bartels noch zur UNO oder wird Astronaut“.

Der Campus W in Mellendorf, neu gebautes Schulzentrum mit benachbartem Rathaus, ist eines der ambitionierten Vorhaben, die Tjark Bartels als Bürgermeister in der Wedemark vorangebracht hat. Dort im Forum ist er am Dienstagabend bei einem Empfang auch offiziell verabschiedet worden.

Bartels habe 2006 im Wahlkampf nichts versprochen, was er in den Jahren seiner Amtszeit nicht gehalten hätte, hob der Ratsvorsitzende Heiner Peterburs in seiner Laudatio hervor. „Im Gegenteil: Heute hinterlässt Du mit der Gemeinde Wedemark ein bestelltes Haus, in dem viel erledigt wurde, viele positive Entwicklungen abgeschlossen oder zumindest begonnen worden sind.“

Früher eher unspektakulär, ländlich geprägt, sei die Wedemark seither dynamischer geworden und habe eine neue Attraktivität für alle Menschen, junge Familien wie für Unternehmen bekommen. Es beschleiche viele Wedemärker angesichts einer beeindruckenden Bilanz, die Bartels in den sieben Jahren vorlegte, bei dem Ausscheiden aus dem Amt „eine gewisse Wehmut“, sagte Peterburs.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister habe die SPD in der Ratsmehrheit die Bildung und Betreuung in den Mittelpunkt der kommunalpolitischen Anstrengungen gestellt. Die Wedemark zur „familienfreundlichsten Gemeinde in der Region Hannover“ zu machen, sei in hohem Maße gelungen, betonte Peterburs. Er führte die Umgestaltung der Schullandschaft und den Neubau des Campus W als die schwerste Entscheidung und das Projekt mit der größten finanziellen Tragweite überhaupt an. „Mit dem Campus W hast Du allen Widerständen und Problemen zum Trotz einen Leuchtturm geschaffen, von dem noch Generationen junger Menschen profitieren werden“, bescheinigte der Ratsvorsitzende Bartels. Dies sei das bisher größte Projekt in der Geschichte der Gemeinde.

Auf der Liste der realisierten Projekte weiter: Gründung der IGS Wedemark und der Gemeindewerke, Sanierung von Schulen, Erarbeitung des Gemeindeentwicklungsplans, Versechsfachung der Krippenplätze und Verdreifachung der Hortplätze, Gründung Seniorenbeirat, Wertstoffhof Bissendorf, Ansiedlung und Ausbau großer Unternehmen, Kunst und Kultur als Stabsstelle im Rathaus, Modernisierung der Verwaltung.

Anerkennung

Die Politik hat Mut bewiesen

Einen reich gefüllten Rucksack nehme er aus der Wedemark mit, sagte Tjark Bartels. Er resümierte die intensive Zusammenarbeit im Rathaus und ein gutes Miteinander mit der Region. „Es war schön, in einem so innovativen Umfeld zu arbeiten.“ Der Politik in der Wedemark zollte er Anerkennung: „Sie hat oft kurzerhand entschieden mit Mut und Vertrauen, sie hat ohne viele Beratungsrunden gemacht, was wichtig ist“. Seit 1. November 2006 habe er mit der Ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf in exzellenter Zusammenarbeit die Gemeinde geführt, richtete Bartels an die im Rathaus nun kommissarisch Zurückgebliebene. Da flossen in der ersten Reihe doch noch Tränen.

Ursula Kallenbach

Ursula Kallenbach 11.12.2013
Friedel Bernstorf 10.12.2013