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Nachrichten Auszeichnung: Gymnasium positioniert sich gegen Rassismus
Region Wedemark Nachrichten Auszeichnung: Gymnasium positioniert sich gegen Rassismus
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18:00 08.05.2019
Das Gymnasium Mellendorf erhält die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Die Hannover Scorpions haben die Patenschaft für die Schule übernommen. Quelle: Julia Gödde-Polley
Mellendorf

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: So darf sich das Gymnasium Mellendorf seit Dienstag offiziell nennen. Schüler, Lehrer und Mitarbeiter haben die Auszeichnung entgegengenommen – als erste Schule in der Wedemark. „Mit dem Titel ist nichts abgeschlossen. Jetzt geht’s erst richtig los“, sagte Jochen Walter, niedersächsischer Landeskoordinator des Projekts.

Während einer Feierstunde im Forum auf dem Campus W wurde mehrfach das Engagement gegen Ausgrenzung und Rassismus gewürdigt – unter anderem von Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski. „Da seid ihr ein Vorbild – ein Vorbild für die ganze Wedemark“, sagte er. Es müsste viel mehr solcher Aktivitäten geben. Er hoffe, dass das Engagement ausstrahlt. Schließlich sei es Aufgabe von jedem einzelnen, sich einzusetzen. „Das Thema Rassismus wird immer größer. Es ist wichtig, dass wir ein Zeichen dagegen setzen“, betonte der Bürgermeister.

Schulen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Auch Schulleiterin Swantje Klapper lobte die Aktivitäten. „Heute bin ich ganz besonders mächtig stolz auf meine Schule“, sagte sie. Das Gymnasium verpflichte sich, gegen jegliche Art von Rassismus einzutreten. Dies sei ein hehres, aber ein wichtiges Ziel, sagte Klapper. „Das Gymnasium Mellendorf macht sich heute auf den Weg.“

Für die Auszeichnung müssen die Schulen bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Mindestens 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Mitarbeiter müssen eine Selbstverpflichtung unterschreiben. Damit bestätigen sie, dass sie die Regeln einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ kennen und sich gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen.

Hannover Scorpions dienen als Paten

Zudem müssen die Einrichtungen einen Paten finden, die das Anliegen des Projekts unterstützen und publik machen. Das Gymnasium konnte die Hannover Scorpions für das Projekt gewinnen. Die Scorpions seien eine „großartige Sportmannschaft“, die sich aus verschiedenen Nationen zusammensetze, sagte Klapper. Dies sei ein gutes Beispiel – auch für die Schüler. „Als uns die Schule kontaktiert hat und fragte, ob wir für das Projekt die Patenschaft übernehmen könnten, gab es nicht viel zu überlegen, da wir es für ein hervorragendes und wichtiges Engagement halten, was Unterstützung verdient“, so Niklas Bröckel, Mitarbeiter in der Geschäftsstelle der Scorpions. Eine weitere Voraussetzung für den Erhalt des Titels ist, dass die Schulen einmal im Jahr einen Aktionstag oder ein Projekt passend zum Thema organisieren müssen.

Schüler tragen Poetry Slams vor

Am Gymnasium Mellendorf gibt es seit Schuljahresbeginn eine AG mit Schülern sowie den Lehrern Felix May und Anja Dyk, die das Projekt und einen ersten Aktionstag geplant haben. Außerdem haben sie die erforderlichen Unterschriften gesammelt. Während der Feierstunde trugen Pia und Katherina aus dem neunten Jahrgang ihren selbstgeschriebenen Poetry Slam „Entscheide dich“ vor. „Wir sind alle Menschen. Wieso können das nicht alle akzeptieren?“, fragte die 15-jährige Marie in ihrem Poetry Slam „Bin ich weniger?“.

Das Gymnasium ist jetzt Teil eines Netzwerks, dem in Deutschland nach Angaben Walters bereits insgesamt circa 2800 Schulen angehören. In Niedersachsen gibt es circa 300 Courage-Schulen. Auch das Gymnasium Langenhagen ist bereits seit Herbst 2017 in dem Netzwerk vertreten. Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde 1995 von dem Trägerverein „Aktion Courage“ initiiert.

„Macht bitte weiter“, sagte Walter den Schülern und Lehrern des Gymnasiums. „Der Titel zaubert Rassismus nicht einfach weg.“ Die Plakette soll nach Angaben von Schulleiterin Klapper demnächst außen gut sichtbar an dem Gebäude angebracht werden.

Von Julia Gödde-Polley

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