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Nachrichten Ausstellung der SPD im Mooriz: Viele Exponate erinnern an den Mauerfall
Region Wedemark Nachrichten Ausstellung der SPD im Mooriz: Viele Exponate erinnern an den Mauerfall
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18:21 10.11.2019
Helga Schulz-Knoke zeigt einen Kalender und eine kleine Kommode, die sie von ihrer Tante aus der ehemaligen DDR geschenkt bekam. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Resse

Weil die Ausstellung „Der Weg zur deutschen Einheit“ des Auswärtigen Amtes vor fünf Jahren in der Brelinger Mitte so gut angenommen worden ist, hat die SPD Ortsverein Wedemark erneut das Thema angepackt und für Sonnabend ins Mooriz in Resse eingeladen. Rund 30 Besucher und einige Zeitzeugen tauschten ihre Erinnerungen an den Mauerfall und die Grenzöffnung aus.

Zeitzeugen stellen viele Erinnerungsstücke zur Verfügung

Vier Tische hatten Rebecca Schamber und Reiner Fischer, beide stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, aufgestellt und darauf die Exponate aus der ehemaligen DDR zur Ansicht drapiert. Im Vorfeld hatten die Sozialdemokraten dazu aufgerufen, für diese Ausstellung Erinnerungsstücke von Zeitzeugen zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Wir waren von der Resonanz überwältigt“, erzählte Schamber bei der Eröffnung. Es sei viel Material zusammengekommen.

Karin Kuhlmann (Vierte von links) erzählt über ihre Ausreise aus der ehemaligen DDR. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Präsente aus der ehemaligen DDR

So etwa ein Kalender zum Stecken aus Metall und auch eine kleine Kommode aus Furnierholz. Diese zwei Gegenstände hatte Helga Schulz-Knoke mitgebracht. Die 81-Jährige aus Resse bekam die Erinnerungsstücke von ihrer Tante aus Leisnig bei Leipzig in den Siebzigerjahren geschenkt. Über die Präsente und auch weitere Stücke wie etwa Teetassen habe sie sich stets gefreut, berichtete Schulz-Knoke.

An einem anderen Tisch erzählte Karin Kuhlmann, wie sie und ihre Eltern bereits 1981 in die Bundesrepublik auswanderten. Damals hatte die heute 61-Jährige eine Brieffreundschaft mit einem Mann aus Hannover. Ihre Eltern wohnten in einem Einfamilienhaus in Dresden. Als die Familie einen Ausreiseantrag stellte, besaßen sie einen Wagen der Marke Wartburg und hatten einen Wellensittich. Das Auto sei verkauft und der Vogel verschenkt worden. Gleichwohl musste die dreiköpfige Familie ein halbes Jahr auf die Ausreise warten. „Wir lebten sechs Monate aus Kisten.“ Da werde so manches wieder ausgepackt.

Exponate erinnern an die DDR-Geschichte. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Aus anfänglicher Brieffreundschaft wurde Liebe

Dann war es soweit: Am 12. Juni 1981 durften die Kuhlmanns ausreisen – ein Schriftstück erinnert daran, und ein Dokument besagt, dass sie zu dem Zeitpunkt staatenlos gewesen seien. „Zuvor haben wir einige der Kisten nach Prag transportiert und sie von dort aus nach Hannover geschickt“, erzählte die Diplom-Wirtschaftsökonomin. Auch ein Telegramm, das es noch gibt, sendete sie an ihre Brieffreundschaft in Hannover. „Wir haben uns verliebt und dann auch geheiratet.“ Die Deutsche Einheit sei dann für sie Gänsehaut pur gewesen.

Zum Anschauen lagen auch noch andere Exponate aus. Familie Schwedhelm aus Bissendorf zum Beispiel beisitzt Stiefel mit Unterschriften aus der Zeit des Mauerfalls. Ein Mauerstück aus Beton ist im Besitz von Ingrid Mehrmann aus Mellendorf, wie auch ein Reisepass mit dem Stempel von der Übergangsstelle Falkensee, die erst nach dem 9. November eingerichtet wurde.

Auch für Dorothee Meineke aus Kirchhorst war die Grenzöffnung ein bewegendes Ereignis. Ihr Mann und sie seien oft nach West-Berlin gefahren, weil er beruflich in Berlin zu tun hatte. Somit hatten sie Erfahrungen mit Grenzschützern und der Volkspolizei gesammelt. Diverse Straßenkarten und Broschüren erinnern an ihre Aufenthalte auch in Ostberlin.

„Über die Vergangenheit zu sprechen, ist wichtig“, sagte Schamber. Weil die SPD keinen anderen Standort für die Ausstellung mit Exponaten gewinnen konnte, sei sie lediglich am Sonnabend zu sehen gewesen.

Diverse Flaschen erinnern, welche Getränke in der ehemaligen DDR erhältlich waren. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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