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Region Wedemark Nachrichten Welcher Container-Standort ist der beste?
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14:54 25.03.2019
Matthias Ohl zeigt, wo der neue Standort geplant ist. Quelle: Stephan Hartung
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Resse

Die Diskussionen um einen neuen Standort für die Wertstoffinsel in Resse gehen weiter. Ortsrat und Verwaltung suchen seit Jahren nach einem geeigneten Platz, um die Containeranlage an der Osterbergstraße hinter dem Friedhof aufzugeben. Bei drei vorliegenden Alternativen gibt es nun einen Favoriten – und dagegen formiert sich Widerstand.

Die Standorte am Frischmarkt Pagel und am Moorinformationszentrum sind ungeeignet. Das ist das Ergebnis nach einem Ortstermin zwischen Vertretern von Verwaltung, Kommunalpolitik und der Abfallentsorgungsgesellschaft Aha. Besser, auch für Transportwege und Wendemöglichkeiten der Aha-Fahrzeuge, sieht es an der Ecke Leipziger Straße/Tävenriethe aus. „Von allen Institutionen wurde der Standort Tävenriethe favorisiert“, sagt Andreas Ringat, Sprecher der Wählergemeinschaft Wedemark Resse (WWR) auf Nachfrage. „Eine Entscheidung ist damit noch nicht gefallen.“ Gegen den favorisierten Standort protestiert aber Matthias Ohl, der genau an dieser Einmündung sein Haus hat.

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Das ist der bisherige Standort an der Osterstraße. Quelle: Stephan Hartung

Anwohner wollen aus Protest Unterschriften sammeln

Ohl kritisiert nicht nur den zu erwartenden Lärm, der beim Einwurf von Glas in die Container entsteht, sondern auch den geringen Abstand der Behälter zur Wohnbebauung. „Ich habe mich da eingelesen. Nach der Lärmschutzverordnung ist in Wohngebieten tagsüber 50 Dezibel erlaubt, nachts 35“, sagt Ohl und weiß, „dass 80 Dezibel bei Glascontainern üblich sind – und die sind dann schon gedämmt.“ Nach einer Empfehlung des Bundesumweltamtes soll, damit diese Werte nicht überschritten werden, ein Mindestabstand von 50 Metern zwischen Containern und dem nächstliegenden Wohnhaus eingehalten werden, zitiert Ohl und zeigt auf die anderen Grundstücke in der Umgebung diese Kreuzungsbereichs. „Das betrifft viele Leute, nicht nur mich.“ In der Nachbarschaft vertreten die Anwohner seine Meinung. „Sollten die Pläne konkret werden, sammeln wir Unterschriften“, kündigt Ohl an.

Der Resser argumentiert weiter, „dass nicht nur durch den Einwurf Lärm entsteht, sondern auch von den an- und abfahrenden Autos“. Zudem müsse man das Thema Sicherheit beachten. Der Bereich befinde sich schließlich im Kreuzungsbereich, womit die Sicht beeinträchtigt werde. „Allein schon durch die parkenden Autos und dem Busverkehr ist die Kreuzung, die von vielen Schulkindern überquert werden muss, sehr unübersichtlich.“

Ortsrat befasst sich mit Standort-Frage

Spätestens bei der nächsten Resser Ortsratssitzung am 6. Mai steht das Thema Container wieder auf der Tagesordnung. Die Wedemärker Gemeindeverwaltung prüft derzeit die möglichen Standorte. „Wir werden bei der nächsten Ortsratssitzung der Politik einen Vorschlag unterbreiten“, sagt Sprecher Ewald Nagel auf Nachfrage. Ringat bestätigt, die Sorgen der Anwohner an der Tävenriethe ernst zu nehmen. Die Vertreter von Aha hätten vor Ort aber versichert, dass schallgeschützte Container aufgestellt werden würden und die Sozialkontrolle an solchen innerörtlichen Standorten gut funktioniere, so Ringat. Der Ortsrat hat sich bereits einstimmig für einen neuen Standort der Müllcontainer ausgesprochen. Am jetzigen Standort an der Osterbergstraße wurden nach Angaben Ringats in der Vergangenheit Schilder aufgestellt und zwei bis dreimal die Woche die Wertstoffinsel gereinigt.

Das ist der bisherige Standort an der Osterstraße. Quelle: Stephan Hartung

„Leider ohne Erfolg“, sagt Ringat. „Hier kommt es zu ständigen Vermüllungen.“ Bei einer Ausweisung neuer Bauflächen in Resse, soll dort nach Angaben von Ortsbürgermeister Jochen Pardey (SPD) von vornherein ein Wertstoffplatz vorgesehen werden. Dies habe der Ortsrat „bereits vor geraumer Zeit“ beschlossen. Dieser Beschluss ist jedoch unabhängig von einer Entscheidung über den jetzigen Standort, sagt Pardey.

Von Stephan Hartung und Julia Polley