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Nachrichten Sperrbezirk wegen Bienenseuche: Imker warten auf Laborergebnisse
Region Uetze Nachrichten Sperrbezirk wegen Bienenseuche: Imker warten auf Laborergebnisse
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00:25 30.06.2019
Bienenvölker, die von der Amerikanischen Faulbrut befallen sind, verlieren ihren kompletten Nachwuchs. Quelle: Symbolbild
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Uetze

Der Verdacht hat sich bestätigt: In fünf Bienenvölkern, deren Stöcke im Osten der Region Hannover an der Grenze zum Landkreis Peine stehen, wurde der Erreger der Amerikanischen Faulbrut in den Larven nachgewiesen. Ab sofort gilt deshalb ein Sperrbezirk, in dem die Imker sich an strenge Auflagen halten müssen.

Die Laborergebnisse der Proben, die die Tierärztin Dr. Astrid Fietz vom Veterinäramt der Region Mitte Juni unter anderem in Wackerwinkel genommen hat, zeigen, dass tatsächlich die Bienenbrut von der Infektionskrankheit befallen ist. Zuvor hatte noch die Hoffnung bestanden, dass der Erreger zwar im Bienenstock vorhanden ist, aber die Larven der Bienen noch nicht infiziert hatte.

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Imker in Dollbergen wartet auf Laborergebnis

Die Imker im Sperrbezirk warten weiter auf die Ergebnisse der Proben aus den Bienenstöcken. „Eigentlich hätten die schon längst da sein müssen“, sagt Imker Dieter Adomeit aus Dollbergen verwundert. Eine Tierärztin des Veterinäramts der Region hatte auch bei seinen Völkern Proben genommen. „Ich habe keinen Verdacht gehabt, dass meine Bienenvölker betroffen sind“, sagt Adomeit. „Meine Bienen waren putzmunter, und das Wabenwerk ist noch relativ neu.“

Sollten die Laborergebnisse einen anderen Befund zeigen, bedeutet das für den Imker einen Neuanfang: „Dann muss ich neue Schwärme bilden, die Völker also sanieren und die alte Waben herausnehmen“, erklärt der Dollberger.

Noch sind die Untersuchungen der Bienenstöcke auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut nicht abgeschlossen, sagt Regionssprecherin Sonja Wendt. Bisher seien nur einem Imker im Sperrbezirk die Ergebnisse der Proben mitgeteilt worden. „Sobald wir Ergebnisse haben, werden sie auch an die Imker weitergeben“, versicherte Wendt.

Untersucht werden die Proben im Institut für Bienenkunde des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Celle. Dieser Vorgang dauere in etwa eine Woche, sagte Tierärztin Dr. Astrid Fietz. „Nächste Woche Montag oder Dienstag ist die Probeentnahme voraussichtlich abgeschlossen. Anschließend dauert es nochmal zehn Tage, bis wirklich alle Imker ihre Ergebnisse wissen. Dann können auch wir abschätzen, was Sache ist.“

Strenge Auflagen für alle Bienenhalter

Der Sperrbezirk umfasst die Ortschaften Dollbergen, Schwüblingsen, Katensen, Dedenhausen, Uetze mit Wackerwinkel und Eltze in der Region Hannover sowie Oelerse, Abbensen, Klein Eddesse und Eddesse im Landkreis Peine. In dem Sperrbezirk ist es laut des Fachdienstes Verbraucherschutz und Veterinärwesen verboten, Bienenvölker und Bienen in oder aus dem Sperrbezirk zu verbringen. „Bienenstände im Sperrbezirk dürfen nicht von ihren Standorten entfernt werden. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht von einem Bienenstand entfernt werden.“ Eine Ausnahme sei die Lieferung von Wachs, Waben, Wabenteilen und Wabenabfällen an wachsverarbeitende Betriebe, wenn diese über eine Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen. Zudem darf auch Honig, der nicht an Bienen verfüttert werden soll, vermarktet werden.

Für Menschen ungefährlich

Eine Ansteckungsgefahr für Menschen besteht nicht. „Für Menschen ist diese Bienenkrankheit völlig ungefährlich“, betont Amtstierärztin Fietz. Für Imker kann das Auftreten der Amerikanischen Faulbrut hingegen existenzbedrohend sein, weil der Erreger ganze Bienenvölker ausrotten kann. Um die Ausbreitung zu verhindern, werde das sogenannte Kunstschwarmverfahren eingesetzt, erklärt Fietz. Hierbei werden die Bienen ohne ihre Larven in saubere Bienenstöcke umgesetzt, sodass sie eine neue Brut anlegen können. Eine medikamentöse Behandlung der Immen ist hingegen in Deutschland nicht erlaubt.

Meldepflicht für alle Bienenvölker im Sperrbezirk

Die Region fordert alle Bienenhalter im Sperrbezirk auf, unverzüglich alle Standorte ihrer Bienenvölker unverzüglich beim Fachdienst anzuzeigen. Dieser ist unter Telefon (0511) 616-22095 zu erreichen. Zudem müssen alle Bienenvölker gemeldet werden, die ab 1. März 2019 vorübergehend im Sperrbezirk standen.

Von Anette Wulf-Dettmer