Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Vater und Sohn bauen privates Nahwärmenetz
Region Uetze Nachrichten Vater und Sohn bauen privates Nahwärmenetz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:29 25.08.2019
Harald Stern wirft einen Blick auf die Holzhackschnitzelheizung. Sie ist das Kernstück des Nahwärmenetzes. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Harald und Arne Stern entlasten die Erdatmosphäre um rund 15 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Vater und Sohn haben kürzlich in Uetze ein Nahwärmenetz in Betrieb genommen. Die Energie dafür liefert eine Hackschnitzelheizung, die mit Pappelholz aus einer eigenen Plantage befeuert wird.

Vorerst versorgt die Heizanlage drei Häuser mit vier Wohnungen und rund 650 Quadratmeter Wohnfläche an der Schünebuschstraße. „Wir können mindestens noch zwei weitere Häuser anschließen“, sagt Harald Stern.

Planung hat vor acht Jahren begonnen

Erste Überlegungen, beim Heizen regenerative Brennstoffe zu nutzen, haben die Sterns vor etwa acht Jahren angestellt. Dabei spielten die ständig steigenden Energiekosten, das Bestreben der Gemeinde Uetze, auf regenerative Energien zu setzen, die Notwendigkeit, in einigen Jahren die eigene Gasheizung zu ersetzen, und die Diskussion über den Klimawandel eine Rolle. Vater und Sohn prüften mehrere Alternativen und besuchten Fachmessen.

„Aus ethischen Gründen fiel das Verbrennen von Getreide als Erstes aus der Auswahl heraus“, sagt Harald Stern. „Auch Holzpellets sind relativ schnell als Brennstoff ausgeschieden, da damit wieder eine Abhängigkeit von Zulieferern und vom Markt für derartige Brennstoffe eingetreten wäre“, sagt der Uetzer. Er und sein Sohn setzten sich zum Ziel, die benötigten nachwachsenden Brennstoffe möglichst selbst zu erzeugen. Das Verfeuern von Scheit- und Meterholz aus dem eigenen Wald wäre mit relativ großem Arbeitsaufwand verbunden. So blieb schließlich der Anbau von Miscanthus-Gras und schnell wachsenden Bäumen auf eigenen Ackerflächen übrig.

Pappelplantage im Jahr 2014 angelegt

2014 beauftragten die Sterns eine Firma, auf einer sechs Hektar großen Ackerfläche rund 60.000 Pappeln zu pflanzen. Diese können das erste Mal nach vier Jahren, dann alle drei Jahre geerntet werden. Die erste Holzernte war im Winter 2018/2019. Die Pappeln sind zu 160 Kubikmetern Hackschnitzel verarbeitet worden. Sie wurden in der Biogasanlage in Wathlingen getrocknet und dann in Uetze eingelagert. Das Gebäude mit dem Lager und den Raum für die Heizung haben Arne und Harald Stern selbst gebaut. Ein Uetzer Unternehmen baute bis Ende Juli 2019 die Heizzentrale mit einer Heizleistung von 105 Kilowatt, verlegte die Rohre für den Wärmetransport und installierte die Übergabestationen in den Häusern.

160 Kubikmeter Hackschnitzel aus Pappelholz liegen im Lager. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Beim Heizen der drei Wohnhäuser mit Erdgas sind nach Harald Sterns Berechnungen bisher 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entstanden. „Seit Anfang August wird beim Verbrennen des Holzes nur noch das Kohlendioxid freigesetzt, das die Pappeln während ihres Wachstums aus der Umwelt entnommen haben – also ein klimaneutraler Kreislauf“, sagt der Uetzer.

Tilgungszuschuss von der KfW

Die Investitionssumme beziffert er mit 80.000 Euro. Davon entfallen 20.000 Euro auf das Anlegen der Pappelplantage. Die KfW-Bankengruppen fördert Heizanlagen, wenn über ein kleines Nahwärmenetz mehrere Häuser angeschlossen werden. „Die Antragstellung erfolgte schnell und problemlos und hat am Ende zur Auszahlung eines Tilgungszuschusses durch die KFW-Bankengruppe geführt, der rund ein Fünftel der Investionssumme betrug“, berichtet Harald Stern.

Private Nahwärmenetze gewinnen an Bedeutung

Auch die Schwüblingser haben in ihrem Ort ein Nahwärmenetz aufgebaut.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Der Ton im Straßenverkehr wird rauer: In Uetze haben offenbar Autoinsassen einen Senior beleidigt, weil dieser den Fahrer auf sein Parkverhalten angesprochen hatte. Die Polizei sucht Zeugen.

25.08.2019

Mehr als zuträglich und vor allem erlaubt ist, hat ein Uetzer an Alkohol zu sich genommen, bevor er auf sein Fahrrad gestiegen ist. Als die Polizei ihn zur Blutprobe verdonnerte, floh er – zunächst.

25.08.2019

Der Gemeinde Uetze stehen die Schulden bis zum Hals. Für eine kleine Entspannung der Finanzlage sorgt jetzt die vorzeitige Ablösung eines Kassenkredits. Der Bürgermeister sagt warum.

24.08.2019