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Region Uetze Nachrichten Viele Bürger werden für den Schutz der Insekten aktiv
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12:22 16.04.2019
Um den Lebensraum für Wildbienen zu verbessern, werden die Menschen in Uetze auf vielerlei Weise aktiv. Quelle: Bernhard Hoiß
Uetze

Die Gemeinde Uetze hat sich eine neue Schwerpunktaufgabe gestellt: Sie will die Artenvielfalt – auch Biodiversität genannt – fördern. Die Bürger in allen Ortsteilen gingen sehr aktiv mit dem Thema um, sagt Johannes Leßmann, Umweltsachbearbeiter und Klimamanager der Gemeinde. „Wir brauchen das gar nicht zu puschen.“ Generell habe das Thema nach dem Volksbegehren in Bayern zum Bienensterben an Fahrt aufgenommen, beschreibt Leßmann seine Wahrnehmung.

Aus allen neun Ortsteilen kämen Ideen, um Insekten, Vögeln und andere Kleintieren mehr Lebensraum zu bieten, sagt Leßmann und nennt einige Beispiele. In Eltze hat die Gemeinde vor Kurzem in Kooperation mit dem Ortsrat in der Parkanlage De Ole Diek Blühstreifen angelegt. Der Altmerdingser Ortsrat hat im vergangenen Herbst Samenmischungen an die Einwohner ausgegeben. Und will diese Aktion wegen der großen Nachfrage wiederholen. In Hänigsen wurden sogenannte Saatbomben hergestellt. Zudem hat der Naturschutzbund in diesen Tagen Blühflächen auf dem Hänigser Friedhof angelegt. In Schwüblingsen plant das Landwirtsehepaar Anette und Henning Kobbe auf einer ortsnahen Grünfläche gemeinsam mit den Dorfbewohnern eine Bienenweide anzulegen.

Private Spende für eine Streuobstwiese in Dollbergen

In Dollbergen hat ein Privatmann Geld für eine zweite Streuobstwiese – der Heimatverein hat vor Jahren bereits ein Bienenparadies am südlichen Ortsausgang angelegt – gespendet. „Das finden wir besonders klasse“, sagt Leßmann. Die Wiese sei auch schon angelegt worden und zwar an der Straße Im Dubenthal. Mehr als 30 alte Obstsorten habe der Bauhof gepflanzt, der auch die Pflege übernimmt.

12.000 Euro von der Region für Obstbäume

Die Gemeinde selbst hat eine Blumenwiese vor dem Rathaus und nahe dem Bauhof angelegt. Zudem hat Uetze sich laut Leßmann für das Obstbaumprojekt der Region Hannover geworben und 12.000 Euro Fördergeld bekommen. „Am Verbindungsweg Schwüblingsen–Katensen wurden damit schon 20 Bäume gepflanzt“, berichtet er. Weitere 40 bis 45 Obstgehölze will der Bauhof von dem Geld – zehn Prozent der Projektkosten trägt die Gemeinde – noch pflanzen. „Am liebsten an Feldrändern“, sagt Leßmann, der nach eigenen Angaben bereits mit Landwirten im Gespräch ist.

Alarmiert von dem Insektensterben beschloss der Gemeinderat 2018, dass sich Uetze einer neuen Schwerpunktaufgabe im Umweltbereich widmet: Das Hauptaugenmerk soll nicht mehr auf dem Klimaschutz, sondern auf der Biodiversität, also dem Erhalt der biologischen Vielfalt, liegen. Denn im Bereich Klimaschutz hat die Gemeinde inzwischen fast alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Die Kommune betreibt Fotovoltaikanlagen, hat die meisten ihrer Gebäude energetisch saniert und besitzt über die Gemeindebetriebe ein Windrad am Windpark Uetze Nord und will sich an den Bürgerwindräder im Gemeindegebiet mit jeweils zehn Prozent beteiligen.

Von Anette Wulf-Dettmer

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