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Nachrichten „Die Wedemark kann Inklusion“
Region Wedemark Nachrichten „Die Wedemark kann Inklusion“
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00:15 27.08.2018
Am neuen MGH-Bus demonstrieren Gabriele Wolff (von links), Susanne Schönemeier und Daniel Diedrich, was alles für die Teilhabe an Veranstaltungen in der Wedemark bereitsteht. Quelle: Kallenbach
Mellendorf

Dass das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Mellendorf wirklich inklusiv funktionieren kann, ist das große Anliegen von Gabriele Wolff. Sie ist der Motor des Arbeitskreises Inklusion in der Wedemark, der seit 2011 in einem lockeren Zusammenschluss Menschen mit und ohne Behinderungen an einem Strang ziehen lässt. Die Wedemark soll eine inklusive Wohlfühlgemeinde werden – so das gemeinsame Ziel.

Und viel ist schon erreicht. Nur mit Behindertentoilette sei die Teilhabe auch von Rollstuhlfahrern bei Veranstaltungen im MGH am Gilborn möglich, verdeutlichte die Sprecherin des Arbeitskreises jetzt bei einem Ortstermin mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann. Denn die Toilettenanlage ist eingerichtet; für Sehbehinderte gibt es zur Orientierung ein Schild in Blindenschrift an der Tür.

Spezieller Bus fährt kostenlos

Und: Ein Bus steht neuerdings vor der Tür samt einer Rampe für das Einsteigen mit dem Rollstuhl – Kostenpunkt allein dafür 5000 Euro. Der Bus transportiert Ältere und Menschen mit Behinderungen zu Veranstaltungen in der Wedemark, sei es zum Inklusionsfrühstück im MGH am Freitag oder zum Inklusionskino des Arbeitskreises – aus allen Ortsteilen zu den jeweiligen Veranstaltungen und zurück, kostenfrei. Der Bus ist ein gemeindeeigenes Fahrzeug, und die Kommune trage die Betriebskosten, verdeutlichte die Erste Gemeinderätin, Susanne Schönemeier, jetzt bei dem Treffen am Mehrgenerationenhaus am Donnerstag. Insofern werde das Fahrzeug im Dienstwagenpool der Gemeinde, wenn es am MGH nicht benötigt werde, auch an anderen Stellen eingesetzt, etwa für die Jugendpflege.

Der Bus mit neun Sitzen – bei Mitfahrt eines Rollstuhlfahrers sind sechs Sitze verfügbar - holt Interessenten zu Hause ab. Anmeldungen für Fahrten nimmt das MGH entgegen. Eine neue „Bufdi“ im Einsatz im Bundesfreiwilligendienst wird im Mehrgenerationenhaus ab 1. Oktober diese Organisation übernehmen.

„WedeBiene“ hat bereits 100. Mitglieder

Der MGH-Bus erfülle andere Aufgaben als der schon durch die Wedemark tourende Bürgerbus „WedeBiene“, betonten Schönemeier und der Leiter von MGH und Freiwilligenagentur Wedemark, Daniel Diedrich. Träger der „WedeBiene“ ist ein Verein; wer Mitglied für einen geringen Beitrag wird, kann die Dienste in Anspruch nehmen, um notwendige Fahrten des alltäglichen Bedarfs zu erledigen. Der Service richtet sich an ältere und bedürftige Menschen. Der Bedarf sei hoch, betonte Diedrich. Der noch junge Verein habe bereits das 100. Mitglied aufgenommen.

Das rollstuhlgerechte WC im MGH hat 10.000 Euro gekostet und wurde von der Behindertenbeauftragten der Region Hannover genehmigt, den MGH-Bus hat das Land Niedersachsen bezuschusst und die Gemeinde mitfinanziert, die Rampe kam wiederum von der Region. Für alles aber habe der AK Inklusion die Ideen beigesteuert, Anträge gestellt und immer wieder nachgefasst, betonte die Erste Gemeinderätin und dankte den Aktiven dafür. „Wir hätten die Förderung sonst nicht bekommen.“

Arbeitskreis Inklusion bleibt hartnäckig

Zuvor hatte das MGH bereits eine rollstuhlgerechte Eingangstür erhalten, und zwei Behindertenparkplätze direkt vor dem Haus wurden angelegt. Das nächste Projekt ist die barrierefreie Gestaltung des großen, begrünten Innenhofs – bisher genutzt von der auslaufenden Berthold-Otto-Förderschule im selben Gebäude. „Das ist noch einmal eine größere Maßnahme“, kündigte Schönemeier an. Der AK Inklusion will sich dazu mit der Schule in einer Arbeitsgruppe zusammenfinden. Auch eine Finanzierungsidee gibt es schon: Der AK setzt dazu auf das Projekt „Leader-Region“.

„Die Wedemark kann Inklusion. Wir haben schon viel geschafft. Die Gemeinde Wedemark kann sich im Vergleich in der Region weit nach oben setzen“, machte Diedrich für die Freiwilligenagentur der Gemeinde und das MGH deutlich. „Als Kommune sind wir auf dem Weg zu einer inklusiven Wohlfühlgemeinde.“

„Bei der Region und bei den anderen Kommunen ist die Wedemark in dieser Hinsicht positiv bekannt“, stellte auch Günter Wolff fest, der seine Ehefrau zu vielen Behördengesprächen in Inklusions-Angelegenheiten begleitet. „Die Wedemark soll so weit wie möglich für Ältere und Behinderte erfahrbar sein“, nannte er das Ziel der Aktiven. Vieles sei schon ausgeführt, aber im Detail hätten die Betroffenen oft noch anderen Bedarf. So gehe es häufig um Pflasterungen oder auch um Beleuchtung, führte Gabriele Wolff an. Ein Riesenproblem seien die Rad- und Fußwege.

Info: Die Freiwilligenagentur im Mehrgenerationenhaus am Gilborn 6 in Mellendorf ist telefonisch unter (05130) 9744511 zu erreichen, per E-Mail unter freiwilligenagentur@wedemark.de. 

Von Ursula Kallenbach

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