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Region Wedemark Nachrichten Resse sucht dringend einen neuen Landarzt
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13:05 15.07.2018
Renate Kolb (von links), Torsten Pagel, Gabriele Großkopf und Antje Kaufmann setzen sich für die Versorgung in Resse ein. Quelle: privat
Resse

Man kennt dies aus vielen Supermärkten: Wer Pfandflaschen am Automaten zurückgibt, erhält einen Bon für das Leergut – und hat die Wahl: an der Kasse auszahlen lassen oder für einen guten Zweck spenden. Dies ist beim Frischmarkt Pagel nicht anders. Der gute Zweck dabei: In den vergangenen vier Monaten wurde für die Aktion „Resse sucht Arzt oder Ärztin“ unter der Regie des Vereins Bürger für Resse (BfR) gesammelt. Dabei kam mit 282 Euro eine stattliche Summe zusammen, die von Frischmarkt-Chef Torsten Pagel auf 290 Euro aufgerundet und dem BfR-Vorstand übergeben wurde. Vereinsvorsitzende Renate Kolb nahm gemeinsam mit Schatzmeisterin Gabriele Großkopf den Scheck entgegen.

Die Praxisräume in der Resser Mitte stehen schon seit einem halben Jahr leer. Die Unterstützung des Ortsrates bei dem Bemühen um medizinische Versorgung sei sicher, betonte Antje Kaufmann, stellvertretende Ortsbürgermeisterin. Professionelle Vermittler für Arzt-Niederlassungen seien inzwischen hinzugezogen worden. Deren Prognose sei ernüchternd, so Renate Kolb. „Der Markt ist wohl leer, es gibt einfach nicht genug Ärzte, die sich niederlassen wollen“, sagt sie. Fünf Allgemeinmediziner fehlten in der Umgebung, so die Information der Kassenärztlichen Vereinigung zur Kassensitzverteilung. „Genau das könne Resse nach vorn bringen“, glaubt Kaufmann, die an einen größeren Einzugsbereich denkt. Auch Kolb ist sich sicher, dass ein in Resse niedergelassener Hausarzt gut zu tun hätte. Sie erklärt: „Auch Kooperationen sind denkbar oder Spezialisierungen, wie beispielsweise Psychosomatik. Es gibt wenig Therapeuten in der Umgebung.“

Dass eine Niederlassung für Mediziner außerhalb von Ballungsgebieten offensichtlich unattraktiv ist, zeigt auch die Statistik. Während es in Städten meist zu viele Hausärzte gibt, sind Allgemeinmediziner auf dem Dorf längst eine Seltenheit. Bundesweit fehlen schon 2700 Ärzte, in Niedersachsen aktuell 368 Hausärzte – Tendenz weiter steigend. Auch Resse zählt gerade einmal 2600 Einwohnern. Viele Rentner und junge Familien sind dort zu Hause.

„Bis 1994 hatten wir eine Hausärztin im Ort. Als diese ging, war Resse vier Jahre medizinisch verwaist“, erinnert sich Kolb. Die 77-Jährige ist selber Ärztin, hatte 1998 den Posten als Hausärztin übernommen, hörte aus Altersgründen zehn Jahre später aber auf. „Schon die Suche nach einem Nachfolger war immens schwer. Ich selber war mit Herz Landärztin“, erinnert sie sich. Im zehn Kilometer entfernten Bissendorf fand sie schließlich ihren Nachfolger. Der Mediziner machte in Resse eine Zweitpraxis auf. Kolb: „Bis Ende des Jahres war alles gut, dann hörte der Arzt Knall auf Fall auf.“

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersach­sen kennt das Problem der Resser Bürger, vor allem für ältere und nicht mobile Menschen – und begrüßt das Bürgerengagement. KVN-Sprecher Detlef Haffke bleibt dennoch realistisch: „Wir sind an dem Thema dran, sind aber dazu aufgefordert, nicht nur einzelne Orte, sondern größere Gebiete zu betrachten. Sollte sich für Resse kein neuer Hausarzt finden, muss man zusammen mit den Kommunen schauen, wie man die Patienten zum nächsten Arzt bekommt.“ Und so nimmt der Bürgerverein sein Schicksal vorerst selbst in die Hand. Seit Wochen hängt ein Banner an der Durchgangsstraße. „Resse sucht Arzt“. Jetzt muss sich nur noch jemand melden. Für alles andere ist gesorgt. Auch dank des Verein, dem das vorhandene Ärztehaus gehört. 

Von Stephan Hartung

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