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Nachrichten Ausgleichsfläche verkommt zur Müllkippe
Region Uetze Nachrichten Ausgleichsfläche verkommt zur Müllkippe
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10:59 26.12.2018
Diese ausrangierte Beregnungstrommel, die am Rand der Ausgleichsfläche am ehemaligen Bahnübergang steht, ist bereits eingewachsen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Dollbergen

Wer muss eigentlich die Ausgleichsflächen pflegen, die in den Neunzigerjahren während des Ausbaus der ICE-Strecke Hannover-Wolfsburg-Berlin und während des Baus der Dollberger Ortsumgehung in der Dollberger Gemarkung angelegt worden sind? Diese Frage stellt sich der Heimatvereinsvorsitzende Henning Rase.

Zumindest um zwei dieser Grundstücke kümmert sich nach seiner Einschätzung niemand so recht. Er denkt dabei an eine Dreiecksfläche, die nördlich der Bahnlinie in unmittelbarer Nähe des früheren Bahnübergangs Pröbenweg zwischen Dollbergen und Schwüblingsen liegt. Nach Rases Kenntnis sollte diese Brachfläche der eigenen Entwicklung überlassen bleiben. Inzwischen sind Weißdornbüsche und hohe Gräser aufgelaufen.

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Er kritisiert, dass am Rand der Brachfläche seit einigen Jahren eine ausrangierte landwirtschaftliche Beregnungstrommel steht, an der der Schlauch fehlt. Im Laufe der Zeit ist sie von Bäumen eingewachsen. Nur wenige Meter entfernt hat ein Landwirt einen Anhänger mit alten Beregnungsrohren abgestellt. „Ich will keinen anschwärzen“, betont Rase. Aber nach seiner Meinung darf es nicht sein, dass jemand eine Ausgleichsfläche aus Abstellfläche für ausrangierte Maschinen nutzt. Der Dollberger befürchtet, dass das Grundstück zu einer wilden Müllkippe verkommt. Erste Anzeichen dafür gibt es bereits. Nahe der Beregnungstrommel liegt ein Haufen Gartenabfälle, unter die auch Hausmüll gemischt worden ist.

Region soll Asbestplatten umgehend entfernen

Auf einer anderen Fläche, die sich an der Gemarkungsgrenze Dollbergen-Katensen an die frühere Dollberger Lehmkuhle anschließt, sind seinerzeit Bäume gepflanzt worden. Um sie vor Wildverbiss zu schützen, ist drum herum ein Schutzzaun aufgestellt worden. Zusätzlich ist ein Stacheldraht gespannt worden. Der Stacheldraht ist nur noch teilweise vorhanden. Hier und da liegt er auf der Erde. Der Wildschutzzaun umgibt immer noch die Anpflanzung, ist aber nicht mehr stramm gespannt. Büsche sind bereits hinein gewachsen.

„Normalerweise ist die Kultur nach fünf, sechs Jahre gesichert, und dann wird der Zaun weggenommen“, sagt Rase, der früher stellvertretender Leiter des Forstamtes Fuhrberg war. Heute habe der Schutzzaun keine Funktion mehr. Er sei ein unnötiges Hindernis, gegen das wilde Tiere laufen könnten.

Nach Auskunft des Umweltsachbearbeiters der Gemeinde Uetze, Johannes Leßmann, ist die Frage, wem welche Ausgleichsflächen gehören und wer für die Pflege zuständig ist, schwierig zu beantworten. Es gebe verschiedene Eigentümer. So sei die Bundesrepublik Deutschland Eigentümer der dreieckigen Brachfläche in Nähe des ehemaligen Bahnübergangs Pröbenweg. Kurz vor Weihnachten hat Leßmann dieses Grundstück selbst in Augenschein genommen und dort Asbestplatten entdeckt. „Das ist eine Sauerei“, ärgert sich der Umweltsachbearbeiter. Er hat sofort der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) die illegale Abfallbeseitigung gemeldet, damit sie die Asbestplatten entfernt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller