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Region Wedemark Nachrichten Starker Selbstwert hilft gegen Übergriffe
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00:15 01.12.2016
Von der Notrufnummer bis zum Erste Hilfe Kasten: Michelle Niemeyer erklärt den Kindern beim ASJ-Workshop wichtiges Zubehör. Quelle: PATRICIA CHADDE
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Kira Weißbach, hauptamtliche Landesjugendreferentin der Arbeiter Samariter Jugend in Niedersachsen, will Selbstbewusstsein und Selbstfürsorge von Kindern in Flüchtlingsunterkünften gezielt stärken. „Wer sich gut um sich selbst kümmert, sich wertvoll findet und seine Grenzen kennt und auch sichern kann, ist weniger gefährdet“, sagt die studierte Erziehungswissenschaftlerin.

26 Kinder aus der Gemeinde Wedemark, die aktuell in Flüchtlingsunterkünften leben, nahmen am Wochenende an den Workshops teil. Damit es mit der Verständigung klappte, waren Dolmetscher für Arabisch, Farsi und Kurdisch dabei. Zwei Gruppen wurden gebildet, die das gleiche Programm absolvierten. „Wo hängt der Erste-Hilfe-Kasten?“, war eine ebenso wichtige Frage wie die nach helfenden Erwachsenen oder Notrufnummern. Michelle Niemeyer leitete diesen Kurs und stellte fest, dass das deutsche Unterrichtsmaterial für die Sechs bis 14-Jährigen teilweise zu theoretisch war.Aber Warnweste anziehen, Blaulicht anschalten und die Kühlung einer Kompresse zu aktivieren, ersetzte manchen gesprochenen Satz. „Im Notfall können Kindern ihren Eltern ab sofort wichtige Tipps geben“, erläuterte Niemeyer.

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Samuel Meffire aus Bonn arbeitet als Trainer für den Arbeiter Samariter Bund und sensibilisierte in seinem Workshop für sexuell motivierte Grenzverletzungen. Als Beispiel nannte Meffire Autofahrer, die Kinder ansprechen: „Natürlich könnt ihr freundlich antworten. Doch wer dabei eine Armlänge Abstand zum Auto hält, kann nicht einfach ins Fahrzeug gezogen werden“. Wer sich bedrängt fühlt, kann sich auch umdrehen und die Gegenrichtung einschlagen. Meffire empfiehlt außerdem Kontakt- und Teamsportarten. Sie gelten als erfolgreiches Selbstwert-Training, "denn Sport macht stark und selbstbewusst", sagte Meffire. Außerdem werden die 26 teilnehmenden Kinder zukünftig ihr Bauchgefühl ernst nehmen.
Personalkosten und Materialien dieser Trainings finanzierte der paritätische Landesverband, der das Wochenendseminar in der Wedemark sowie landesweit neun weitere unterstützt. Auch vor Ort gab es Hilfe. Margarethe Scholz, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in der Gemeinde Wedemark absolviert, half ehrenamtlich mit. Alle Teilnehmer erhielten außerdem Rucksack, Trinkflasche, Brotdose und nützlichen Utensilien für die Erste Hilfe.

Von PATRICIA CHADDE

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