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16:23 06.09.2018
Mithilfe von Fördergeldern des Integrationsfonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ will die Sozialarbeiterin des Uetzer Familienbüros, Ellen Schwenke, einen Frauenschwimmkurs ins Leben rufen.
Mithilfe von Fördergeldern des Integrationsfonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ will die Sozialarbeiterin des Uetzer Familienbüros, Ellen Schwenke, einen Frauenschwimmkurs ins Leben rufen. Quelle: Sandra Köhler
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Uetze

Das Familienbüro der Gemeinde, das Freibad und das Familienhaus wollen in einem gemeinsam Projekt erreichen, dass Migrantinnen schwimmen lernen. Das Projekt hat offenbar gute Aussichten, von der Region Hannover finanziell gefördert zu werden.

„Wir sehen, dass immer weniger Menschen schwimmen können“, sagt Ellen Schwenke, Sozialarbeiterin im Familienbüro der Gemeinde, über die Motivation zu dem von ihr angeregten Frauenschwimmprojekt Uetze: „Deshalb gibt es schon seit Jahren Schwimmkurse für Kinder. Wenn deren Mütter sie aber ins Bad begleiten, müssen die eigentlich auch schwimmen können“, folgert sie. Insbesondere für Frauen, die aus anderen Kulturkreisen stammen, sei dies aber keine Selbstverständlichkeit. Nichtsdestotrotz sei das Interesse bei ihnen groß. „Es gab im Freibad vor einiger Zeit bereits einen Schwimmkurs für Frauen. Und die waren mit Begeisterung dabei.“ Nicht zuletzt, weil ihnen der Besuch im Freibad auch neue Kontakte ermöglicht habe. „Es geht immer um Begegnung“, sagt Schwenke.

Es liege also nahe, da anzuknüpfen und in der Badesaison 2019 ein entsprechendes Angebot zu schaffen. Und zwar in Kooperation mit dem Freibad und dem Familienhaus. Das Bad könne die passende Örtlichkeit sowie die Kursleiter bereitstellen. Das Familienhaus könne das Angebot kommunizieren. Denn dort liefen bereits viele Fäden in Sachen Integration zusammen. Einerseits über die Begegnung mit den Frauen, deren Kinder die Kindertagesstätte besuchen, andererseits über diverse Projekte wie die Rucksackmütter und die Willkommensorte. „Das wird sich schnell rumsprechen“, weiß Schwenke aus Erfahrung. Wann und in welcher Taktung die Treffen stattfinden könnten, sei noch offen: „Das müssen wir erst mit dem Freibad klären.“ Der Erwachsenenschwimmkurs des Freibades sei seinerzeit während der normalen Öffnungszeiten über die Bühne gegangen: „Damit hatten die Frauen keine Probleme. Die eine kam im Bikini, die andere im Burkini. So, wie es für sie in Ordnung war.“

Rund 4600 Euro hat die Sozialarbeiterin für das Projekt veranschlagt. Geld, das der Haushalt der Gemeinde nicht hergibt. Trotzdem sehe es gut aus für das Projekt: Denn der Ausschuss für Gleichstellung, Frauenförderung und Integration der Region Hannover hat empfohlen, das Uetzer Vorhaben aus dem Integrationsfonds in voller Höhe zu fördern. Das letzte Wort hat am 18. September der Regionsausschuss.

Region Hannover gibt Geld für Integrationsprojekte

Der Integrationsfonds „Miteinander – Gemeinsam für Integration“ existiert seit 2009. Aus ihm bezuschusst die Region Hannover gemeinnützige Projekte, die Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind, mit hier Geborenen zusammenbringt. Das Motto in diesem Jahr lautet „Niemals allein – Integration Hand in Hand“. Beworben haben sich 88 Projektträger. Der Ausschuss für Gleichstellung, Frauenförderung und Integration hat sich für die Unterstützung von 32 Vorhaben ausgesprochen. Das letzte Wort hat der Regionsausschuss. Die auszuschüttende Gesamtsumme beträgt 165.000 Euro. Vorgesehen sind Zuschüsse zwischen 1000 und 18.500 Euro.

 

Von Sandra Köhler