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Region Wedemark Nachrichten Paar feiert eiserne Hochzeit in Bennemühlen
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18:00 26.03.2019
Am 26. März vor 65 Jahren gaben sich Christa und Hans-Joachim Kroll das Ja-Wort in der Brelinger Kirche.
Am 26. März vor 65 Jahren gaben sich Christa und Hans-Joachim Kroll das Ja-Wort in der Brelinger Kirche. Quelle: Ursula Kallenbach
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Bennemühlen

„Wir haben alles selber aufgebaut, das ganze Leben“, sagt Christa Kroll. Auch ihr Haus in Bennemühlen Am Mergelberg meint sie damit. 1973 ist sie mit ihrem Mann Hans-Joachim Kroll in das Eigenheim eingezogen, das sie nahezu vollständig in Eigenarbeit errichteten. „Wir haben hier silberne, goldene und diamantene gefeiert – und jetzt die eiserne Hochzeit.“

Am 26. März 1954 hat sich das Paar in der Brelinger Kirche das Ja-Wort gegeben. Die Braut bestand jedoch darauf, dort nicht von dem damaligen Gemeindepastor Gerhard Oehlschläger getraut zu werden, an den sich Generationen ehrfurchtsvoll erinnern. Sie holte sich „ihren“ Bissendorfer Pastor Ernst Sperber für dieses Sakrament. „Er hatte mich schon getauft und konfirmiert“, erzählt die 87-Jährige bei der Feier der eisernen Hochzeit am Dienstag.

Tief hinein in die Krollsche Familiengeschichte wirkten Kirchen- und bäuerliche Adelshistorie. Bennemühlen war früher aufgrund der Patronatsbindung an das Gut und die Familie von Bothmer Teil der Bissendorfer Kirchengemeinde und wurde erst 1948 in die Kirchengemeinde Brelingen umgepfarrt. 1975 wiederum wurde die Kapellengemeinde Elze-Bennemühlen aus der Kirchengemeinde Brelingen ausgegliedert und eigenständig.

Auf dem von Bothmerschen Gut in Bennemühlen lernten sich 1953 die landwirtschaftliche Helferin Christa, geboren und aufgewachsen in Bennemühlen, und der angestellte Verwalter Hans-Joachim Kroll kennen. Er war 1945 als Junge mit seiner Mutter aus dem damaligen Ostpreußen geflüchtet, hatte dann Landwirtschaft gelernt und die Arbeitsstelle in Bennemühlen gefunden. Am 25. März 1954 ging das Paar zum Standesamt, einen Tag später vor den Altar in der St.-Martini-Kirche in Brelingen.

Nun kommt also zur eisernen Hochzeit an diesem Tage Pastor Maik Schwarz aus der Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen und noch jung im Amt.

Pasgtor Maik Schwarz hat ebenfalls das Ehepaar Kroll besucht. Quelle: Andrea Hesse

„Den Neuen kennen wir noch gar nicht“, sagen Christa und Hans-Joachim Kroll in Erwartung des Besuchs. Der Pastor bringt Gottes Segen und Blumen „und den besonderen Gruß von Landesbischof Ralf Meister“. Ja, den Landesbischof habe sie schon mal im Fernsehen gesehen, berichtet die Jubilarin. Zu Fuß in den Gottesdienst schafft es das Paar gesundheitlich nicht mehr. 89 Jahre alt ist Hans-Joachim Kroll inzwischen.

Umso dankbarer sind sie, dass sie weiter in ihrem Haus leben und den Alltag weitgehend selbst meistern können. Die Familie war Christa und Hans-Joachim Kroll immer wichtig. Und die Familie kümmert sich nun um sie: Eine Tochter wohnt nebenan, und beide erwachsenen Enkelsöhne sind an diesem Festtag ebenfalls dabei. Viele Freunde und Geschwister seien aber schon verstorben – auch das gehört zur Erzählung des Paares in der Runde.

Grüße von Rat und Verwaltung der Gemeinde Wedemark übermittelt Bürgermeister Helge Zychlinski – und nimmt sich Zeit für Fragen und zum Zuhören. Die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck bringt bei ihrem Besuch auch Glückwünsche von Ministerpräsident Stephan Weil mit und Nahrhaftes in einem Präsentkorb. „Zur Gnadenhochzeit komme ich wieder“, kündigt sie an.

Pastor Maik Schwarz will neue Wege einschlagen

Seit rund 150 Tagen ist Maik Schwarz Pastor in der Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen. Mit ihm will auch der Kirchenvorstand neue Wege gehen – in der Jugendarbeit ebenso wie in der Gestaltung von Gottesdiensten, der Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft und in der Ansprache von Neubürgern im Dorf.

Großen Wert legt er auch auf die Vorbereitung von Gottesdiensten: „Gute Predigten sind mir sehr wichtig“, sagt Schwarz. „Die Menschen, die mir zuhören, sollen etwas davon haben.“

Der Pastor möchte es den Menschen in seiner ausgedehnten Gemeinde leichter machen, die Predigten zu hören. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten in der Elzer Kirche und der Kapelle in Meitze soll es auch Gottesdienste im Alten- und Pflegeheim in Berkhof und in den Dörfern im Gebiet der Kirchengemeinde geben. Maik Schwarz plant unter anderem, Gottesdienste auf Höfen zu feiern; erste Überlegungen dazu gibt es bereits.

Für ein Wochenende im August ist ein großes Jugendfestival der evangelischen Jugend auf dem Gelände rund um Kirche und Pfarrhaus an der Wasserwerkstraße geplant. Bis dahin will die Kirchengemeinde den Kirchenwald daneben aufräumen und das zugewucherte Gelände wieder zugänglich machen. Eine Jugendgruppe für Zehn- bis 14-Jährige mit ehrenamtlicher Leitung ist im Aufbau.

Von Ursula Kallenbach