Uetze: Dedenhausens Fußballern wird der Geldhahn zugedreht
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17:33 02.01.2020
Die Fußballer des MTV Dedenhausen tragen auf diesem Sportplatz ihre Spiele aus. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Dedenhausen

Steht der Fußball als Vereinssport in Uetze-Dedenhausen vor dem Aus? Das befürchtet der Uetzer Sportring-Vorsitzende Herwig Bauschmann infolge der neuen Sportförderrichtlinien. Diese verabschiedete der Uetzer Gemeinderat im Dezember. Auf Empfehlung des Verwaltungsausschusses der Gemeinde änderte der Rat den Entwurf für die künftige Sportförderung in einem Punkt: Eine fußballspezifische Förderung erhalten nur Vereine, die mindestens vier Mannschaften für den Spielbetrieb gemeldet haben.

Demnach erhalten Fußballklubs für jede Erwachsenenmannschaft, die Punktspiele bestreitet, je Saison 500 Euro. Für die Pflege eines Fußball-A-Platzes gibt es pro Jahr 3000 Euro sowie eine Pauschale von 500 Euro für einen Rasenmäher.

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Der MTV hat nur eine Herrenmannschaft

Der MTV Dedenhausen kommt jedoch nicht in den Genuss dieser Zuwendungen, denn er hat nur eine Herrenfußballmannschaft und zwei Fußballjugendspielgemeinschaften. Der Verein kann nur eine allgemeine Sportförderung beantragen. Bauschmann spricht daher von einer „Lex-Anti-Dedenhausen“.

„Was kann der Sportverein in Dedenhausen dafür, dass der Ort keine 7000 Einwohner und damit keine entsprechende Anzahl an Fußballmannschaften hat?“, fragt Bauschmann. Gerade kleine Vereine benötigten Unterstützung, weil sie mit weniger Mitgliedern etwa gleich viel Arbeit für die Platzpflege leisten müssten wie große Vereine. „Dem Rasen ist es nahezu egal, ob drei oder fünf Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen“, gibt der Sportring-Vorsitzende zu bedenken.

Umkleidegebäude muss saniert werden

Ursprünglich wollte die Gemeinde den Sportplatz in Dedenhausen aufgeben, weil das dortige Umkleidegebäude sanierungsbedürftig ist. Mittlerweile hat sie dem MTV angeboten, ihm das Sportgelände zu einem symbolischen Preis auf Erbpachtbasis zu überlassen.

„Wir sind bereit, den Platz auf Erbpacht zu übernehmen“, sagt der stellvertretende MTV-Vorsitzende Thorsten Kühnemund. Im November habe die Mitgliederversammlung beschlossen, dass der Vorstand mit der Gemeindeverwaltung über einen Erbbaurechtsvertrag verhandeln soll. Allerdings sei damals die Versammlung davon ausgegangen, dass der Entwurf der neuen Sportförderrichtlinien nicht geändert werde, berichtet Kühnemund. Der Entwurf sah vor, dass alle Fußballsparten unabhängig von der Anzahl der Punktspielmannschaften gefördert werden.

Ohne Zuschuss kann MTV Sportplatz nicht erhalten

„Ganz wichtig ist, dass wir Zuschüsse für die Unterhaltung der Anlage bekommen“, betont Kühnemund. Als kleiner Verein könne der MTV allein nicht das Geld für die Platzpflege aufbringen. Zudem müsse der Verein die Renovierung des maroden Sporthauses finanzieren, wenn er den Sportplatz übernehme. Laut Kühnemund hat der Sportplatz eine große Bedeutung für das Dorfleben. Dort fänden das Osterfeuer und das alljährliche Pfingstzeltlager statt. Außerdem gebe es in jedem Jahr etwa 15 Veranstaltungen auf dem benachbarten Grillplatz. Der MTV stelle Gruppen, die grillten, Strom und den Sportplatz – zum Beispiel zum Zelten – zur Verfügung.

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Von Friedrich-Wilhelm Schiller