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Region Uetze Nachrichten Uralte Bücher finden neue Heimat in Oler Dorpschaule
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18:32 10.10.2019
Das Gesangbuch (links) ist 1769 erschienen. Mindestens 212 Jahre alt ist die Bibel, die der Heimatbund ebenfalls geschenkt bekommen hat. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Uetze

Ein 250 Jahre altes Gesangbuch und eine mehr als 200 Jahre alte Bibel hat der Heimatbund Uetze für seine Heimatstube in der Olen Dorpschaule geschenkt bekommen. „Die sind von Hanna Surburg aus Abbeile“, sagt Heimatbundmitglied Dieter Lorenz. Sie habe die alten Bücher beim Aufräumen gefunden. „Sie hat uns gefragt, ob wir Interesse daran haben“, erzählt er.

Das Alter des Gesangbuchs lässt sich genau bestimmen. Auf der ersten Aufschlagseite mit dem Buchtitel „Vermehrtes Lüneburgisches Kirchen-Gesang-Buch nebst einem Gebet-Buche“ steht ganz unten die Jahreszahl 1769. Außerdem kann man dort nachlesen, dass das Gesangbuch auf „allergnädigsten Befehl“ der „königlich Groß-Britannischen Majestät“ und der „Chur-Fürstlichen Durchlaucht zu Braunschweig-Lüneburg“ herausgegeben wurde. 1869 regierte Georg III. aus dem Hause Hannover sowohl im Königreich Großbritannien als auch im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, dem späteren Königreich Hannover. Die Personalunion bestand von 1714 bis 1837, also 123 Jahre.

Abgedruckt ist auf der ersten Aufschlagseite auch der Preis des Gesangbuchs: 12 Ggr. Ggr ist die Abkürzung für Gute Groschen. 24 gute Groschen ergaben einen Reichstaler.

Eintragung einer Geburt aus dem Jahr 1807

Das Alter der Bibel mit einem Vorwort Martin Luthers lässt sich nur schätzen. „Wir vermuten, dass sie ähnlich alt ist wie das Gesangbuch“, sagt Heimatbundarchivar Wolfgang Braatz. Sie ist mit Sicherheit allerspätestens 1807 gedruckt worden. Denn auf den letzten freien Seiten sind mehrere Geburten handschriftlich eingetragen. Die älteste Eintragung stammt vom 12. Juli 1807. An dem Tag wurde Ilse Dorothea Schridde geboren. Ihre Eltern waren Johann Heinrich Schridde und Anna Louise Wrede. Möglicherweise haben sie die Bibel zur Hochzeit geschenkt bekommen, vermutet Braatz.

Die Zeit ist nicht spurlos an dem Gesangbuch und der Bibel vorübergegangen. Der Buchrücken des Gesangbuchs ist mit Klebeband repariert worden. Der hintere Buchdeckel ist nicht mehr das Original. Bei der Bibel fehlt eine Hälfte des vorderen Deckels. Daher sind die ersten 50 Seiten beschädigt. „Richtig kaputt sind die ersten zehn Seiten“, stellt Braatz fest.

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Ein Amerikaner auf Spurensuche in der Heimatstube

Wer sich in der Heimatstube in der Olen Dorpschaule einmal umschauen möchte – dort gibt viele Exponate, die von der örtlichen Geschichte erzählen – kann mit dem Heimatbundvorsitzenden Peter Doms, Telefon (05173) 7752, einen Besichtigungstermin vereinbaren.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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