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Region Uetze Nachrichten Grüne gewinnen zweistellig bei der Europawahl
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15:42 27.05.2019
Die Wahl zum Europaparlament hat in Uetze 62,5 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gelockt – ein neuer Höchstwert.
Die Wahl zum Europaparlament hat in Uetze 62,5 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gelockt – ein neuer Höchstwert. Quelle: Symbolbild
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Uetze

Auch in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Uetze haben die Grünen bei der Europawahl am Sonntag einen Höhenflug erlebt. Ein Fünftel der Wähler (20,8 Prozent) haben auf dem ellenlangen Stimmzettel ihr Kreuzchen hinter dieser Partei gemacht. Das ist im Vergleich zu 2014 ein Zuwachs von 11,2 Prozentpunkten. In Dollbergen sind die Grünen mit 26,3 Prozent (2014: 9,6) sogar stärkste Partei. Die CDU erreicht hier 21,9 (2014: 33,1) und die SPD 20,3 Prozent (40,3). Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 Prozent gegenüber 50,2 Prozent bei der Europawahl 2014.

Kräftig Federn gelassen haben SPD und CDU – und zwar durchweg in allen Uetzer Ortschaften. Die Christdemokraten bleiben im Gemeindegebiet mit 27,7 Prozent zwar stärkste Partei, verloren jedoch 10,7 Prozentpunkte gegenüber der Europawahl 2014. Die Sozialdemokraten erhalten 23,2 Prozent, ein Minus von 13 Punkten. Von ihren Verlusten im zweistelligen Bereich haben nicht nur die Grünen, sondern alle anderen Parteien profitiert. Die AfD holt 8,8 Prozent (2014: 5,6 Prozent), die FDP 5,6 Prozent (1,8) und Die Linke 3,3 Prozent (3,1).

Dirk Rentz (CDU): Denkzettel für Bundesregierung

Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Dirk Rentz aus Dollbergen zeigt sich vom Abschneiden seiner Partei und der SPD nicht überrascht: „Damit liegen wir voll im Bundestrend. Ich hatte mit einem noch schlechteren Ergebnis gerechnet“, sagt er am Tag nach der Europawahl. „Ich freue mich, dass wir zumindest stärkste Partei in Uetze geblieben sind.“ Nach seiner jahrzehntelangen Erfahrung nutzten die Wähler die Europawahlen gern, um den regierenden Parteien einen Denkzettel zu verpassen, „den man aber ernst nehmen muss“.

Ernstfried Langer, Chef der Uetzer SPD, freut sich nach eigenen Angaben zumindest über die hohe Wahlbeteiligung. „Vom Ergebnis der SPD bin ich aber enttäuscht“, sagt er am Tag nach der Wahl. „Es zeigt mit, dass wir als SPD nicht in der Lage sind, unsere Politik, die durchaus erfolgreich ist in der Groko, zu verkaufen.“ Vor allem ihre umweltpolitischen Ziele könne die SPD in Berlin nicht durchsetzen.

Von den Grünen war bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

Die höchste Wahlbeteiligung hat Altmerdingsen

Die Altmerdingser sind mit 63,8 Prozent Wahlbeteiligung – und das trotz Schützenfests – die Spitzenreiter in der Gemeinde. Die CDU bleibt mit 27,5 Prozent (2014: 39) die stärkste Partei. Die SPD holt 19,5 (32), die Grünen 17,5 (11,2), FDP 5,6 (3,3), Linke 4,3 (4,6). Die AfD kann ihr Wahlergebnis verdreifachen von 3,9 in 2014 auf aktuell 12,3.

Auch Dedenhausen hat Volksfest gefeiert, fleißig gewählt wurde trotzdem: 57,5 Prozent der Wahlberechtigten gingen an die Urnen. Stärkste Partei bleibt die SPD mit 26,8 Prozent (2014: 38,5). Die CDU kommt auf 25,8 Prozent (35,7), die Grünen auf 23,5 (10,4), Linke 5,0 (2,8), FDP 4,0 (1,1) und AfD 4,8 (3,9).

In Dollbergen triumphieren nicht nur die Grünen mit 26,3 Prozent (2014: 9,6), auch die FDP hat sich von 1,9 auf 5,6 Prozent gesteigert. Die AfD kommt auf 9,4 Prozent (6,0). Die Linke erreicht 3,1 Prozent (2014: 3,9), die CDU 21,9 (33,1) und die SPD 20,3 (40,3) Prozent.

In Eltze holt die CDU ihr bestes Ergebnis

In Eltze kann sich die CDU als stärkste Partei behaupten, sie erreicht 34,6 Prozent (2014: 46,1). Das ist zugleich das beste CDU-Ergebnis aller Uetzer Ortschaften. Platz zwei geht an die SPD mit 21,3 Prozent (29,6). Die Grünen haben bereits 2014 ein zweistelliges Ergebnis (10,3 Prozent) erreicht und haben jetzt noch einmal zugelegt auf 16 Prozent. Die FDP kommt auf 5,8 (1,4), die Linke auf 2,3 (2,0), die AfD auf 9,2 (5,0). Die Wahlbeteiligung lag bei 55,3 Prozent.

Zweistellige Verluste für SPD und CDU in Hänigsen: Für die Sozialdemokraten stimmen 24,5 Prozent (2014: 36,5) und für die Christdemokraten 24,4 Prozent (38,0). Auch im zweitgrößten Ort der Gemeinde sind die Grünen die Gewinner. Sie können sich von 9,7 vor fünf Jahren auf 21,9 Prozent steigern. Wahlbeteiligung: 52,3 Prozent.

In Katensen hat sich das Wahlergebnis für die SPD gegenüber der Europawahl 2014 halbiert – von 40,8 auf 19,1 Prozent. Dafür können die Grünen einen zweistelligen Zuwachs verzeichnen. 22,8 Prozent lautet das Ergebnis 2019, gegenüber 7,6 Prozent in 2014. Die CDU kommt auf 25,9 Prozent (2014: 37,4). Die AfD erhält 12,3 Prozent (4,8), FDP 4,8 (0,8), Linke 3,4 (1,9). Die Wahlbeteiligung liegt bei 58,6 Prozent.

In Obershagen legt die AfD kräftig zu

Obershagen liegt im Gemeindetrend – herbe Verluste für CDU und SPD, Zuwachs für die Grünen. Im Einzelnen: Die CDU kommt auf 28,9 Prozent (42,8), die SPD auf 23,0 (32,1), die Grünen auf 15,2 (9,7), die Linken auf 3,1 (2,1). Die FDP kann ihr Wahlergebnis um 5 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent steigern. Verdreifacht hat die AfD ihren Stimmanteil in Obershagen – von 4,8 in 2014 auf 11,4 Prozent. Wahlbeteiligung: 51,3 Prozent

In Schwüblingsen liegen Grüne und Sozialdemokraten mit jeweils 22,9 Prozent gleichauf. Wobei die SPD von 35,9 Prozent abgestürzt ist, und die Grünen ihr gutes Ergebnis von 2014 mit 15,3 Prozent noch einmal um 7,6 Punkte steigern konnten. Auch die FDP gewinnt hinzu und erreicht 5,5 Prozent (2014: 3,2). Die AfD erreicht 6,5 Prozent (2,4). Die Linken fallen auf 1,5 Prozent (2,4). Die Verluste der CDU fallen in dem Dorf verhältnismäßig gering aus. Die Christdemokraten bleiben mit 32,4 Prozent (2014: 36,3) stärkste Partei. Die Wahlbeteiligung ist mit 60,3 Prozent die zweithöchste in der Gemeinde.

Schlusslicht bei der Wahlbeteiligung ist Uetze

In der Ortschaft Uetze kann die CDU sich mit 28,2 Prozent als stärkste Partei behaupten, verliert aber gegenüber 2014 fast 10 Prozentpunkte. Noch größer fällt der Verlust für die SPD aus: Sie erreicht nur noch 23,4 Prozent gegenüber 36,3 vor fünf Jahren. Gewinner sind auch hier die Grünen mit einem Plus von 10,8 Punkten auf 19,9 Prozent. Auch die AfD ist hier zweistellig: 10,2 Prozent (2014: 6,2). Die FDP erhält 5,2 Prozent (1,8) und die Linke 3,7 (3,4). Bei der Wahlbeteiligung ist der größte Ort der Gemeinde das Schlusslicht: Gerade einmal 46,5 Prozent der Wahlberechtigten nutzen ihr Wahlrecht.

Von Anette Wulf-Dettmer