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Region Uetze Nachrichten Gutachten sieht Aldi-Erweiterung vor
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08:15 26.06.2019
Die Rossmann-Filiale am Hindenburgplatz ist derzeit der einzige Drogeriemarkt in derGemeinde Uetze. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Die Erweiterungsabsichten der Nahversorger Cramer und Aldi passen zum überarbeiteten Einzelhandelskonzepts für die Gemeinde Uetze. In der Fortschreibung des Konzepts empfiehlt die Beratungsfirma Cima den zentralen Nahversorgungsbereich in der Ortschaft Uetze zu stärken und attraktiv zu gestalten. Gegenüber dem alten Konzept von 2012 hat die Cima diesen Bereich nun ausgedehnt, indem sie auch den Standort Aldi/Rewe und das neue Gesundheit- und Ärztezentrum mit Apotheke an der Burgdorfer Straße in das Gebiet aufgenommen hat.

Der zentrale Versorgungsbereich ersteckt sich jetzt über 880 Meter von der Kreuzung Kaiser-/Bäckerstraße über den Hindenburgplatz bis zur Kreuzung West-/Burgdorfer Straße. Dort befinden sich 30 Einzelhandelsbetriebe. Darunter Cramer, Aldi, Rewe und Rossmann. Nach Bürgermeister Werner Backebergs Angaben erleichtert die Ausdehnung des Zentrums eine Modernisierung der Aldi-Filiale.

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Der zentrale Versorgungsbereich des Hauptzentrums Uetze ist so erweitert worden, dass jetzt auch Aldi und Rewe in diesem Bereich liegen.. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Die Gutachter raten zu einer Ortskernentwicklung, um die Nahversorgung und die heute bestehende kleinteilige Anbieterstruktur zu erhalten. „Der Ortskern um den Hindenburgplatz bietet Potenzial, einen lebendigen Aufenthaltsort für Bürger und Kunden zu schaffen, die zum Einkaufen nach Uetze kommen“, stellen sie fest. Das Zusammenwirken von Einzelhandel, gehobenem Dienstleistungsangebot und Freizeitangeboten könne die Attraktivität des Einzelhandelsstandorts stärken.

Projektleiter rät zu Masterplan

Die Umnutzung von Leerständen im östlichen Bereich der Kaiserstraße stelle allerdings eine Herausforderung dar. Cima-Projektleiter Martin Kremming rät, einen Masterplan mit einem Flächen- und Leerstandsmanagement sowie Aussagen zu Erreichbarkeit, Mobilität und Marketing aufzustellen.

Die Cima klassifiziert den Schapers Kamp mit Famila und Lidl als Sonderstandort. Die Eröffnung des Famila-Warenhauses habe gestoppt, dass die Kunden verstärkt außerhalb einkaufen gehen, und in einen positiven Trend umgewandelt, stellt die Cima fest. Nach Ansicht der Gutachter sollte der Standort bei Neuansiedlungen Fachmärkten, wie etwa Möbel-, Eisenwaren-, Autozubehör-, Farben- und Tapetenläden vorbehalten bleiben.

Am Sonderstandort Schapers Kamp, wo Famila eine Filiale hat, sollen sich keine weiteren Lebensmittelgeschäfte ansiedeln. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Die Gutachter erkennen die Bedeutung Hänigsens für den Einzelhandel an. Dort hat die Cima 17 Einzelhandelsbetriebe – unter anderem Edeka Ersu, Netto und Penny – gezählt. Dollbergen mit seinem Edeka-Markt nehme für den Süden der Gemeinde eine Nahversogrungsaufgabe wahr, betonen sie.

Seit Schlecker-Pleite keine Drogerie in Hänigsen

Nach Kremmings Worten ist die Gemeinde Uetze im Bereich Lebensmittel „gut aufgestellt“. Ausbaumöglichkeiten sieht Cima vor allem beim Sortiment Gesundheit und Körperpflege. „Bisher ist nur ein Drogeriemarkt Rossmann im Hauptort Uetze. Eine verträgliche Erweiterung des bestehenden Betriebs wäre im Sinne des Konzepts“. Die Gutachter befürworten auch die Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Hänigsen. Seit der Schlecker-Pleite gibt es dort keine Drogerie mehr.

Gegenüber dem alten Einzelhandelskonzept von 2012 hat sich die Zahl der Betriebe von 105 auf 88 verringert. Die Verkaufsfläche wuchs hingegen von 18.160 auf 19.006 Quadratmeter. Der Umsatz stieg trotz Preissteigerungen nur von 70,5 auf 72,5 Millionen Euro. Ihm steht ein Nachfragepotenzial der Einwohner von 115,1 Millionen Euro gegenüber. Somit fließen 42,6 Millionen Euro an Kaufkraft ab.

Information: Über das Einzelhandelkonzept berät der Uetzer Rat in der Sitzung am Donnerstag, 27. Juni, ab 18 Uhr in der Agora.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller