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Region Uetze Nachrichten Hänigser Friedhof soll noch schöner werden
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16:24 04.09.2018
Diese prächtige Lindenallee auf dem Hänigser Friedhofs hat Seltenheitswert. Sie führt schnurstracks auf die altehrwürdige St.-Petri-Kirche zu. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Hänigsen

 Der Hänigser Friedhof ist ein Treffpunkt für die Menschen – „Allein schon wegen seiner Lage mitten im Ort“, sagt Pastor Steffen Lahmann – und ein Rückzugsort für die Tiere. Die Kirchengemeinde als Eigentümerin will dieses Fleckchen Erde jetzt noch schöner und abwechslungsreicher gestalten – mit weiteren Bänken und dem Angebot neuartiger Bestattungsformen. „Die Bänke sind schon in Arbeit“, sagt Kirchenvorstandsvorsitzende Erika Brandes.

Geprägendes Element ist die Lindenallee mit ihrem geschlossenen Blätterdach, die den Friedhof auf ganzer Länge quert. „2017 haben wir alle Linden ausschneiden lassen“, sagt Lahmann. Überall auf dem Areal verteilt spenden Bäume Schatten, und es gibt heimelige Ecken und liebevoll gestaltete Grabstätten zu entdecken.

Wer sich die Zeit für einen Rundgang nimmt, stößt auf zahlreiche Spuren der jüngeren Geschichte Hänigsens und des Umlands. So wurden auf dem Hänigser Friedhof Zwangsarbeiter der Munitionsfabrik in Nienhagen bestattet. Gräber mit kryllischer Schrift und Kreuzen erinnern an die russischen Zwangsarbeiter unter ihnen. Ein großes Grabrelief ist den Opfern des Hänigser Grubenunglücks im Jahr 1946 gewidmet. Vielleicht lohnt sogar ein Besuch des Friedhofs im Rahmen des Schulunterrichts? Denn: „Wenn wir Veranstaltungen mit Schülern haben, stelle ich oft fest, dass nähere Vergangenheit nicht bekannt ist“, sagt Pastor Lahmann.

Geschichte des Ortes: Gedenkstein für die Opfer des Grubenunglücks im Jahr 1946. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Wie sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat – die Grabfelder des Hänigser Friedhofs zeichnen diese Entwicklung nach. Es gibt traditionelle Sargbestattungen mit gepflanztem Grab oder unter Steinplatten sowie Urnengräber mit kleinen oder großen Platten oder auch mit Bepflanzung. Weil auch in Hänigsen die Nachfrage nach pflegeleichten Grabstellen wächst, hat die Kirchengemeinde 2017 eine Urnen-Gemeinschaftsanlage unter Bäumen angelegt, deren Mittelpunkt eine Basaltsäule bildet. Ab diesem Herbst können Angehörige ihre Toten zudem in Rasensarggräbern mit einem nur 60 Zentimeter breiten Pflanzstreifen beerdigen. „Der Rest der Grabstätte wird eingesät“, erklärt Klaus-Henning Krebs vom Friedhofsausschuss der Kirchengemeinde. Damit sei das Grab relativ pflegeleicht.

Der Friedhofsausschuss verfolgt zurzeit noch einen weitere Idee: Familiengräber für Urnen. Die ersten Pläne sehen vor, 32 einen Quadratmeter große Platten, unter denen jeweils vier Urnen beigesetzt werden können, in Kreuzform anzulegen. Standort soll eine freie Fläche an der Friedhofsmauer zur Windmühlenstraße sein.

Pastor Steffen Lahmann (links) und Klaus-Henning Krebs vom Friedhofsausschuss zeigen den Plan für eine ungewöhnliche Urnengrabanlage, die an der Friedhofsmauer zur Windmühlenstraße (im Hintergrund) entstehen soll. Unter ein Quadratmeter großen Platten können jeweils vier Urnen beigesetzt werden. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Wer Menschen treffen will, sollte in diesem Sommer in den frühen Abendstunden zum Friedhof kommen, wenn die Hänigser die Gräber ihrer verstorbenen Angehöriger gießen. In der Regel bringen sie auch Zeit für einen kleinen Plausch mit. Wie der Naturschutzbeauftragte Erhard Zander. Er kann viel über die Tierwelt auf dem Friedhof erzählen: „Es gibt viele Fledermäuse, für die der Naturschutzbund Kästen aufgehängt hat. In einem hatten sich schon mal Hornissen eingenistet.“ Insekten, die Beute der Fledermäuse, werden von den Lindenblüten und dem Klee auf den Grünflächen angelockt. „Die saisonale Bepflanzung auf den Gräbern hilft den Insekten ebenfalls“, sagt Zander. „Die Hecken wiederum bieten Singvögeln, Igeln und Eichhörnchen Unterschlupf“, erklärt Pastor Lahmann. Ob sich die Idee, einen Blühstreifen auf dem Friedhof anzulegen, umsetzen lässt, wollen er und der Naturschutzbeauftragte bei einem gemeinsamen Treffen klären.

Von Anette Wulf-Dettmer

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