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Nachrichten SPD-Frauen: Bund soll zahlen
Region Wedemark Nachrichten SPD-Frauen: Bund soll zahlen
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21:09 19.04.2015
Von Ursula Kallenbach
Über den Besuch von Doris Schröder-Köpf (Mitte) freuen sich die SPD-Fraktionsvorsitzende im Wedemärker Rat, Rebecca Schamber (links), und Caren Marks.
Über den Besuch von Doris Schröder-Köpf (Mitte) freuen sich die SPD-Fraktionsvorsitzende im Wedemärker Rat, Rebecca Schamber (links), und Caren Marks. Quelle: Kallenbach
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Brelingen

Der Bund solle seine Kompetenzen stärker wahrnehmen, forderten Marks und Schröder-Köpf, die SPD-Landtagsabgeordnete und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, am Freitagabend in Brelingen übereinstimmend. Schröder-Köpf betonte, das Land Niedersachsen habe in Migrationsfragen keine gesetzlichen Kompetenzen. „Es bemüht sich aber, die Zwischenstationen zu regeln, um auch Belastungen von den Kommunen wegzunehmen“, verdeutlichte sie.

Eine Möglichkeit sei, dass Flüchtlinge bis zur Asylbewerbung in den Erstaufnahmestationen blieben. Aber dort herrsche ein riesiger Druck, er werde weitergegeben an die Kommunen. „Herr Bürgermeister, wir wissen das“, sagte die Migrationsbeauftragte bei dem Empfang im Kulturtreff Brelinger Mitte an Amtsinhaber Helge Zychlinski gerichtet. „Aber neue Erstaufnahmeeinrichtungen stampft man nicht aus dem Boden.“

Das Land gestalte auch das Umfeld, damit die Ankommenden sich willkommen fühlen könnten und die Bevölkerung nicht überfordert werde. Viel Geld fließe in die bisher 240 Sprachlernklassen und die Betreuung traumatisierter Flüchtlinge in einer zentralen Einrichtung in Hannover.

Sprach- und Integrationskurse, so der Wunsch von Schröder-Köpf, müssten auch vom Bundesamt für Migration gefördert und für alle Interessierten geöffnet werden.

„Ohne die Ehrenamtlichen wird es weiterhin nicht gehen“, sagte Schröder-Köpf. In der Wedemark seien ehrenamtlich Tätige beim Interkulturellen Treff und dem Runden Tisch äußerst hilfreich in der Arbeit mit Asylbewerbern und Flüchtlingen.

Künftig solle es im Land Einrichtungen geben, „an die sich Ehrenamtliche ein wenig andocken können“, kündigte sie an. Diese Stellen könnten etwa bei Abschiebungen zur Klärung beitragen.

Auf die besondere Situation jugendlicher Flüchtlinge, die Begleitung brauchten, machte Caren Marks noch einmal aufmerksam. Sie verwies darauf, dass sie als Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium bei diesen Problemen mit der Landesmigrationsbeauftragten zusammenarbeite.

Doppelt gut gewählt war der Ort für die Zusammenkunft im ehrenamtlich geführten Kulturtreff Brelinger Mitte. Vor allem ehrenamtlich Aktive waren außer den SPD-Mitgliedern und Freunden als Gäste eingeladen.

Und: Das Gebäude, ehemals eine aufgegebene Gaststätte, hat seinerzeit bereits jahrelang Asylbewerber beherbergt.

Ursula Kallenbach 17.04.2015
Roman Rose 16.04.2015
15.04.2015