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Region Uetze Nachrichten Das Fällen fünf kranker Eichen hat ein Nachspiel
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14:35 25.02.2019
Auf einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück an der Feldstraße erinnern an die fünf gefällten Eichen nur noch die Baumstümpfe. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Hänigsen

Auf einem Grundstück an der Feldstraße sind fünf mächtige Eichen, die sehr eng beieinander standen, gefällt worden. „Wir mussten sie leider fällen, damit sie keinen Schaden anrichten können so nah am Haus und an der Straße“, sagt Catrin Brehm-Habermann. Fachleute hätten festgestellt, dass die Bäume schadhaft waren. „Wir haben jede Menge große grüne Würmer in den Bäumen gefunden.“ Allerdings hatten sich die Grundstückeigentümer für das Fällen keine Genehmigung bei der Gemeinde besorgt. Das kritisiert vor allem Ortsbürgermeister Norbert Vanin. Er hat das Thema auf die nächste Sitzung des Ortsrats am Mittwoch, 27. Februar, gesetzt.

„Wir wussten, dass es keine Baumschutzsatzung gibt. Deshalb haben wir auch keine Erlaubnis eingeholt“, sagt Brehm-Habermann, die auf dem Bauernhof an der Feldstraße Reitpferde hält. Allerdings seien die fünf Bäume im Bebauungsplan für das Gebiet eingezeichnet. Sie hätten damit Bestandsschutz, argumentiert Vanin. Die Gemeinde bestätigt das.

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Vanin verweist auf einen ähnlichen Fall vor Jahren in Obershagen. Dort seien die Eigentümer mit einem saftigen Bußgeld belangt und zu Ersatzpflanzungen verpflichtet worden. Der Umweltsachbearbeiter der Gemeinde, Johannes Leßmann, war bereits auf dem Hof, hat sich alles angeschaut und mit den Eigentümern gesprochen. Näher will sich die Gemeinde nicht äußern. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, heißt es auf Nachfrage.

„Wir hatten nicht das Gefühl, etwas Unrechtes getan zu haben“, sagt Brehm-Habermann. Sie hätten vielmehr ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen wollen. „Es geht nicht darum, dass wir kein Laub harken wollen. Es stehen schließlich noch ganz viele Eichen auf dem Grundstück.“ Die Fläche, wo die Eichen standen, soll laut Brehm-Habermann wieder begrünt werden. Verwundert zeigt sie sich über das Vorgehen des Ortsbürgermeisters. „Warum redet Herr Vanin nicht erst mit uns, bevor er an die Öffentlichkeit geht?“

Von Anette Wulf-Dettmer