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Nachrichten Sagt die IBK den Bissendorfer Sonntag ab?
Region Wedemark Nachrichten Sagt die IBK den Bissendorfer Sonntag ab?
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17:30 07.04.2019
Caren Peters und Nils Kleinke genießen beim verkaufsoffenen Sonntag in Bissendorf ihr Eis. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Bissendorf

Aus allen Ecken der Wedemark strömten Menschen zum verkaufsoffenen Sonntag nach Bissendorf. Viele Besucher nutzten den herrlichen Frühlingstag und radelten etwa zum Bürgerhaus. Von da aus flanierten sie in den 15 geöffneten Geschäften und genossen die Leckereien, die etwa entlang der Scherenbosteler Straße angeboten wurden. Doch der größeren Veranstaltung der Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute (IBK), der Bissendorfer Sonntag, droht die Absage.

Klönschnack und Erfrischungsgetränke: Besucher des verkaufsoffen Sonntags stärken sich bei der Fleischerei Klemm. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Der Grund: Die Arbeit der IBK mit ihren 92 Mitgliedern gestaltet sich aktuell schwierig. Der Vorsitzende Karsten Hölscher hatte in der Jahresversammlung Ende März sein Amt nach einem Jahr aus persönlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls der Posten der dritten Vorsitzenden ist unbesetzt. Susanne Kissing-Dembski hatte ebenfalls aus persönlichen Gründen das Amt aufgegeben. Beide führen ihre Posten kommissarisch bis zu einer außerplanmäßigen Sitzung weiter, sagte Katharina Sauer, stellvertretende Vorsitzende der IBK. „Wir hängen völlig in der Luft.“

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Organisation des Bissendorfer Sonntag ist aufwendiger

Wegen der Vakanz steht der Bissendorfer Sonntag im September auf der Kippe. Weil die Organisation des verkaufsoffenen Sonntags nicht die Dimension vom Bissendorfer Sonntag hat, schaffte es die IBK die Veranstaltung am Sonntag auf die Beine zu stellen. Machten beim verkaufsoffenen Sonntag lediglich 15 Geschäfte mit, seien es beim Bissendorfer Sonntag mindestens doppelt so viele. Hinzu komme der Aufbau von Bühnen und die Sperrung der Straßen. Wohin das Schiff künftig rudere, konnte Sauer am Sonntag nicht sagen. Sie hofft, dass die IBK in ein ruhigeres Fahrwasser komme und einen neuen Vorsitzenden finde. Ob Sauer möglicherweise selbst den Vorsitz übernimmt? „Dazu kann ich derzeit nichts sagen.“

Besucher bummeln durch die Geschäfte

Caren Peters und Nils Kleinke bummelten im Ort. „Wir haben überall hingeschaut“, berichtete die 29-jährige Bissendorferin, die zusammen mit ihrem Partner beim schönem Wetter ein Eis schleckte. Vorab habe es auch einen Krustenbraten gegeben und danach eine Waffel vom Bäcker. „Wir lassen es und heute gut gehen“, sagte der 45-Jährige.

Auch Familie Klay aus Brelingen drehte ihre Runde durchs Dorf. Und Tochter Tilda strahlte, weil sie bei Andrea Stephan in ihrem Laden „That´s Amore“ eine Perlmuschel und ein Armband bekam. Im Anschluss schauten sich Torben und Merle Klay mit Sohn Jon auch noch in Gartencenter Klipphahn um. „Da war es so voll, dass er keine Parkplatz mehr gab“, erzählte die 36-Jährige.

Einen neuen Teeladen hatten Erhard und Birgit Ziemann entdeckt. Bislang kauften sie verschiedene Sorten in Großburgwedel ein. „Der Laden hat aber geschlossen“, sagte die 65-Jährige aus Resse enttäuscht und freut sich, dass sie künftig an dem Tee schnuppern kann. Anschließend stärkte sich das Paar mit Schinken- und Currywurst.

Die in der Interessengemeinschaft Bissendorfer Kaufleute (IBK) organisierten Gewerbetreibenden hatten den Tag bestens vorbereitet. Der verkaufsoffene Sonntag gilt als der kleine Bruder des Bissendorfer Sonntags, bei dem auch noch Vereine und Organisationen das bunte Programm ergänzen. „Wir sind sehr zufrieden“, bilanzierte die zweite Vorsitzende am Sonntagnachmittag. Auch die Kollegen hätten sich durch die Bank weg positiv über die Resonanz geäußert.

Maibaum-Aufstellen fällt aus

Unterdessen gab Sauer bekannt das Fest am 1. Mai, bei dem traditionell der Maibaum aufgestellt wird, ausfallen zu lassen. „Wie sollen wir in drei Wochen die Veranstaltung aus dem Boden stampfen“, fragte sie. Sie wünscht sich, dass die IBK wieder mehr als Gemeinschaft auftrete. „Dann lassen sich Veranstaltungen schnell organisieren.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier