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Region Uetze Nachrichten Grundschüler tauchen in digitale Welt ein
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00:17 01.05.2019
Moritz Langer (hinten), Vorstandsmitglied der Friedel-Giere-Stiftung, schaut Viertklässlern zu, die mithilfe des Tablets im Internet nach Informationen über jüdische und islamische Feste suchen.
Moritz Langer (hinten), Vorstandsmitglied der Friedel-Giere-Stiftung, schaut Viertklässlern zu, die mithilfe des Tablets im Internet nach Informationen über jüdische und islamische Feste suchen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Dollbergen

Die Lehrer und die Schüler der Dollberger Grundschule können ab sofort im Unterricht mit Tablets arbeiten. Das ist möglich ist das, weil die Friedel-Giere-Stiftung einen iPad-Koffer mit 20 Tablets im Wert von 10.000 Euro angeschafft und die Gemeinde Uetze in der Schule W-LAN eingerichtet hat. Während eines Medientages hat die Löwenzahnschule Vertretern anderer Schulen, der Stiftung und der Gemeinde „einen Einblick in die digitale Welt der Grundschule Dollbergen“ gegeben.

Zweitklässler lernen das Programmieren

Die Lehrer haben für den Medientag vier Unterrichtsszenarien vorbereitet. Die Gäste erfuhren, dass bereits die Zweitklässler das Programmieren lernen. „Willkommen bei den Ozobots“, begrüßte Nadine Linnes die Besucher im Klassenraum der 2b. „Die Ozobots sind ganz kleine Computer“, erklärte sie. Zum Programmieren gebe es eine kostenlose App. Die Zweitklässler hatten die Minicomputer so eingestellt, dass sie auf einer kurvenreichen Linie entlang fuhren, die sie mit verschiedenen Farben auf Papier gemalt hatten. Wenn die Ozobots über einen roten, grünen oder blauen Streckenabschnitt fuhren, leuchteten sie in der entsprechenden Farbe auf.

Zweitklässler lassen Ozobots, die sie mithilfe einer App programmiert haben, auf einer Linie entlang fahren, die sie auf Papier gemalt haben. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Religion stand auf dem Stundenplan der Klassen 3a und 4a. Die Drittklässler bearbeiteten selbstständig unterschiedliche Aufgaben. Zum Beispiel sollten sie ein Kirchenfenster zum Thema Auferstehung malen. Über einen Kopfhörer konnten sich die Schüler noch einmal die Aufgabe anhören, die ihnen die Lehrerin gestellt hatte. Das sei insbesondere in inklusiven Klassen eine Arbeitserleichterung für die Lehrkräfte, erläuterte die Schulleiterin Iris Mundry-Nöhre, die unter anderem auch Informatik studiert hat.

Die Schüler der 4a sollten auf zwei Webseiten, die ihnen die Lehrerin Kathrin Matthies vorgegeben hatten, nach Informationen über jüdische und islamische Feste suchen. „Ich arbeite mit dem Classroom Manager“, sagte Matthies. Dieses System ermögliche ihr, zu kontrollieren, welche Schüler sich tatsächlich die vorgegebenen Seiten ansehen und wer im Internet surfe. Gegebenenfalls könne sie die Webseite sperren, die sich ein Schüler unerlaubt anschaue.

Arbeitserleichterung für Vertretungsunterricht

Die Schüler der 4b falteten im Werkunterricht Origami. Als Faltanleitung diente ein You-Tube-Video, das auf einer Leinwand zu sehen war. Eine solche Faltanleitung per Video könne man als Lehrer einsetzen, wenn man kurzfristig eine Vertretungsstunde übernehmen müsse und keine Zeit mehr für die Unterrichtsvorbereitung habe, erläuterte Lehrerin Michaela Rode.

Laut Schulleiterin Mundry-Nöhre hatte die Löwenzahn aus zwei Gründen zu dem Medientag eingeladen. Andere Schulen hätten nachgefragt, wie der iPad-Koffer im Unterricht genutzt werde. Außerdem wolle sich die Löwenzahnschule bei der Gemeinde und bei Friedel-Giere-Stiftung bedanken. „Man kann nicht früh genug damit beginnen, die Nutzung neuer Medien zu fördern. Ich habe heute gesehen, dass die Spende etwas bewirkt“, sagte Moritz Langer, Enkel des Stiftungsgründers Friedel Giere. Gegründet wurde die Stiftung im November 2009, Vereine und Einrichtungen in Dollbergen finanziell zu unterstützen. Fördert werden unter anderem die Schule, die Kindergärten und die Abteilung Fußball des TSV-Dollbergen.

WLAN läuft im Schulzentrum instabil

Bis zum Jahresende will die Gemeinde Uetze alle ihre Schulen mit WLAN ausrüsten. Die Abkürzung steht für Wireless Local Area Network, was soviel wie kabelloses lokales Netzwerk bedeutet. Bereits seit Jahren gibt es am Schulzentrum ein WLAN. „Aber da besteht das Problem, dass es nicht stabil ist“, sagt Ann-Kathrin Schumacher aus der Gemeindeverwaltung. Deshalb habe man schon vor einiger Zeit die Brandbreite erhöht. Aber nach wie vor sei die Ursache für die Instabiliät nicht geklärt. Auf jeden Fall sei eine Nachbesserung geplant, berichtet Schumacher.

Die Dollberger Löwenzahnschule ist erst kürzlich WLAN ausgestattet worden. In der Hänigser Grundschule Am Storchennest ist WLAN momentan noch nicht in allen Klassenräumen verfügbar, in diesem Räumen wird es gerade eingerichtet. In der Grundschule Uetze mit ihrer Außenstelle in Eltze fehlt es bislang gänzlich. „Wir haben das Ziel, es in diesem Jahr zu installieren“, kündigt die Erste Gemeinderätin Ursula Tesch an. Wahrscheinlich werde es aber wegen technischer Probleme länger dauern.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller