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Region Wedemark Nachrichten Eltern empört: Auf einmal war der Spielplatz weg
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17:18 07.11.2019
Wennebosteler Ortsratsmitglieder und Eltern äußern eigene Vorstellungen zu Kitabau und Spielplatz: Hans-Joachim von Einem (von links), Bernd Schrader, Ortsratsmitglied Sigmund Dembski, Kirsten Wilkes, Gloria Damanka, Wiebke Lorentz und Christian Weise. Quelle: Ursula Kallenbach
Wennebostel

Ein öffentlicher Spielplatz mitten im Dorf wurde den Wennebostelern ohne Ankündigung kurzfristig weggenommen und leer geräumt – nur das Schild blieb stehen. Eltern und Kommunalpolitiker fühlen sich von der Gemeinde Wedemark übergangen.

Vertreter des Ortsrates und Eltern haben an der Fläche Am Rahlfsberg jetzt ihrem Ärger Luft gemacht: Der beliebte, zu Fuß erreichbare Treffpunkt von Eltern und Kindern ist weg. „Und es gibt noch keine verbindliche Planung, wo Ersatz geschaffen werden kann“, stellt Ortsbürgermeister Hans-Joachim von Einem fest. Der Abriss des Spielplatzes zu diesem Zeitpunkt sei mit dem Ortsrat nicht abgesprochen gewesen.

Dass die Spielplatzgeräte und die Begrünung des Spiel- und Bolzplatzes ohne einen vorher ausgehängten Hinweis der Kommune verschwanden, ist vor allem für die Eltern mit Kleinkindern problematisch. Für sie bedeutet der Wegfall des Platzes einen Einschnitt in ihren Alltag.

Gemeinde: Schließung war bekannt

„Dass einige Nutzer von der kommenden Schließung des Spielplatzes offensichtlich nichts mitbekommen haben, ist bedauerlich“, sagte Gemeindesprecher Ewald Nagel. Die Schließung des Spielplatzes sei jedoch lange bekannt gewesen. Sie sei in den politischen Gremien mehrfach öffentlich diskutiert und im Zusammenhang mit den dringend benötigten Kitaplätzen auch für gut geheißen worden.

„Die Terminplanung wurde in dem Zusammenhang ebenfalls kommuniziert.“ Richtig sei allerdings, dass der exakte Zeitpunkt der Schließung nicht öffentlich angekündigt wurde. „Das wäre allerdings im Zusammenhang mit der Terminplanung beteiligter Fremdfirmen und deren Auftragslage auch nicht unbedingt verlässlich gewesen“, sagte Nagel. „Der Zeitraum des Rückbaus war jedoch bekannt.“

Ortsrat erwartet Ersatzlösung

Auf der Grünfläche am bisherigen Kindergarten können sich Politiker und Eltern langfristig keinen Spielplatz vorstellen. Wohl aber denken sie über die Umnutzung des denkmalgeschützten alten Gebäudes zu einem Dorftreffpunkt nach. Quelle: Ursula Kallenbach

„Wir werden immer gefragt, wie es weitergehen soll“, sagen Ortsbürgermeister von Einem und sein Stellvertreter, Bernd Schrader. Die Gemeinde will an der Straße Am Mühlenberg einen Neubau an die vorhandene Kita im Gebäude der alten Schule in Wennebostel anschließen. Dazu wird die Spielplatzfläche benötigt. Der Ortsrat hatte diese Planung der Gemeinde grundsätzlich befürwortet, aber er erwartete eine Ersatzlösung.

„Die Notwendigkeit für einen Kita-Neubau ist unbestritten“, sagt von Einem. Es gebe einen deutlich erhöhten Bedarf in der Wedemark. Dabei werde die Kita in Wennebostel nur zu einem Teil Kinder aus Wennebostel mit seinen 750 Einwohnern aufnehmen. Gleichwohl sei ein moderner Kita-Bau sicherlich ein Gewinn für die ganze Wedemark.

Die Grünfläche am Ehrenmal grenzt direkt an die stark befahrene Wennebosteler Ortsdurchfahrt Lindenstraße. Quelle: Ursula Kallenbach

Als Ersatz für den jetzt weggefallenen zentralen Spielplatz Am Rahlfsberg hatte der Ortsrat im März einen Vorschlag der Gemeinde befürwortet, einen Spielbereich vor der alten Kita auf der vorhandenen Grünfläche rund um das örtliche Ehrenmal einzurichten. Doch aus Sicht der Betroffenen kann dies nicht einmal eine Übergangslösung sein, wenn dann sechs Kita-Gruppen betrieben werden – zu klein und direkt an der stark befahrenen Ortsdurchfahrt Lindenstraße gelegen. „Wenn die Gemeinde keine Alternative hat, muss sie ein Grundstück erwerben“, fordert der stellvertretende Ortsbürgermeister.

Kita-Baustart noch 2019

Den Baustart für den Kita-Neubau hat die Gemeinde noch für dieses Jahr angekündigt. Die Rohbauarbeiten für 209.000 Euro und das Erstellen des Holzständerwerks für 400.000 Euro sind beauftragt. Nach der Vorstellung der Kommune soll der Neubau – auf gemeindeeigener Fläche – Platz für drei Kita-Gruppen für 75 Kinder und eine Krippengruppe für 15 Kinder bieten. Die bisherige Kindertagesstätte mit 40 Plätzen soll in Betrieb bleiben. „Das sind letztlich 115 Kita-Plätze und 15 Krippenplätze“, summiert von Einem.

Alte Kita soll Dorftreff werden

Ortsratspolitiker und Elternvertreter favorisieren jetzt eine andere Lösung: Die zwei bisherigen Kita-Gruppen aus dem alten Gebäude sollen mit im Neubau Platz finden. Das alte, denkmalgeschützte Haus, das ohnehin modernen Kita-Standards nur unzureichend genüge, solle dörflicher Treffpunkt mit Außenbereich für Vereine werden, ein Mehrgenerationenhaus oder auch Jugendtreff. „Wir werden dazu noch einmal an die Verwaltung herantreten“, so der Ortsbürgermeister. „Das alte Kita-Gebäude hat ein tolles Potenzial für einen Dorfmittelpunkt.“

Parkplatzsituation katastrophal

Vieles spräche dafür, sagen Ortspolitiker und Eltern, die bisherigen zwei Kita-Gruppen im alten Gebäude zu schließen. Weder habe die Gemeinde den Wegfall des öffentlichen Kinderspielplatzes beachtet noch die künftige Verkehrs- und Parksituation an der Straße Am Rahlfsberg, wo die vorgesehenen 24 Plätze nach Dafürhalten der Ortsratspolitiker und Eltern nicht ausreichen werden. „Schon jetzt ist die Parkplatzsituation katastrophal“, betont der stellvertretende Ortsbürgermeister. Sicherlich werde auch der Straßenausbau erforderlich, sagt von Einem. Denn die Kommune plant ein neues Baugebiet Am Mühlenberg in Verlängerung des Rahlfsberges. Dort sei übrigens kein neuer Spielplatz in die Pläne mit aufgenommen. In einem außerdem geplanten Neubaugebiet Am Krähenberg – bisher Gewerbegebiet, Standort Unternehmen Deisterwelle – sei ein Spielplatz vorgesehen, dies sei aber lediglich eine Randlage für Wennebosteler Familien.

Mit Spielplatz entfällt Elternaustausch

Eltern mit kleinen Kindern und selbst mit Säuglingen in Tragerucksäcken konnten bisher ohne Auto den öffentlichen Spielplatz auf der letzten innerörtlichen Grünfläche Am Rahlfsberg erreichen – ein Vorteil, den sie zu schätzen wissen. „Man hat hier viele andere Eltern getroffen und konnte neue Kontakte knüpfen“, sagt Wiebke Lorentz. „Ohne den Platz kommt man ja schon in den Zwang, einen privaten Spielplatz im eigenen Garten anzulegen. Man trifft sich im Ort dann gar nicht mehr.“

Als Gloria Damanka vor drei Wochen wieder mit Kindern zu Fuß zum Rahlfsberg gegangen ist, war der Spielplatz weg. „Wir haben das gleich in der Whatsapp-Gruppe diskutiert. Wir waren sehr traurig“, sagt sie. Kirsten Wilkes, Mutter von drei Kindern, freut sich über die vorgesehene Ausweitung der Kita-Plätze. Aber als Ersatz für den weggefallenen öffentlichen Spielplatz findet sie die mögliche Ersatzfläche zur Lindenstraße hin zu klein. „Da ist auch kein Bolzplatz möglich“, sagt sie. „Gerade sind meine Kinder in dem Alter, dass sie bolzen können“, bestätigt Christian Weise. „Jetzt ist der Platz weg.“

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Von Ursula Kallenbach

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